WEG - Die Disziplinen Teil 2

Nach dem ich euch im ersten Teil die Dressur und die Paradressur vorgestellt habe, möchte ich heute über den Austragungsmodus und die Geschichte der Disziplinen Springreiten und Voltigieren berichten.

Springreiten
Als eine der Hauptdisziplinen der WEG werden alle Augen der Reiterwelt vom 2. bis 4. September auf das d’ Ornano Stadium, wo die Springreiter um die Medaillen kämpfen gerichtet sein. Zwei Medaillensätze sind zu vergeben, für die Team- und die Einzelwertung. Ausgetragen werden die Titelkämpfe über vier Runden. Der Einstieg für alle Teilnehmer ist ein Zeitspringen nach Wertung C, so startet jeder Reiter, ausgenommen der Sieger mit Punkten auf seinem Fehlerkonto. Denn die Sekunden die jeder andere Reiter langsamer ist als der Sieger zählen als Fehlerpunkte, Stangenfehler ergeben vier Sekunden Strafzeit. Diese Prüfung zählt sowohl zur Team- wie auch zu Einzelwertung. Am zweiten Tag geht es weiter mit der Entscheidung des Teamwettkampfs. Dieser wird nach Nationenpreiswertung über zwei Umgänge ausgetragen, wobei für den zweiten Umgang nur noch die zehn besten Equipen und die Einzelreiter zugelassen sind. Nun steht fest wer die Medaillenträger der Nationenwertung sind, jetzt geht es für die 30 besten Einzelreiter noch um die Podestplätze. Es geht über zwei Umgänge nach Fehlern und Zeit. Doch auch nach diesen insgesamt fünf Parcours steht noch nicht fest, wer für die nächsten vier Jahre den Weltmeistertitel tragen darf. Denn nun geht es für die vier besten Reiter der Rangliste noch in den Pferdewechselfinal, ein Modus der einzig an den Weltreiterspielen so durchgeführt wird. Alle Reiter beginnen wieder bei Null, sprich die Punkte der vorangegangenen Prüfungen zählen nicht mehr. Jeder der vier Reiter absolviert das Aufwärmen und den Parcours zuerst mit seinem eigenen Pferd. Danach werden die Pferde getauscht, die Reiter haben jeweils drei Minuten Zeit und zwei Probesprünge zur verfügung um die Pferde der Gegner kennenzulernen. Sie dürfen ihren Sattel benützen, der Rest der Ausrüstung des Pferdes darf nicht verändert werden. Es ist ein äusserst spannender Modus der den Reitern aber auch den Pferden einiges abverlangt, sie müssen sich in kürzester Zeit auf den neuen Partner einstellen und dies drei Mal hintereinander. Da ist von Reiterseite einiges an Einfühlungsvermögen nötig, denn manche der vierbeinigen Spitzenathleten sind hoch sensibel und sehr auf ihren Reiter eingestellt. Bei den WEG 2002 in Aachen gelang drei der vier Finalreitern das Kunststück mit allen Pferden makellos zu bleiben, sie mussten um die Medaillen stechen. Als Sieger ging Jos Lansink mit Cumano hervor. Für die Schweiz gab es bisher im Springen an WEG lediglich zwei Medaillen, Bronce für das Team 1994 in Den Haag und ebenfalls Bronce für Willi Melliger mit Calvaro 1998 in Rom. Wer unsere Landesfarben dieses Jahr in der Normandie vertreten wird lest ihr HIER.

Voltigieren
Im Voltige werden dieses Jahr vier Medaillensätze vergeben, einen für das Team, je einen für die Einzel der Damen und Herren und einen für das Pas de deux. Für den Teamwettkampf, bei dem je nach Figur bis zu drei Personen gleichzeitig auf dem Pferd sind, werden nicht wie in den anderen Disziplinen einfach die besten Sportler jeder Nation zusammengezogen, sondern die erfolgreichste bestehende Mannschaft jedes Landes wird nominiert. Da das Zusammenspiel der Athleten so eingespielt ist und das Vertrauen, auch gegenüber Longenführer und Pferd eine sehr grosse Rolle spielt, wäre es gar nicht möglich Voltigierer die sich nicht kennen zusammen antreten zu lassen. Obwohl das Pferd beim Voltigieren eher etwas im Hintergrund steht, spielt es doch eine sehr wichtige Rolle im Kampf um Sieg und Niederlage. Es muss absolut zuverlässig seinen Job machen, ein regelmässiger, ruhiger Galopp ohne Ruckler und Tempounterschiede ermöglicht es den Athleten sich sicher auf dem Pferderücken zu bewegen. Das Voltigieren ist die bisher stärkste Disziplin der Schweiz. Mit insgesamt fünf Medaillen, davon vier goldenen durften sich die schweizer Voltigierer schon auszeichnen lassen. Der aktuelle Weltmeister der Herren heisst so auch Patric Looser, er wird jedoch nicht zu einer Titelverteidigung antreten. Wer an seiner Stelle dabei sein wird, wenn in der Zénith Arena vom 2. bis 5. September die Titelkämpfe stattfinden, lest ihr HIER.

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