Wie viel Hitze verträgt ein Pferd?

Als Neuling bei reitsport.ch möchte ich mich gleich mit einem aktuellen Thema rund ums Pferd beschäftigen. Dem Hitzeschlag! Meine Pflegis, alles kälteliebende Isländer, hatten in den letzten Wochen so gar keine Freude an diesen heissen Temperaturen. Umso wichtiger ist es, genau zu wissen wie ein Hitzeschlag zu erkennen ist, wie man vorbeugt und was man im Notfall tun kann.

Heute starten wir mal mit dem Thema Hitze und Pferd:

Wie viel Hitze verträgt ein Pferd?

Grundsätzlich ist es wie beim Mensch, die einen mögen Hitze, andere gar nicht. Auch bei unserer Isi Herde kann man gut beobachten, dass einige weniger mit der Hitze kämpfen als andere. Man geht davon aus, dass ein Pferd ab ca. 25 Grad warm kriegt. Die sogenannte Wohlfühltemperatur ist sehr unterschiedlich, je nach dem Alter, dem aktuellen Trainingsstand und der Rasse kann es hier um einige Grad variieren. Unsere Isländer sind mittelmässig trainiert, Freizeitpferde, sie stehen im Sommer gerne im Schatten und man sieht teilweise schon nasse Pferdehälse nach nur einigen Minuten Trabarbeit im Gelände. Somit ist klar, dass diese Pferde sicherlich nicht in der prallen Sonne eine Stundelang arbeiten müssen.

Obwohl das Pferd wie wir Menschen auch Schweissdrüsen am ganzen Körper hat, kann es passieren, dass diese Schweissdrüsen an heissen Tagen nicht mehr genug leistungsfähig sind. Wenn dies passiert, kann der Körper der Pferde nicht genügend abgekühlt werden und die Körpertemperatur steigt.

Hier liste ich dir die verschiedenen Richtwerte der Körpertemperatur auf:

32,0 - 37,2 °C Untertemperatur

37,3 - 38,2 °C Normaltemperatur

38,3 - 39,5 °C leichtes Fieber

39,5 - 40,5 °C Fieber

40,5 - 42,0 °C hohes Fieber

Wie erkenne ich, ob mein Pferd zu warm hat?

Als erstes musst Du die normale Temperatur von deinem Pferd kennen. Am besten misst Du die Temperatur einmal, wenn dein Pferd total ruhig ist und vor allem gesund. Auch hier gilt, die Außentemperatur sollte um die 15 bis 20 Grad sein, sonst wird das Bild verfälscht. Dazu kannst Du die Atemzüge von deinem Pferd abzählen. Normalerweise sind es 8 bis 16 Atemzüge pro Minute. Auch hier, einfach einmal am Morgen vor dem Reiten zählen und in der Putz-Box ein Zetteli verstauen. Du kannst diese Zählung am besten kontrollieren in dem Du die Flanke deines Pferdes beobachtest, da sieht man es sehr gut.

Gut zu wissen: Nach einem Training sollte dein Pferd nach ungefähr einer halben Stunde die normale Atmung wieder erreichen!

 

Pferdetransport bei Hitze:

Gerade im geschlossenen Pferdeanhänger kann es ziemlich heiss werden! Mit Transportgamaschen und Decken schützen wir zwar unsere Pferde, es sollte aber daran gedacht werden, dass diese im Sommer nur noch mehr Hitze erzeugen. Versucht es einmal mit leichtem bandagieren und Hufglocken! Natürlich nur, wenn die Bandagen so fixiert sind und halten, dass das Pferd sich dadurch nicht verletzen kann. Öffnet zwingend alle Fenster, so entsteht ein lebenswichtiger Durchzug. Gerade bei längeren Strecken und bei Hitze kann ein Salzleckstein helfen! Wenn Du dann eine Pause machst, muss dein Pferd immer zwingend frisches Wasser kriegen. Meidet Turniere die am Nachmittag sind, in den frühen Morgenstunden lässt es sich kühler Hänger fahren.

Als kleiner Tipp, tausche deine Kunstfasern Schabi gegen eine saugfähigere Baumwolle - Schabracke aus.

 

Klar ist, dass Du dein Pferd bei Hitze nie im Pferdehänger stehen lassen solltest. Die Pferdehänger wärmen sich extrem schnell auf. Pack ein Sonnensegel ein, so kannst Du deinem Vierbeiner Schatten spenden und für dich ist es ebenfalls praktisch. Wenn gar nichts mehr hilft und das Pferd im Hänger bleibt MUSS, lege nasse Pferdedecken über den Hänger und öffne alle Fenster, so bleibt es länger kühl.

 

Im Sommer sollten die Pferde nur lauwarmes Wasser trinken, gilt übrigens auch für uns Reiter. Wenn dein Pferd das Wasser verweigert, probiere es einmal mit einem Metalleimer. Kunststoffeimer können ab einer gewissen Temperatur eigenartige Gerüche ausstoßen.

 

 

Was wir machen:

Isländer sind sich Kälte gewohnt, sie lieben nasses, windiges Wetter teilweise zum Leidwesen der Reiter/innen. Unsere Ponys wie ich sie liebevoll nenne, haben einen Offenstall. Es hat Schatten und der Stall ist Dank einem Durchgang immer angenehm kühl. Die Ponys halten sich praktischen den ganzen Tag durch im Stall auf. Selten guckt einer raus und wagt sich in die Sonne. Unsere Weiden sind mit Bäumen bestückt, so können die Ponys auch im Schatten grasen und ein Nickerchen machen.

 

Ich wünsche euch einen schönen Sommer!

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