Wie wärme ich mich und mein Pferd richtig auf?

Ja, Ihr habt den Titel richtig gelesen. Wie wärme ich mich und mein Pferd auf. Der Reitsport ist wohl der einzige Sport bei dem sich der Sportler, also Reiter nicht aufwärmt.

Warum? Unsere Sportpartner, die Pferde wärmen wir ja auch auf.

Also fangen wir beim Pferd an. Das Aufwärmen kommt bei den meisten zu kurz. Wichtig ist, dass ihr sicher 10 Minuten Schritt reitet, damit sich die Gelenkflüssigkeit verteilen kann, um die Gelenke gut zu schmieren.

Damit Euch diese 10 Minuten nicht ewig vorkommen, könnt Ihr doch gleich beim Aufwärmen mitmachen!

Hier einige Übungen, welche Ihr gut im Schritt ausführen könnt:

Und zwar von oben nach unten. Stellt Euch vor, Ihr seid eine Art Kugelbahn/Märmelibahn. Ihr lasst die Kugel, oben beim Kopf hinein und wollt diese durch den ganzen Körper nach unten in die Füsse befördern.

Also müssen wir den Kopf drehen. Von links nach rechts von hinten nach vorne. Achtet darauf, dass ihr langsame und grosse Bewegungen macht.

Eure Kugeln gehen nun weiter in den Schulterbereich. Kreist die Schultern oder den ganzen Arm, hebt die Schultern und lasst sie wieder fallen. Die Schultern generell nach hinten kreisen, dies ist wichtig  für die aufrechte Haltung.

Und weiter geht’s auf unserer Kugelbahn. Die Kugel hat die Hüfte erreicht. Bewegt nun die Hüfte, rutscht im Sattel hin und her, setzt Euch auf die linke Gesässhälfte und wieder zurück auf die Rechte. Kippt die Hüfte nach hinten und vorne.

Ach, die Kugel ist schon in den Knien! Also Knie bewegen. Nach innen und aussen drehen, hoch ziehen und durchstrecken.

Und schon sind wir unten angekommen. Wärmt die Fussgelenke auf mit kreisförmigen Bewegungen, dazu Zehenspitzen anheben und strecken.

Und schon sind die 10 Minuten Schrittreiten um. Diese lustige Übung könnt ihr auch gut im Trab oder Galopp zur Auflockerung einbauen.

Nun können wir Antraben und mit der Lösungsphase beginnen. Grundsätzlich ist jedes Pferd individuell. Das heisst, nicht jedes Pferd löst sich mit den gleichen Übungen gleich gut. Dies müsst ihr ausprobieren. Aber sicher bei allen Pferden gleich ist das Funktionieren der Muskulatur.

Muskeln können sich nur aufwärmen und lösen indem wir sie bewegen. Reitet die Pferde von Hinten nach Vorne. Also beginnt mit dem Leichttraben. Ja genau, schon mit dem Leichttraben bewegt und löst ihr die Muskulatur. Die Rückenmuskulatur wird durch das Leichttraben, also durch das Absitzen und Aufstehen quasi massiert. Bewegt die Muskulatur Eurer Pferde vom Schweif bis zu den Ohrenspitzen. Lasst die Halsmuskulatur in die Tiefe dehnen. Also reitet vorwärts-abwärts. Beginnt die seitliche Hals- und Rumpfmuskulatur  zu bewegen, indem ihr Wendungen reitet. Die Pferde stellen und biegen.

Damit es Euch nicht wieder langweilig wird, macht doch einfach Rhythmusübungen im Trab. Zwei mal absitzen und einmal auf, zweimal auf und einmal wieder ab, zweimal auf und zweimal ab. Eurer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Zum Verständnis, wie ein Muskel funktioniert, lässt sich mit folgendem Vergleich anschaulich darstellen:

Ihr braucht, symbolisch gesehen, einen Eimer mit Wasser und einen Schwamm. Der Schwamm ist der Muskel und das Wasser das Blut. Taucht den Schwamm ins Wasser, nun füllt sich also der Muskel mit Blut. Den Schwamm könnt ihr nun auf zwei Arten ausdrücken. Ihr könnt ihn in die Länge ziehen oder zusammendrücken. Also den Muskel dehnen, komprimieren, bewegen. Dann das ganze wieder von vorne. Genau so funktioniert ein Muskel. Es ist wichtig, dass der Sauerstoffaustausch gut funktioniert und gefördert wird. Dies geschieht durch den Kreislauf, wo das mit Sauerstoff gesättigte Blut transportiert wird.  Konkret, bewegt die Muskulatur von Euren Pferden, damit das Blut zirkulieren kann.

Ist ein Muskel zu lange gedehnt oder komprimiert, übersäuert dieser und es kann ein Krampf entstehen. Also vergleichbar etwa so, wie wenn Ihr die Hand zur Faust drückt bis diese ganz weiss wird und langsam ein spürbarer Krampf entsteht.

Weiter im Galopp und zwar im leichten Sitz, damit sich der Rücken des Pferdes frei bewegen und aufwölben kann. Dies ohne Druck des Reiters im Sattel. Reitet immer im gleichen Rhythmus gerade aus oder grossen Wendungen. Ihr findet den Rhythmus nicht? Versucht doch immer auf drei zu zählen. Den Galopprhythmus zählen 1, 2, 3 / 1, 2, 3 / 1, 2, 3 und dabei immer nach vorne oder oben schauen.

Überprüft Eure Pferde nicht mit eurem Blick sondern mit Eurem Gefühl. Setzt Euch auf das Pferd wie Ihr einer Strasse entlang gehen würdet. Denn ich glaube, keiner von Euch geht mit dem Blick auf den Boden gerichtet durch die Welt.

So, nun seid Ihr und Euer Pferd aufgewärmt und Ihr könnt mit der Arbeit beginnen. Jetzt ist auch die Muskulatur von Eurem Pferd bereit, Last auf zu nehmen.

Dies ist eine einfache Variante, wie ihr Euch auf dem Pferd aufwärmen könnt. Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass ihr Euch mit Übungen am Boden, ohne Pferd aufwärmt.

Ich habe dazu auch zwei kleine Videos erstellt. Die Links findet ihr bei den Bildern.

 

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Zum Artikel