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Wir üben den Trab

In meinem letzten Bericht habe ich erzählt, dass ich mich jetzt intensiver mit dem Trab auseinander setzte. Trab ist bei Isländer nicht mal selbstverständlich. Zwischen Schritt und Galopp kommt bei uns oft einfach der Tölt. Für eine gesunde Ausbildung ist der Trab aber sehr wichtig. Im Trab können die Pferde mit extrem viel positiver Energie ihre Muskeln richtig auslasten und den Bewegungsapparat stärken.

Was ist eigentlich traben?

Wir können die Gangart Trab in vier verschiedene Tempovarianten unterteilen. Hier spielt die Tragkraft vom Pferd eine grosse Rolle.

Der Arbeitstrab ist das Grundtempo von jedem Pferd. Wer das gefunden hat, kann von hier aus die verschiedenen Tempis ausarbeiten. Der Bewegungsablauf ist flüssig und fleissig, das Pferd läuft ohne grosse Hilfe. Optimaler Weise geht das Pferd schön über den Rücken und tritt mit dem Hinterfuss ein eineinhalb Hufe in den Abdruck des vorderen Huf.

Danach kommt der Mitteltrab. Hier haben wir eine stärkere Schubentwicklung der Hinterhand. Sobald die Hinterhand weiter vorgreift entsteht eine Gleichgewichtsverlagerung. Das Pferd wird in der Vorhand und in der Schulter automatisch freier. Automatisch wird die Trittlänge vergrössert und der Hals öffnet sich nach vorne. Die Hinterhand tritt jetzt über die Spur der Vorhand.

Nun geht es noch einen Ticken weiter. Im starken Trab wird die grösste Steigerung der Schubentwicklung verlangt. Es wird gewünscht, dass das Pferd deutlich mehr Raum einnimmt, sich stärker und grösser bewegt und die Hinterhufe deutlich über die Spur der Vorderhufe fussen. Es soll hier ein klarer Unterschied erkennbar sein.

Wie kann ich den Trab verbessern?

Traben kann mit verschiedenen Übungen einfach gelernt werden. Eine bekannte Übung ist das Traben über Trabstangen.

Trabstangen sind niedrige Cavaletti die wir  zur Gymnastizierung super verwenden können. Sie fördern die Aufmerksamkeit der Pferde und verlangen mehr Konzentration. Die Trittlänge kann so einfach verlängert werden und das Pferd streckt sich besser.

Den Abstand lasse ich von meiner Trainerin berechnen, sie hat ein geschultes Auge und sieht sofort, wenns nicht genau passt. Bei mittelgrossen Warmblutpferden sollte der Abstand so ca. 1.10 Meter bis 1.20 Meter sein. Hier kommt es aber auf die Grösse, das Level und allgemein auf die Pferde an.

Wenn der Trab versammelt sein sollte, musst du die Stangen eher ein wenig enger zusammen legen. Dann muss das Pferd automatisch enger treten. Um den Trabschritt zu verlängern, werden die Stangen weiter auseinander gelegt, automatisch hast du mehr Raumgriff.

 

Eine weitere Übung kannst du super im Gelände einbauen. Es geht um das Bergauf und Bergabtraben im Gelände. Wer hat sich schon mal getraut, bergab zu traben? Mit Aeringi mach ich das öfters und es macht richtig Spass. Klar stürzen wir uns nicht in die nächst beste Schlucht aber wir traben durchaus auch mal ein wenig bergab. Geht richtig gut. Ich habe mir für die Winterzeit vorgenommen einen Bergaufbergabtrab Tag zu machen. Jede Woche bewusst viel Traben und die Strecke so definieren, dass er hoch und runter traben muss. Beim Hochtraben muss er nämlich seinen Popo so richtig aktivieren und die Hinterhand muss sauber abfussen, wir haben automatisch einen Trainingseffekt. Beim Bergabtraben muss das Pferd stabil sein, ein gutes Gleichgewicht zeigen und die Tragkraft der Hinterhand wird gefördert. Du kannst im Gelände auch mal über einen Wurzelweg traben, dann hast du deine Stangenarbeit unterwegs eingebaut. Achte einfach darauf, dass dein Pferd sich nicht verletzt.

Wenn du Bergab trabst solltest du darauf achten, dass dein Oberkörper nicht nach vorne fällt. Gar nicht so einfach einen kontrollierten Sitz in Berglage zu halten. Achte auch darauf, dass du dein Pferd nicht zu eng am Zügel nimmst. Es muss sich über den Hals ausbalancieren können, das geht nur, mit halbwegs langem Zügel!

Ein weiterer Trick geht ganz einfach auf dem Platz. Gestalte deine Arbeit rund um den Trab vielseitig. Eine Übung die wir gerade Gestern gemacht haben. Ich reite mit Aeringi eine acht. Auf der einen Diagonale liegen zwei Trabstangen, im einen Eck reite ich einen Trab Schritt Trab Übergang. Diese Übung mache ich dann mehre Male hintereinander, bis Aeringi geschmeidig und locker auf die Übung reagiert. Dann probiere ich es noch anders rum. Das Reiten von achten ist sowieso eine sehr anspruchsvolle Übung von Pferd und Reiter. Wir scheitern da meist schon weil wir in den Ecken den Trab fast nicht halten können. Dann wird wild um die Ecke getöltet. Übung macht bekanntlich den Meister.

Warum ist Trab so wichtig?

Unsere Pferde können wir im Trab optimal fit und gesund halten. Wenn die Pferde gerne und gut traben, können sie längere Strecken in guter und gesunder Haltung gehen und brauchen ihre ganze Muskulatur. Im Gegensatz zum Galopp kann Trab gut auch mal 15 Minuten oder mehr ohne Pause durchgezogen werden. Wir sehen das bei unseren Jungs. Die gehen einmal in der Woche ans Fahrrad oder mit joggen. Bewusst wählen wir dann strecken aus, wo wir praktisch keine Stopps machen müssen. Die Trabarbeit kann noch vergrössert werden und setzte eurer Kreativität keine Grenzen!

Viel Spass beim Traben!

Xenia mit Aaringi

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