Was hilft: bei trockenen, rissigen und spröden Hufen? Teil I

Uff war das ein Schock, als ich letztens bei der Hufpflege, Gipsy’s Huf einmal genauer begutachtete.
Eigentlich sind wir es uns schon gewöhnt, dass sie im Sommer an trockenen Hufen leidet und es dann manchmal halt auch einige Risse gibt.
Doch DIESMAL war es wirklich ein riiiesiger Riss bzw. eine Hornzersetzung im Nagelbereich.

In solchen Fällen erkundigen wir uns bei mehreren Personen, wie wir am besten vorgehen sollen und von allen bekommt man wieder eine andere Antwort. "nimm die herausstehenden Nägel raus" beim Einen und "lass sie drin" beim Anderen.
Also mussten wir wohl oder übel wieder unseren Vertrauens-Hufschmied am Wochenende stören.

Wir nahmen also auf seinen Rat hin den Nagel, welcher gefährlich herausblickte heraus und zogen ihr als Schutz vor den anderen Nägel eine Hufglocke an. 


Auch wenn es für ihn nur eine Lappalie darstellte (er stülpte eine Art Gummi solange über das Loch, bis die Hufe dann sowieso wieder fällig waren), informierten wir uns dennoch weiter, was die beste Vorbeugung bei trockenen Hufen darstellt.
In Online-Foren stiess ich immer wieder auf das gleiche Produkt: KERALIT


Massnahmen zur Vorbeugung:
So haben wir uns gedacht: “Ausprobieren schadet ja nicht!” und ebenfalls einen solchen Huffestiger bestellt.
Zur Verbesserung der Hornqualität werden oft Vitamine und Spurenelemente gefüttert, diese haben aber nur solange Einfluss auf die Hornqualität, wenn dieses gebildet wird und ein Mangel an essentiellen Nährstoffen überhaupt besteht.
Unterhalb des Kronrandes besteht das Horn aus „totem Zellmaterial“, welches durch die Nährstoffe aus der Blutbahn nicht mehr erreicht werden kann. Wird am Kronenrand gesundes Horn gebildet vergeht nahezu ein Jahr bis dieses den Tragerand erreicht.

Die Hornschädigungen entstehen beim barhufigen wie auch beim beschlagenen Pferd primär am Tragrand- und im Nagelbereich. 

Der Hersteller verspricht folgendes:
Durch die Anwendung von einem KERALIT HUFFESTIGER, wird das Horn gefestigt und wesentlich strapazierfähiger. Bereits nach zweiwöchiger Anwendung bemerkt man in diesen Bereichen ein leicht glänzendes Aussehen des Horns, sowie einen festeren Klang der Hufe auf hartem Boden.
Der Hornabrieb barhufiger Pferde wird stark vermindert, Tragrand, Sohle und weisse Linie werden wesentlich fester und belastbarer. Die Eisen beschlagener Pferde sitzen fester, der Huf wird geschont. Bei dem geschädigten Huf wird die noch brauchbare Hornsubstanz stabilisiert und weitere Schädigung vermieden.


TEST: Hufprobleme mit KERALIT HUFFESTIGER entgegenwirken?
Der KERALIT HUFFESTIGER ist eine flüssige Wirkstoffkombination, die im Hufhorn vorkommende Proteine, (insbesondere das Gerüstprotein Keratin) stabilisiert und festigt. Die Keratinmoleküle als Hauptbestandteil des Horns bilden dann, mit benachbarten Molekülen und Proteinketten vermehrt neue Bindungen aus.
Weshalb dann vorhandene Bindungen durch einen eingelagerten Wirkstoff geschützt werden. Eine entscheidende Erhöhung der Festigkeit und Abriebbeständigkeit des Hufhornes ist daraus das Resultat, ohne eine Beeinträchtigung des Hufmechanismus und des natürlichen Wasserhaushaltes zu riskieren. KERALIT HUFFERSTIGER hinterlässt keinen Wasserundurchlässigen Überzug wie viele andere Hufschutzpräparate.
Zudem stabilisiert der Festiger nur die Keratinmoleküle direkt an der Hornoberfläche, sodass die Schichtdicke des stabilisierten Hornes ca. 0,4-0,5mm bei gesundem Horn beträgt. In Risse und Spalten kann der Huffestiger durch seine dünnflüssige Form leichter eindringen. Dies verhindert weitere Hornzersetzungsprozesse auch bei abgedeckten Hornschäden. Z.B. auch unter dem Hufeisen.
Es wird somit nur das Horn, welches direkt mit Abrieb oder mit Schadstoffen wie Ammoniak, Bakterien und Pilzen konfrontiert wird stabilisiert. Eine unnatürliche Aushärtung des Hornes oder Austrocknung, welche eine Verminderung der Elastizität der Hornkapsel bedeuten würde, findet also nicht statt.


Für welche Pferde eignet sich KERALIT HUFFESTIGER:
Der KERALIT HUFFESTIGER kann grundsätzlich für alle Pferde, Ponys, Esel und andere Huftiere verwendet werden. Sogar in zoologischen Gärten werden z.B. auch Nashörner und Panzer von Landschildkröten damit behandelt.

Bei barhufigen Pferden zur Festigung von Tragerand, Sohle, weisser Linie sowie zur Verminderung des Hornabriebes.


Bei Pferden mit ungenügendem Hornwachstum und schlechter Hornqualität.


Bei beschlagenen Pferden mit lockeren Eisen.

Bei rissigen Hornwänden zur Erhaltung von Hornsubstanz und Hornkapsel. ( à la Gipsy)

Bei “fühligen" Pferden als Ersatz der Hufeinlagen.

Bei allen Pferden mit zu niedrigen Trachten und Stellungsfehlern
u.v.m.


Gebrauchsanweisung lesen!
Wie üblich, ignorierte ich bei der ersten Anwendung die Anweisung komplett. “kann ja nicht so schwierig sein, schliesslich pflege ich die Hufe auch sonst regelmässig”, dachte ich mir. Aber FALSCH gedacht. Denn ich machte dabei alles falsch 8-/


Der KERALIT HUFFESTIGER wird bei barhufigen Pferden von unten auf den Tragrand, die weisse Linie und falls das Pferd fühlig ist, auch auf die Sohle aufgetragen. Von der Seite ca. ¼ -1/3 der Hufwandhöhe einpinseln.


Bei beschlagenen Pferden wird die Hornwand bis einschliesslich der Nagellöcher eingepinselt. Der Huffestiger soll besonders in die alten Nagellöcher eindringen und unter das Eisen laufen können. Die Hufsohle kann falls nötig ebenfalls behandelt werden. Dies kann sogar die Verwendung von Einlagen und Ledersohlen ersetzen.

Die Behandlung erfolgt in der Regel 1-2 x wöchentlich. Bei extremer Hornzersetztung anfangs auch jeden zweiten Tag.


Der Flascheninhalt von 250ml reicht für ca. 3-4 Monate (beim Warmblut, barhufig) und bei beschlagenen Pferden sogar bis zu 6 Monate.


Häufige Fragen, welche ich mir natürlich auch gestellt habe:


-Darf KERALIT auch am feuchten Horn aufgetragen werden?
Ja, der Festiger kann auch problemlos am feuchten Horn angewendet werden.
Die Aufnahmefähigkeit des Hornes ist dann nur begrenzt, so dass eine Anwendung öfters nötig ist.
Jedoch die Anwendung an patschnassen oder frisch gefetteten Hufen ist weniger sinnvoll und hat lediglich desinfizierende Eigenschaften.

-Darf KERALIT auch am Hufstrahl angewendet werden?
Grundsätzlich ist der Huffestiger für das Strahlhorn absolut unschädlich.
In der Gebrauchsanleitung wird nur aus nachfolgendem Grund von einer ständigen Verwendung des Huffestigers am Strahl abgeraten, da das Strahlhorn ein amorphes, also im Gegensatz zum Wandhorn, ungerichtetes Weichhorn mit ca. 40% Wasseranteil ist.

Der Strahl sollte eine gummiweiche-elastische Konsistenz haben.
Durch sich ändernde Umweltbedingungen (Regen und Trockenheit) variiert die Härte des Strahls häufig extrem. Bei extremer Trockenheit im Sommer wird das Hufhorn, insbesondere das Weichhorn des Strahls wesentlich härter.
Der Strahl kann dann die dämpfende und hufweitende Tätigkeit nur noch vermindert ausführen. Das Weichhorn reagiert an der Oberfläche auf den Huffestiger ebenfalls mit einer Stabilisierung, was bei dem bereits durch Trocknung gehärteter Strahlsubstanz unangebracht wäre. Es spricht also nichts gegen eine Verwendung des Huffestigers im Strahlbereich falls dieser tatsächlich zu weich ist. Dies sollte sicherheitshalber lieber mit dem Tierarzt bzw. Hufschmied/-Pfleger besprochen werden.


Bitte beachten:
Der KERALIT HUFFESTIGER ist nicht für Kinderhände geeignet.

Dopinghinweis:
Keine Dopinggefahr bzw. keine Wartezeit nötig.


Bei Interesse, gebe ich anschliessend gerne einen Erfahrungsbericht ab, wie Gipsy auf das neue Produkt reagierte, da wir uns momentan ja ebenfalls noch in der Testphase befinden.


Im zweiten Teil erfährt ihr mehr über unsere zweite “Vorbeuge-Massnahme” durch das Hufvitamin Biotin.

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