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Wie erkenne ich einen gesunden Huf?

 

Beruflich bin ich mit den Füssen der Menschen beschäftigt, ich arbeite für eine Genossenschaft für unabhängige Schuhhändler. Immer wieder tausche ich mich mit Orthopäden und Fussspezialisten aus. Die Wichtigkeit von guten Schuhen und gesunden Füssen ist mir also durchaus bewusst. Doch wie erkenne ich eigentlich, ob mein Pferd gesunde Füsse hat?

 

Vorab kurz, wie ein Huf aufgebaut ist. Ich erkläre es ganz simpel, so wie ich es selber auch am Besten verstehe.

Das Fesselbein ist die Verbindung zwischen Bein und Huf, der Träger so zu sagen. Danach folgt ein Mittelteil, das Kronbein und am Schluss folgt das Hufbein. Es sind also drei Knochen involviert. Das Hufgelenk liegt unter dem Kronbein und direkt neben dem Strahlbein. Darunter ist das Strahlpolster, der Name ist selbsterklärend. Nach dem Strahlpolster folgt die Strahllederhaut und die Strahllederhautpapillen und dann kommt der Strahl. Die unterste Schicht eigentlich. Klar, es folgen Sehnen und verschiedene Hautelemente aber das wäre mal ganz einfach und simpel erklärt.

Ein gesunder Huf kann über jeden Boden gehen ohne dabei Schmerzen zu empfinden.

Der gesunde Huf ist anatomisch schön geformt mit einem hohen Hufbein und einer naturgeraden Hufwand. Die Hufsohle ist naturgeformt und somit gewölbt.

 

Unsere Pferde passen sich aber ihrem Boden an. Es spielt eine massgebende Rolle, welches Futter unsere Pferde kriegen, wo sie den ganzen Tag lang stehen und wie die Weide aussieht und wie lange die Weidezeit ist. Auch die Temperatur ist massgebend.

Ich möchte euch zwei Beispiele aufzeigen.

Wenn dein Pferd oft auf eher weichem und feuchtem Boden steht ist der Huf eher weit und hat dünnere Wände und eine dünnere Sohle. Der Strahl ist aber sehr ausgedehnt. Nur weil das Huf so ist, ist es noch lange nicht krank. Bei weichem Boden ist die Sohle mehr gewölbt, dies hilft, das Einsinken bei weichem Boden zu minimieren. Wenn ein solches Pferd dann einmal über harten Boden geht, hat es keine Schmerzen aber es merkt Steine und Schotter eher. Das Problem bei diesen Hufen ist, dass die Pferde sich meistens zu wenig bewegen. Ein solcher Huf muss für ein gesundes Leben eine gewisse Abnutzung vorweisen können.

Ein Pferd das auf hartem Boden lebt, zeigt einen eher steilen Huf mit sehr dicker Sohle und extrem hartem Horn. Die Hufe zeigen keine spezielle Sohlenwölbung weil sie sich an den Untergrund angepasst haben. Ein solcher Huf wird bei nassem Boden schnell bröckelig und das Horn fällt ab wie Kreide.

Es ist auffallend, dass ein gesunder Huf sich immer mit dem Boden anpasst. Wenn der Frost eintrifft füllt sich der Huf auf, so kann das Pferd besser auf dem hartem Boden gehen. Wenn nun der Hufschmied die Wölbung ausschneidet, läuft das Pferd wieder unkomfortabel. Sobald die Weidesaison im Frühling wieder startet wir der Huf wieder weiter.

Wir können also grundsätzlich davon ausgehen, dass unsere Pferde eigentlich wissen, was für ihre Füsse am Besten ist. Wenn du ein Pferd hast, dass viel auf den weichen Boden zieht, würde ich das gewähren lassen. Je nach dem wie das Pferd gehalten wird, fällt es ihm so einfacher.

Wir können folgende Merkmale von einem gesunden Huf notieren:

Ein Strahl ist breit und trägt hinten am Huf mit. Er zeigt keine Pilzbefälle oder Fäulnis. Die Furche sollte breit sein aber nicht tief.

Die Hufwand sollte natürlich aussehen und gerade wachen. Es sind keine Stauchungen und Hebel vorhanden. Es sind keine Blutungen vorhanden und die Wand ist einfarbig.

Die Wölbung der Sohle ist von aussen nach innen und je nach Bodenverhältnisse intensiver als bei anderen Hufen. Der Mittelpunkt der Wölbung ist beim Strahl.

Wenn man das Pferd stehend betrachtet, sollte der Huf unter dem Schwerpunkt stehen. Er nimmt gleichmässig Gewicht auf und das Pferd steht weder nach hinten noch nach vorne.

 

Nun haben wir alle Punkte, welche einen gesunden Huf machen besprochen. Ein gesunder Huf braucht zwar Pflege, aber nicht übermässig. Anstatt jeden Tag das Huf zu fetten hilft es auch einmal, ein Schlammbad bei trockenen Hufen aufzusuchen. Gerade wenn die Hufwand trocken aussieht, kann Schlamm eine gewisse Feuchtigkeit weitergeben. Aber nicht dein Pferd einfach tagelang im Schlamm stehen lassen!

Wir Pflegen die Hufe unserer Isis regelmässig. Abbürsten mit Wasser, reinigen mit einer Bürste und danach einfetten. So sehen die Hufe immer sehr gesund aus und vor den Turnieren ist ein Beauty Programm sowiso ein MUSS!

In meinem nächsten Blogg werde ich über Hufkrankheiten berichten, es geht also weiter rund ums Thema Hufe.

Ich wünsche euch allen eine schöne Woche.

 

Xenia mit den Isis.

 

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