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Weidezeit für Pferde

Am Tag wird es wieder ganz schön warm und wir haben damit begonnen, unsere Pferde in der Früh auf die Weide zu lassen. Dies bringt mich zu meinem heutigen Blogg Thema. Alle wichtigen Infos zur Weidezeit bei Pferden.

Warum überhaupt auf die Weide?

Pferde sind mit einem natürlichen Futtersuchtrieb ausgestattet. Sie sind es gewohnt, das Futter während dem Laufen aufzunehmen. Das dient für sie als Entspannung und ist absolut arttypisch. Die Weidezeit ist eigentlich die natürlichste Futterquelle für unsere Vierbeiner. Dazu kommt, dass die Pferde ihre Köpfe lüften können und die Herde sich zusammenstellt.

Dazu kommt die Gesundheit der Pferde! Pferde sind vegetarische Dauerfresser. Sie sind nicht wirklich ab der Menge Futter satt, viel mehr durch die Kauhäufigkeit die dadurch entsteht. Grobes Futter macht somit schneller satt als feines Heu. Wenn der Kaumuskel müde ist, hat das Pferd keinen Hunger mehr. Optimaler Weise frisst ein Pferd in der Natur ca. 16 Stunden. Das ist ganz schön viel, da wir ja alle die Rechnung kennen, dass wir 1.5 Kilo Heu pro 100 Kilo Pferdegewicht rechnen. Wenn ich meinen 400 Kilo schweren Isländer nehme gibt das 6 Kilo Heu am Tag.

Wer sein Pferd schon einmal beim Fressen beobachtet hat, weiss, dass ein Kilo Heu rund 45 Minuten Fresszeit bedeutet. So kommen wir also nicht einmal auf 6 Stunden Futterzeit.

Mit der Weide können wir also Bewegung und Fresszeit verlängern und verbessern.

Je weniger Futterpausen entstehen, umso weniger Magendarm und Stoffwechselprobleme tauchen auf.

Wie weiden wir an?

Wir haben das grosse Glück, dass unsere Pferde das ganze Jahr auf die Weide könne, somit müssen wir die Weidezeit nicht allzu genau durchplanen. Wir rechnen aber ganz einfach, alle zwei Tage fünf Minuten mehr Weide. Das heisst so viel wie am Montag starten wir mit fünf Minuten, am Mittwoch sind wir auf zehn Minuten, am Freitag auf fünfzehn Minuten und so weiter. Hier gilt, lieber ein mal weniger mit der Zeit hoch fahren als einmal weniger. Dazu hilft es, wenn man den Kot der Pferde kontrolliert und gut schaut, dass keines an Durchfall leidet.

Pferdekot darf übrigens nicht als Dünger verwendet werden! Kontrolliert eure Weide wöchentlich und nehmt allfälligen Mist mit.

Vor der Weidezeit ist es ebenfalls sehr wichtig, die Pferde zu entwurmen.

 

Mythos Gras als Dickmacher?

Ich höre immer wieder, mein Pferd ist so dick wegen der Weide. Naja, dass kann durch aus sein, muss aber nicht! Im Gras sind natürliche Kohlenhydrate enthalten. Die bringen zusätzlich einen hohen Nährwert mit. Es kommt aber sehr auf das Pferd und auch auf die Grassorte an.

Klee Grass Weide wie wir sie haben sind noch Nährstoffreicher. Für Zuchtpferde optimal, für unsere Freizeitpferde fast zu viel des Guten. Sie sind eher leichtfertig und wir müssen diesen Punkt immer ein wenig im Auge halten. Leicht futtrige Pferde sollten nicht allzu lang auf der Weide stehen. Wie bei allem gilt es, das Pferd zu beobachten und lieber weniger als mehr zu machen.

Wie machen wir es?

Wie oben scho gesagt, unsere Weide hat sehr viel Klee. Wir müssen die Weidezeit also auf 1.5 Stunden begrenzen. Dazu kommen pro Pferd ca. 4 Kilo Heu. Wir fahren jetzt seit einem Monat so und sehen vom Gewicht her noch keine Änderungen. Die Pferde kriegen alle 6 Stunden Heu. Dies ermöglicht uns, die Weide als Topping zu verwenden. Aktuell kriegen die Ponys um vier Uhr in der Früh ihr Heu. Danach geht das Weidetor um 5 Uhr auf. So können wir garantieren, dass die Pferde nicht mit leerem Magen und Kohldampf auf die Weide gehen. Danach holt einer von uns die Pferde gegen 6.30 Uhr rein. Frühstück in Form von Heu gibt es dann um 10 Uhr wieder. Danach folgt um 16 Uhr die dritte Portion und um 22 Uhr das Nachtessen. So decken wir alle 6 Stunden eine Portion mit den Futterautomaten ab.

Die Weide kann einmal am Abend oder auch in der Nacht geplant werden. Je nach Wetter kann das sehr wertvoll sein. Wir fahren mit diesem Konzept sehr gut. Die Pferde wirken satt und nicht hungrig, dass merkt man in der Herde sehr gut. Es gibt praktisch keine Rangeleien um Futter. Wir garantieren unseren Pferden genügend Futterplätze, so dass jeder alleine essen kann, wenn er will. Wir beobachten oft über die Kameras, dass die Pferde gar nicht alleine essen wollen, sondern einfach immer miteinander die Futterstellen abarbeiten.

Auf der Weide tragen unsere Pferde tagsüber immer eine Fliegenmaske. Grundsätzlich, auch im Paddock, haben unsere Jungs in der Mückenzeit immer Fliegenmasken auf.

KERBL

Fliegenmaske mit Ohrenschutz und Nüsternkordel - schwarz

CHF 19.90Zum Produkt

Zweimal am Tag, immer in der Früh und am Abend wenn die Letzte nachhause geht, werden die Pferde von Kopf bis Fuss mit Mückenspray eingesprüht. Bis dato haben wir damit ganz gut die Stiche im Griff!

Cavalor

Sw-Itch

CHF 42.90Zum Produkt

Körperstellen die schon verstochen sind, reibe ich täglich mit Kokosfett ein. Das hilft bei unseren super gut und hat den Vorteil, dass es auch als Mückenschutz dient.

Auch wenn die Pferde um 5 Uhr ohne Fliegenmaske auf die Weide gehen, hält der Mückenschutz bis anhin noch an. Wir verbuchen keine schlimmen Mückenstiche und ich hoffe, dass bleibt so.

Unsere Lösung ist sicherlich eine Luxusvariante. Die Pferde können via automatisch gesteurtes Tor raus und kriegen vorher in aller hergottsfrüh Heu. Wer das nicht so handhaben kann, soll darauf achten, dass die Pferde trotzdem nicht in der prallen Hitze auf die Weide müssen und vor dem Weidegang einen Happen Heu zwischen die Zähne kriegen.

 

Ich wünsche euren Pferden viele schöne Weidestunden.

Xenia mit Aeringi

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