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Yoga für Reiter

Wie in meinem letzten Bericht erzählt, befasse ich mich aktuell mit der körperlichen Fitness von uns Reitern. Neben dem täglichen Sport im Sattel will ich noch fitter und agiler werden und mein Pferd perfekt unterstützen.

Ich habe für mich Yoga entdeckt und ich muss sagen, ich bin begeistert! Es lockert mich sehr und beruhigt meinen Geist. Ich kann mich extrem gut konzentrieren und die Übungen machen mir Spass. Ich finde sie zwar anstrengend, aber nicht so schlimm dass es keine Freunde mehr macht.

Meine Ausrüstung ist simpel, ich habe eine Fitnessmatte und mehr brauche ich nicht. Ich habe keinen Kurs besucht, habe aber eine sehr affine Freundin, die mich ein wenig korrigiert und einweist. Eingelesen habe ich mich aber!

Meine Top Übungen möchte ich gerne mit euch teilen und den für mich springenden Vorteil als Reiter aufzeigen.

Yoga im Stall mit meiner Hündin Gin

Los geht’s!

Ich stehe auf meiner Matte, die Füsse eng beieinander und die Fingerspitzen zeigen auf den Boden. Wenn du da stehst und dich nur auf deine Hüfte und deine Beine konzentrierst merkst du, dass nicht beide Seiten gleich lang sind, nicht beide Arme gehen gleich weit in Richtung Boden. Für mich die erste Erkenntnis im Sattel. Wo bin ich länger. Kontrollieren kannst du das auch bei den Steigbügelriemen. Nimm beide aus der Halterung und halte sie aneinander, sie werden ziemlich sicher ungleich sein. Das hat mich auch dazu gebracht, öfters von rechts und nicht immer von links aufzusteigen. Es schont das Material und beansprucht meine Körperseiten und dem Pferd seine gleichermassen.

Wenn du das analysiert hast, gehen deine Arme nach oben und die Handflächen berühren sich, der Blick geht zur Decke. Hier kommt meine nächste Erkenntnis. Spürst du den Druck deiner Handflächen?  Nimm Druck raus und dann wieder verstärken. Spürst du, wie wenig es braucht um die andere Hand zu fühlen? Dieser Druck reflektiert sich auf deine Zügel die zum Pferdemaul gehen. Lass einmal die Hände aneinander und gib nur Druck, du wirst die Kraft spüren und kannst dir vorstellen, wie wenig es am Zügel eigentlich braucht.

Danach biegst du dich vorne runter bis deine Stirn die Knie berühren. Das dehnt ganz schön die Poo und Rückenmuskeln. Nun stellst du einen Fuss nach dem anderen nach hinten und kommst in eine Brett Position. Merkst du, wie du das Gleichgewicht halten musst? Ellbogen nicht in die Biege, Arme gerade, Körper in Spannung. Lass dich auf die Knie gleiten und lege dich bis zu Brust auf den Boden. Die Ellbogen sind angewinkelt. Spüre den Druck von deinen Ellbogen am Körper. So sollte es sich beim Reiten nicht anfühlen. Nun drückst du dich im Oberkörper hoch, deine Beine bleiben am Boden und deine Arme sind durchgestreckt. Für mich ist das eine der besten Übungen für die Hüfte. Ich spüre den Druck sehr. Nun folgt die entgegengesetzte Übung, ich folge nun auch mit den Beinen in die Höhe und mein Po ist nun der oberste Punkt. Auch hier spüre ich eine klare Entlastung in der Hüfte. Die Übung endet wie sie startet und ich dehne mich noch einmal in die Höhe.

Mit nur einer Übung habe ich viel über meinen Körper gelernt. Ich sehe, wo ich länger bin und kann dementsprechend im Sattel gegenwirken. Automatisch wird auch eine Seite von mir stärker sein als die andere.

Was ich auch sehr hilfreich finde, ist die Übung für das Gleichgewicht. Es schult, wie oben gesagt, meinen unabhängigen Sitz. Ich stelle mich wieder mit beiden Füssen auf den Boden und winkle nun ein Fuss an. So hoch wie es nur geht. Mein ganzes Gewicht steht nun auf dem Standbein. Die Arme gehen nach oben und die Hände berühren sich über meinem Kopf. Halte das 30 Sekunden und steigere die Länge nach jedem Üben. Das Beim wechseln und die andere Seite auch trainieren.

Wem das zu langweilig ist, soll mal versuchen die Arme auszustrecken oder mit dem Standbein in die Knie zu gehen. Hier habe ich ganz klar mein schwächeres Bein erkannt. Auf einem Bein stehe ich sehr ruhig und kann das auch lange halten, auf dem anderen Bein fällt es mir schwer und ich muss mich sehr viel mehr konzentrieren. Ich trainiere aber nicht nur die schlechte Seite, es ist mir aber im Sattel sehr bewusst und ich konzentriere mich mehr darauf.

 

Yoga hilft aber nicht nur meinem Körper, sondern ich lerne auch jedes mal mich besser zu konzentrieren. Ich finde die Übungen extrem beruhigend und es lässt sich einfach in meinen Alltag einbauen. Ich mag die Arbeiten sehr und sehe den Mehrwert als Reiterin durchaus. Manchmal ist ein Trend doch nicht nur ein Trend.

Probiert es aus ich bin sehr gespannt, was eure Feedbacks sind. Youtube bietet übrigens super Anleitungsvideos, geht das mal anschauen.

Viel Spass beim Ausprobieren.

Xenia mit Aeringi

 

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