Zungenfehler beim Pferd

Immer wieder zeigen Pferde beim Reiten die Zunge. Sehr oft liegt das Problem bei der Reiterhand. Aber was ist zu tun, wenn das Pferd die Zunge zeigt?


Anatomie der Pferdezunge:
Die Zunge des Pferdes ist ein 1 bis 2 Kilogramm schweres und hochsensibles Organ. Sie besitzt ausserhalb des Gehirns das dichteste Nervengeflecht. Bei geschlossenem Maul nimmt die Zunge des Pferdes den grössten Teil der Maulhöhle ein. Die Zunge ist der längste und beweglichste Muskel im Pferdekopf und ist über das Zungenbein mit dem Genick verbunden. Wenn das Gebiss einschneidet, läuft die Zunge blau an, da die Zufuhr von frischem und sauerstoffreichem Blut unterbrochen wird. Im schlimmsten Fall können so Nerven eingequetscht und die Zunge gelähmt werden.

Zungenfehler- der Reiter als Problem?
Sehr oft sind Zungenfehler verbunden mit Reitfehlern. Eine zu starre Einwirkung mit der Hand, beispielsweise bei Übergängen oder Wendungen, die am inneren Zügel geritten werden, können zu Problemen mit der Pferdezunge führen. Auch bereitet es vielen Reitern grosse Schwierigkeiten unabhängig von der Hand zu sitzen.
Zungenfehler können sich in ganz unterschiedlicher Weise zeigen. Sehr oft gehen sie mit Anlehnungsfehlern einher. Es gibt Pferde die ziehen die Zunge hoch oder schieben sie über das Gebiss, andere Pferde lassen die Zunge seitlich oder nach vorne raushängen. Solche Probleme können schleichend oder plötzlich auftreten. Der Reiter sollte auf Zungenfehler beim Pferd rechtzeitig, aber nicht überstürzt handeln. In den meisten Fällen ist es von Vorteil professionellen Rat zu suchen, da im Regelfall die selbständige Suche nach dem Problem das Ganze nur verschlimmert.

Das Problem mit der Zunge lösen
Damit das Pferd nicht blockiert wird ist der geschmeidige Sitz des Reiters Fortaussetzung. Sobald der Reiter ausbalanciert auf dem Pferd sitzt, löst sich so manch ein Problem von alleine. Es wird daher empfohlen das Pferd öfters nach vorne zu reiten und vermehrt leicht zu traben. Sitzt der Reiter gegen die Bewegung des Pferdes, so hilft auch ein Gebiss- oder Zäumungswechsel nichts.
Zungenfehler, sowie ihre Ursachen sind sehr vielfältig. Es gibt daher keine allgemeingültige Lösung für das Problem. Wichtig ist daher immer eine ausführliche Analyse, bei welcher der Reiter auch eigene Fehler eingestehen können muss. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich die meisten Zungenfehler beheben lassen, solange das Problem noch nicht zur Gewohnheit wurde. Ist der Zungenfehler bereits zur Gewohnheit des Pferdes geworden, wird es ganz schwierig.
Es muss aber auch gesagt werden, dass es Pferde gibt, die für Zungenfehler prädestiniert sind. Es handelt sich dabei meistens um eher nervöse Pferde oder solche, die zu Beginn ihrer Ausbildung eine schlechte Sozialisation genossen haben.

Heraushängende Zunge in einer Gangart
In der Tat gibt es Pferde, welche dem Reiter schon beim Auftrensen zeigen, dass sie ein Problem mit der Zunge haben. Dies kann sowohl genetisch bedingt sein, sowie aber auch die Ursache von falschem, grobem Reiten beziehungsweise Umgehen mit dem Pferd sein. Ein Pferd welches nur in einer Gangart den Zungenfehler zeigt, sowie den Kopf hoch reisst und den Rücken wegdrückt, weist im Normalfall grundlegende Ausbildungsmängel auf. Der Zungenfehler wird in diesem Fall solange auftreten, bis sich das Pferd auch in dieser Gangart schön vorwärts- abwärts reiten lässt. Bei dieser Art des Problems wird das Verwenden von verschiedenartigen Gebissen nicht weiterhelfen.

Pferde die mit der Zunge spielen
Pferde die sich schlecht biegen lassen und in der Wendung mit der Zunge spielen werden vom Reiter sehr oft zu stark am inneren Zügel geritten. Mit dem Zungenspiel zeigt das Pferd, dass es sich nicht wohl fühlt in der Situation. Wird das Pferd vermehrt mit dem inneren Schenkel an den äusseren Zügel geritten, kann das Problem meist behoben oder zumindest reduziert werden.

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