Wenn das Pferd erkältet ist

Gerade im nasskalten Herbst, wenn die Pferde sowieso schon durch den Fellwechsel ein geschwächtes Immunsystem haben, erwischt sie schnell einmal eine Erkältung. Denn ihr Körper wird dann anfälliger für Viren, Bakterien und Co., welche sich in der kühleren Jahreszeit sehr schnell verbreiten.  

Erste Anzeichen sollten ernst genommen werden! 

Bei den Pferden äussert sich eine leichte Erkältung harmlos mit klarem Nasenausfluss, geröteten Schleimhäuten und allgemeiner Schlappheit. Sollten diese Beschwerden jedoch nicht behandelt werden, können sie im schlimmsten Fall zu chronischen Erkrankungen führen. 

 germ-41368_640 Bildquelle: http://www.papernewsmag.de/

Spätestens wenn das Pferd hustet, sollte die Symptomatik ernst genommen werden, denn es besteht das Risiko einer ernsthaften Atemwegserkrankung! Der Atmungsapparat eines Pferdes ist sehr leistungsfähig, er ermöglicht einen Gasaustausch von bis zu 80.000 Litern Luft pro Tag. Er gewährleistet dem Körper somit eine optimale Versorgung mit Sauerstoff und schützt ihn durch seine Struktur gleichzeitig vor Infektionserregern. Sollte seine Funktion also beeinträchtigt sein, schränkt das die Funktion der Atmung ein. Ein Befall der Lunge von Krankheitskeimen kann dementsprechend folgen. 

 

Vorbeugen ist besser als heilen!

Mögliche Erkältungserreger sind beim Pferd (wie oben erwähnt) meistens Viren, Bakterien oder Pilzsporen. Diese können sich im Heu, im Stroh, oder leider auch im Futter befinden und wirken hoch allergisierend.  Aber auch Staubpartikel im Rauffutter oder im Einstreu wirken zusätzlich reizend auf die Atemwege.  Weiter können auch Parasiten oder Zugluft den Organismus unserer Pferde schwächen und führen ebenfalls eine Erkältung herbei.  

Deswegen sollte man folgende Dinge beachten, um einen Infekt vorzubeugen: 

  • Tränke und Futtertrog sollten regelmässig (mit Essigwasser) gereinigt werden.
  • Auch die Qualität des Futters sollte kontrolliert werden, damit sich kein Schimmel festsetzen kann.
  • Es versteht sich von selber, dass das Einstreu in der Pferdebox stetig ausgetauscht werden muss. 
  • Heu & Stroh sollten dabei niemals in der Nähe des Pferdes „aufgeschüttelt“ werden, da der dabei entstehende Staub die Atemwege reizt. 
  • In einem schlecht durchlüfteten, unregelmässig gemisteten Stall sammeln sich Gase (wie Ammoniak) an, was natürlich die Pferdelunge schädigt. Deshalb ist die Stallhygiene das A und O für die Pferdegesundheit!
  • Viel Bewegung hält den Kreislauf in Schwung und stabilisiert somit das Immunsystem.

 Wenn das Pferd bereits Erkältungssymptome zeigt…

Jeder kennt es: Manchmal hilft die beste Vorbeugung nichts! Was also, wenn das Pferd bereits Symptome eines Infekts zeigt? 

Sobald dem Reiter eine Veränderung an ihrem Pferd auffällt (ist es müde, appetitlos), sollte die Temperatur gemessen werden. Ebenfalls können die Nüstern und Schleimhäute auf Rötungen untersucht werden. Allgemein können gleich alle PAT- Werte geprüft werden. Auf den Vitalparameter bin ich ja bereits in mehreren Blog- Teilen eingegangen.  Je nach Grad der Erkältung muss sogar der Tierarzt gerufen werden. Ist der Fall geklärt, können folgende Massnahmen den Heilungsprozess unterstützen:  

  • Bewegung erleichtert dem Pferd das Abhusten 
  • Das Heu sollte eingeweicht werden, um die Staubbildung zu minimieren
  • Teemischung (z. B. Thymian, Pfefferminze oder Salbei) können dem Pferd als Ersatz für Frischwasser angeboten werden. Falls sie den Tee verweigern, kann er auch übers Kraftfutter (nicht heiss ;-)) geschüttet werden. 
  • Inhalation mit Kochsalz oder ätherischen Ölen erleichtern die Atmung 
  • Entgiftung nach Medikamentengabe nötig!
  • Gesundheit beginnt im Darm (auch an eine Darmsanierung sollte gedacht werden)

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 Für weitere Tipps & Tricks stehe ich euch natürlich gerne zur Verfügung. 

 

Zum Schluss habe ich gleich noch ein Hustensaftrezept (welches ich selber schon ausprobiert habe)

Hustensaft für Pferde (aber nicht nur ;-)) 

Bestimmt kennen alle Leser noch den bekannten Wundersirup mit Honig und Zwiebeln, welcher jedoch Geschmacksache ist. Heute möchte ich euch eine wohlschmeckendere Variante vorstellen. 

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Auch bei dieser ist der Bio Honig die Hauptzutat, da er den quälenden Reizhusten lindert und den Hals beruhigt. Ausserdem wird ihm eine bakterientötende Wirkung nachgesagt. Zudem benötigen wir ein qualitativ hochwertiges Kokosöl (Bio aus 1. Kaltpressung) Dieses Öl wirkt antibakteriell, antiviral, antifungal und unterstützt die körpereigene Immunabwehr. Nebenbei erwähnt ist es ein Öl, welches in keinem Stall fehlen sollte, da es vielseitig anwendbar ist! Darauf komme ich dann in einem späteren Blog nochmal zu „sprechen“. Zum Schluss kommt noch ein ordentlicher Schuss Vitamine in Form von frischem Zitronensaft hinzu. Der Saft kann in einen Tee gemischt, oder übers Futter gegeben werden. Die Dosis richtet sich nach den Beschwerden. Ich habe es bei meinen Pferden bisher so umgesetzt: 

Leichte Beschwerden = 1x täglich 1 EL unters Futter

Akute Beschwerden = 1x täglich 2- 3  EL unters Futter  

Wie viel brauche ich für die Zubereitung? 

  • 200g Bio-Honig 
  • 100g natives Bio Kokosöl 
  • 2 Zitronen (Saft) 

 Wie bereite ich den Saft zu? 

Als erstes gibt man das Kokosöl und den Honig in einen kleinen Topf und erwärmt beides unter Rühren bei „kleinster Flamme“, bis das Öl geschmolzen ist und beide Komponenten gut miteinander verbunden sind. Aber Vorsicht! Der Honig und auch das Kokosöl verlieren bei Temperaturen über 30°C einen Grossteil ihrer positiven Wirkung. Sollte der Saft noch nicht flüssig genug sein (kommt jeweils auf die Honigsorte an), kann noch ein wenig mehr Kokosöl hinzugefügt werden. 

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Anschliessend kann der Topf vom Herd genommen werden und man lässt die Masse ein wenig abkühlen. Danach kann der Zitronensaft gleichmässig eingerührt werden. Bestenfalls kann man den Saft danach in ein dunkles Gefäss (hatte ich leider auch nicht zur Verfügung) abfüllen. 

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Jetzt kann der Saft direkt verwendet werden! Er lässt sich etwa drei bis vier Wochen lang lagern (jedoch muss die Erkältung bis dahin schon längst wieder verflogen sein!) Sollte er zu kalt bekommen, wird das Kokosöl wieder fest, dann kann der Saft unter dem warmen Wasser wieder geschmolzen werden (auch hier die Temperatur im Auge behalten!) 

Nun wünsche ich euch und euren Pferden natürlich einen guten Start in den Winter (ohne Infekt)! 

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