Was hilft: bei trockenen, rissigen und spröden Hufen? Teil II

Im ersten Teil habt ihr mehr über den Huffestiger KERALIT erfahren. Nun geht es um das Hufvitamin Biotin.

Da wir Gipsy’s-Hufe natürlich auch von innen stärken wollen, haben wir uns auch mit dem “Hufvitamin” Biotin beschäftigt. Dazu habe ich von Frau Dr. Susanne Weyrauch einen interessanten Bericht gefunden:

Tägliche Zufuhr-Sicherung
Biotin wird wie die anderen B-Vitamine, über die Dickdarmflora des Pferdes synthetisiert. Zusätzlich gelangen die Vitamine des B-Komplexes (ausser B12) über alle Grünfuttermittel, sowie deren Konservate (Heu und Silage) in die Futterration. Getreide, Getreideprodukte und in besonderem Masse Hefen verfügen über hohe Mengen Vitamin B. Biotin selbst befindet sich vor allem in den Blättern von Grünfuttermitteln. In der menschlichen Ernährung sind vor allem tierische Produkte wie Leber, Niere und Eigelb reich an Biotin, was zeigt, dass Biotin zumindest kurzfristig dort gespeichert wird.

Geringe Speicherfähigkeit
Leider sind die wasserlöslichen Vitamine nicht so speicherfähig wie es die fettlöslichen Vitamine sind. Daher ist eine kontinuierliche Versorgung (durch Zusatzfuttermittel) nötig. Überschüsse werden zudem über die Niere ausgeleitet.

Zahlreiche Funktionen im Stoffwechsel
Biotin wirkt als Koenzym bei der Übertragung von Kohlenstoff. Diese Eigenschaft macht es zu einem wichtigen Bindeglied zwischen dem Kohlenhydrat- und dem Fettstoffwechsel. So hängt zum Beispiel die Fettsäuresynthese u.a. von Biotin ab. Auch bei der Umwandlung von Pyruvat in Fructose und schliesslich Glucose, der sogenannten Gluconeogenese (einer Art Entgiftung) ist Biotin beteiligt.

Mangelerscheinungen
Möglich sind unspezifische Symptome, wie Appetitlosigkeit, Depressionen und Erschöpfungszustände, Lähmungserscheinungen, sowie Fruchtbarkeits- und Laktationsprobleme. Beobachtet wurden Hautveränderungen, Haarausfall und Haarverfärbungen (Haut borkig oder schuppig). Bei Gipsy fielen sogar die Haare rund um die Augen aus. Muskelstoffwechselstörungen wie Kaliummangel oder eine verminderte Entsäuerung des Muskels wurden einhergehend mit Muskelschmerzen festgestellt. Und in der Leber ist die Eiweisssynthese (unter Biotinmangel) gestört.
Wer mehr über die Sicherung der B-Vitamine erfahren möchte, kann dies unter diesem Link

Die körpereigene Biotinsynthese anregen
Biotin kann dem Pferd, zum Beispiel als ein Baustein zur Verbesserung der Hufsituation, in Form von Biotinpräparaten verabreicht werden. Da das Vitamin sehr teuer ist, ist es jedoch sinnvoll, langfristig die körpereigene Biotinproduktion des Pferdes anzuregen, um teure Zusätze zu vermeiden.
Hierfür gilt ebenso wie für die Bildung aller anderen B-Vitamine, dass bei der Fütterung auf die ausreichende Zufuhr von einwandfreiem Heu (1 bis 1,5 Kilogramm pro 100 Kilogramm Lebendgewicht) geachtet wird und die übrige Futterration dem tatsächlichen Nährstoffbedarf entspricht. Auch die Kraftfutterration sollte dem tatsächlichen Energiebedarf entsprechen.
Das richtige Verhältnis zwischen Rau- und Kraftfutter spiegelt sich auch in einem angemessenen und nicht zu sauren pH-Wert des Darms wieder, der die Biotinsynthese unterstützt.

Ebenfalls weisst Frau Dr. Weyrauch darauf hin, dass eine Überfütterung mit Weidegras, aber auch Getreide zu Protein- oder Stärkeüberschüssen führen kann, was die Dickdarmflora schädigt und somit die lebenswichtige körpereigene Biotin- wie auch die Synthese aller anderen B-Vitamine einschränkt.

Gipsy rüsten wir daher momentan noch mit einem Biotin- Zusatzfuttermittel aus, da wir die perfekte Futtereinstellung bzw. Dosis bei ihr leider noch nicht gefunden haben.
Special’s Hufe sind für sein Alter ziemlich gut, weshalb er dieses Vitamin lieber mit dem Leckstein von Horslyx aufnimmt, welcher ebenfalls reich an Biotin und Zink ist und somit zur Hufstärkung beitragen kann.

Hier
findet ihr zudem weitere Produkte von reitsport.ch mit Biotin.

Zum Schluss: Demnächst folgt dann noch ein Bericht über Reparaturen am Huf, sowie die Behandlung bei Strahlfäule etc.

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