Zeigt her eure Füsse - Kurzinterview "Barhuf vs. Hufbeschlag"

Gesunde Hufe sind entscheidend für die Leistungsbereitschaft unserer Pferde. Ende Mai habe ich einen Blogg zum Thema „Barhuf“ verfasst ( Blog Mai 2014 "Warum Barhuf?" ). Dieser stiess bei den Leserinnen und Lesern auf der Facebook- Plattform von reitsport.ch auf grosses Interesse und sorgte für Gesprächsmaterial. Daher entschied ich mich ein Kurzinterview mit Experten auf diesem Gebiet durch zu führen. Primin Haas, Hufpfleger nach GDHK aus Gontenschwil (Homepage Pirmin Haas) und Richard Hasler, Präsident Fachverband Hufschmiede aus Bütschwil (Homepage Hasler Hufschmiede) beantworteten mir die Fragen rund ums Thema Barhuf vs. Hufbeschlag fachkompetent. Ich möchte mich bei den beiden Herren recht herzlich bedanken, dass sie sich für meine Fragen Zeit genommen haben und ich euch hier zwei spannende Interviews präsentieren kann.

Wo sehen Sie die Vor- und Nachteile von Hufbeschlag im Vergleich zu Barhuf (mit alternativem Hufschutz, wie z.B. Hufschuhen)?

„Entscheidend ist sicher der Untergrund und die Häufigkeit auf welchen das Pferd bewegt wird. Beim Barhuf muss sich der Reiter vermehrt um den Zustand der Hufe kümmern und eventuell pflegen. Sofern die Abnützung des Tragrandes zu stark ist, muss das Pferd geschont werden.“ (Richard Hasler, Präsident Fachverband Hufschmiede)

"Vorteile vom Beschlag sind sicher, man muss sich nicht viel darum kümmern, ausser alle
6-8 Wochen neuen Beschlag. Nachteile vom Beschlag: keine Stossdämpfung auf die Gelenke, dies kann so weit gehen, dass der Reiter sogar Rückenbeschwerden hat; mangelhaft Durchblutung des Hufes wie auch der Lederhaut; die Hufe werden mit der Zeit durch die Nagelung immer rissiger bis Teile der Hufwand reissen, danach wird es schwierig, neu zu nageln. Hab mittlerweile fast jede Woche Kunden, wo Pferde besitzen, die kein beschlag mehr vertragen, da Teile der Hufwand fehlt, also muss das Pferd auf Barhuf umgestellt werden, oder solang geschont werden, bis es wieder einen Beschlag verträgt. Ich klebe bei solchen Problemen die Hufe mit Klebeschuhen oder Klebebeschläge wie von Renegade oder Easy Shoes. So kann der Huf sich langsam normalisieren und runter wachsen, und wir riskieren auch keine Lederhautentzündung. Hatten heute einen Distanzritt in Lyss, auch da haben wir den Nachteil vom Beschlag erkannt: das Wegrutschen vom Waldboden auf den Asphalt oder sogar abreissen vom Eisen in der Wiese. Wir konnten mit einem Hufschuh aushelfen, so dass sie wenigstens den DR beenden konnte. Nachteile beim verwenden von Hufschuhen ist sicher das Verlieren, Zerreissen oder Zerstören eines Schuhs. Dies ist aber sicher weniger schlimm als sich das Eisen runter zu reissen und rein zu treten."(Pirmin Haas, Hufpfleger nach GDHK)

Für welche Haltung, Sportart und Stellungsfehler eignet sich der Hufbeschlag besser als die Barhufvariante (oder umgekehrt)?

"Ich kenne keine Barhuf- Pferde welche im nationalen Sport eingesetzt werden, ausser Voltige, Gymkhana und Dressur. Korrekturen und Stellungsfehler sind bei Barhufen sehr schwer auszubessern, da der natürliche Abrieb eine Korrektur erschwert. Dies ist nur mit Hilfe von z.B. Vettec- Produkten oder Kunsthorn möglich. Die Haltung ist nicht Entscheidend welche Variante man wählt." (Richard Hasler, Präsident Fachverband Hufschmiede)

"Barhuf eignet sich für jede Haltung des Pferdes, bei Offenstall wird vermehrt darauf geachtet,
dass die Pferde wenigstens hinten keine Eisen haben, denn die Verletzungsgefahr ist zu gross, wenn eines der Tiere ausschlägt. Oder komplett Barhuf. Beschlagene Pferde werden vermehrt in Boxen mit ohne Auslauf gehalten, gibt aber natürlich auch Reitbetriebe mit Offenstall und Beschlag."(Pirmin Haas, Hufpfleger nach GDHK)

Was ist im Allgemein wichtig zu beachten, für die Gesunderhaltung der Pferdehufe?

"Der Kunde muss überzeugt sein vom Hufbeschlag oder vom Barhuf. Das Beste ist natürlich, wenn er seine eigenen Erfahrungen gesammelt hat und dies nicht durch das Internet oder vom hören sagen!"(Richard Hasler, Präsident Fachverband Hufschmiede)

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Gesunde Hufe gibts nur dann, wenn die Fütterung auch gesund ist. Medikamente bei einem kranken Pferd, Minerale wo fehlen, mangelhafte Hufpflege und falsche Haltung ergeben halt leider kaputte und schmerzhafte Hufe! Kein Huffett verwenden sonder Feuchtigkeitsmilch verwenden und Strahl vorsorglich mit Essig pflegen, damit die Bakterien gar nicht kommen."(Pirmin Haas, Hufpfleger nach GDHK)

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