WEG - Die Disziplinen Teil 3

Bisher habe ich euch im ersten und zweiten Teil der Serie die Disziplinen Dressur, Paradressur, Springen und Voltigieren vorgestellt. Heute möchte ich mich der Vielseitigkeit und dem Fahren widmen, zwei Sportarten die sehr gut zusammen passen, weil beide aus je drei Teilprüfungen bestehen.

Vielseitigkeit
Die Krone der Reiterei, bestehend aus Dressur, Gelände und Springen wird an den Weltreiterspielen auf dem Niveau CIC**** ausgetragen. Es gibt zwei Medaillensätze zu holen, für die Einzelwertung und für die Mannschaft. Beide Wertungen werden in der selben Prüfung entschieden, da es für die Pferde nicht möglich ist zwei Tests innert kurzer Zeit zu laufen.
Die Vielseitigkeit wird vom 28. bis 31. August ausgetragen. Dressur und Gelände finden auf der eindrucksvollen Anlage des Haras national de Pin statt, das abschliessende Springen in der Hauptlocation, dem d’Ornano Stadium.
Gestartet wird der Wettkampf mit der Dressur, wo alle Konkurrenten das selbe Program reiten. In der Vielseitigkeit wird mit Strafpunkten gewertet, darum müssen die Prozente die im Vierreck erreicht werden in Strafpunkte umgerechnet werden. Das Paar mit den wenigsten Punkten übernimmt die Führung nach der ersten Teilprüfung.
Hauptereignis der Vielseitigkeit ist natürlich das Gelände ganze 31 Hindernisse mit 45 Sprüngen gibt es auf einer Strecke von rund 8500m zu überwinden. Bei einem vorgeschriebenen Tempo von 570 Meter pro Minute sind die Konkurrenten 11 Minuten unterwegs, Überschreitung der Zeit wird mit Strafpunkten geahndet, ebenso Verweigerungen. Ein Sturz führt zum Ausschluss. Vor und nach dem Gelände müssen die Pferde in der Verfassungsprüfung dem Veterinär vorgeführt werden. Er entscheidet ob die vierbeinigen Athleten fit genug sind, die Prüfung weiterzuführen.
Denn den Abschluss der Prüfung macht noch das Springen, hier zeigt sich die Fitness der Pferde, ob sie nach dem anstrengenden Geländetag den Parcours mit 130 cm Höhe noch fehlerfrei überwinden können. Wie in einer normalen Springprüfung gibt es für Stangenfehler, Verweigerungen und Zeitüberschreitung Strafpunkte, die zum Resultat nach Dressur und Gelände dazuaddiert werden.
In den letzten Jahren waren die Titelkämpfe hauptsächlich in der Hand der Neuseeländer, Engländer, Australier und Deutschen. Bei den Einzelreitern ist derzeit Michael Jung mit La Biosthetique Sam das Mass aller Dinge. Er ist der aktuelle Welt- und Europameister (2011 mit Sam und 2013 mit Halunke) sowie Olympiasieger im Einzel und der Mannschaft.

Fahren
Die ebenfalls drei Teildisziplinen beinhaltende Fahrprüfung wird mit Vierspännern ausgetragen. Auch hier wird die Einzel- und die Teamwertung innerhalb einer Prüfung entschieden. Diese wird vom 4. bis 7. September auf der Rennbahn La Prairie stattfinden.
Den Anfang macht die Dressur, wie bei den Reitern wird auch bei den Fahrern ein Programm in allen Gangarten auf einem Viereck mit den Massen 100 x 40 m absolviert und von Richtern benotet.
An Tag zwei folgt der Marathon, analog zum Gelände in der Vielseitigkeit das Hauptereignis der Prüfung. Die Geländestrecke wird bei den Fahrern in mehrere Abschnitte unterteilt, bei den Weltreiterspielen sind es deren drei. Teil eins ist ein Warm Up, eine Strecke über acht Kilometer, die in einer bestimmten Zeit in beliebiger Gangart zurückgelegt werden muss. Teil zwei ist eine Erholungsphase, ein Kilometer Schritt ohne Zeitbegrenzung. Danach haben die Pferde zehn Minuten Pause, bevor es schliesslich auf die letzte und wichtigste Teilstrecke geht. Hier erwarten die Gespanne acht Hindernisse die Pferden, Fahrer und Grooms (sie stehen hinten auf der Kutsche und sind dafür zuständig in den Wendungen das Gefährt auszubalancieren) einiges abverlangen, da sie äusserst anspruchsvoll zu fahren und zudem mit einer Zeitmessung versehen sind. Die Sekunden welche die Fahrer zum absolvieren aller acht Hindernisse benötigt haben, werden mit den Strafpunkten der Dressur addiert und ergeben so ein Zwischentotal vor der letzten Teilprüfung, dem Kegel- oder Hindernisfahren. Dies ist das Pendant zum Springen in der Vielseitigkeit, auch hier gilt es einen Parcours zu absolvieren, nur besteht dieser aus Kegeln auf denen kleine Bälle platziert sind welche nicht heruntergeworfen werden dürfen. Immer zwei Kegel zwischen denen durchgefahren wird bilden ein Hindernis, der Parcours besteht aus 20 dieser Kegel-Paaren und muss so schnell wie möglich absolviert werden. Fällt ein Ball gibt es Strafpunkte, so wie auch für das Überschreiten der erlaubten Zeit.
Im Fahren gab es bisher einmal eine Goldmedaille für die Schweiz, erreicht von Werner Ulrich 1998 in Rom. Der erfolgreichste Fahrer an WEG ist der Holländer IJsbrand Chardon, welcher schon sich 9 Einzel- und Mannschaftsmedaillen umhängen lassen durfte.

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