Warum muss ich mein Pferd entwurmen?

Kurzer Ausflug in die Geschichte der Darmparasiten: Zum Tod vieler Pferde führte früher vorallem der grosse Strongyliden. Um das Jahr 1940 herum experimentierte man sogar mit ersten Antiparasitika, die noch per Nasenschlundsonde verabreicht wurden und starke Nebenwirkungen hatten. Der Durchbruch im Kampf gegen Parasiten erfolgte dann Mitte der 60er Jahre, als die ersten oral zu verabreichenden Wurmkuren auf den Markt kamen.  Durch das Regelmässige Entwurmen sind auf den Notfallstationen der Kliniken kaum mehr Pferde mit perforierten Därmen anzutreffen. Wie auch beim Impfen, wo die jeweilige Krankheit ja zurückkehren kann, wenn nicht konsequent und regelmässig geimpft wird, breiten sich auch Darmparasiten beim Pferd wieder aus, sobald der Druck auf sie nachlässt, sprich weniger konsequent entwurmt wird.

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Bild: http://www.svpm-asme.ch/fileadmin/sektionen/svpm/pdf_doc/Brosch%C3%BCre_Pferdeparasiten.pdf 

Eine gewisse Anzahl Parasiten im Pferdekörper ist übrigens unvermeidlich – gefährlich wird es erst, wenn der Befall zu gross ist. Eigentlich müssten wie ja schon etwas Verständnis für den Wurm oder Parasiten haben, denn wie alle anderen Lebewesen auch, will der Wurm oder Parasit ja nur überleben und seine Bedürfnisse befriedigen. Das Problem bei dem Ganzen ist nur, dass Parasiten ziemlich erfolgreiche, unersättliche Organismen sind, die über raffinierte Überlebenstaktiken verfügen: sie vermehren sich einfach immer weiter und werden dann dadurch zur Gefahr für unsere Lieblinge – solange man sie nicht aufhält!

In der heutigen Pferdehaltung hat man leider meist einen grossen Bestand auf engem Raum, sprich die Weidefläche ist begrenzt und somit ein Schlaraffenland für die Parasiten uns Würmer. Bekämpft man diese nicht wirksam, breiten sie sich beliebig aus und erhöhen dadurch den Infektionsdruck auf ihren Wirt – das Pferd – und sind in der Lage, ihm beträchtliche gesundheitliche Schäden zuzufügen.  Ist Dein Pferd schlapp, hat keine Lust zu arbeiten und sieht das Fell stumpf und glanzlos aus? Dann könnte ein Wurmbefall vorliegen. Jetzt im Spätherbst nach der Weidesaison machen vor allem die Larven der Dasselfliege den Pferden zu schaffen. Aber auch schwerere Schäden an den inneren Organen wie Lunge, Magen und Darm können befallen werden. Letztere führen nicht selten zu schweren Koliken …und genau hier hört das Verständnis für den Wurm auf, denn jetzt geht es um die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer geliebten Pferde.

Zum guten Glück können Parasiten ja erfolgreich bekämpft werden und unsere Lieblinge geschützt. Doch was muss ich alles Beachten um dem Wurm den Garaus zu jagen?

Eine gute Hygiene im Stall und auf der Weide mit regelmässigem Entfernen der Rossbollen hilft, den Wurmdruck einzudämmen.

Aus dem Pferdekörper bringt man die Würmer und andere Parasiten nur mit einer Wurmkur. Die heutigen Wurmkuren sind als Pasten oder in Tablettenform erhältlich und enthalten Wirkstoffe, die für das Pferd sehr gut verträglich sind, für den Wurm jedoch nicht. Wenn man den Hygienefaktor und die regelmässige Entwurmung mittels Wurmkur berücksichtigt, sollte man also diesen Parasiten erfolgreich an den Kragen gehen können. Die meisten der Parasiten und Würmer, welche gesundheitsschädigend für unsere Pferde sind, konnten so in den letzten Jahren im Bestand erfolgreich kontrolliert und reduziert werden. Somit sollten gravierende Gesundheitsprobleme hervorgerufen und den Wurm, in unserer Region, behoben sein.

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 Bild: http://pferdialog.de/

Entwurmung von Fohlen und Jungpferde

Gerade bei Fohlen und Jungpferden ist das Immunsystem besonders anfällig für Würmer und Parasiten und kann deren Entwicklung vehement stören, was zu irreparablen Schäden führen kann. Daher ist eine ausnahmslose, regelmässige Entwurmung bei Jungtieren ab der ersten Lebenswoche so wichtig!

 

 

Dosierung der Wurmkur

Die Dosierung der Wurmkur ist so eine Sache, denn wie schwer ist mein Pferd denn eigentlich? Am besten wäre es natürlich man würde sein Pferd wiegen. Leider ist dies nicht allen möglich. Zudem schätzen die meisten Besitzer Ihre Pferde „zu leicht“ ein. Beachtet werden muss, dass das heutige Warmblutpferd schwerer und grösser ist und somit mehr als 600 kg wiegt.

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Resistente (widerstandsfähige) Parasiten

In der heutigen Zeit spricht man ja nicht nur in der menschlichen Medizin von Resistenz, sprich der Widerstandsfähigkeit. Wie auch wir Menschen gegen z.B. gewisse Antibiotika-Mengen oder -Arten resistent sind, kann auch der Wurm gegen schädliche Einflüsse der Umwelt, also Wurmkuren, resistent werden. Dass gewisse Substanzen ihre Wirkung verlieren können ist also zu recht beängstigend. Es gibt bereits Wirkstoffe, gegen welche Würmer Resistenzen entwickelt haben. Umso wichtiger ist, dass man mit den verbleibenden Wirkstoffen sorgfältig umgeht. Dazu gehört auch die richtige Dosierung. Wurmkuren dürfen auf keinen Fall zu niedrig dosiert werden. Bekommt das Pferd zu wenig Wurmkur – sei es weil die Hälfte im Stroh landet oder das Gewicht des Pferdes untergeschätzt wurde, dann wirkt das Mittel nicht richtig, ein Teil der Parasiten überlebt und wird mit der Zeit resistent. Ebenfalls sollte man sich jeweils mit dem Tierarzt absprechen um eine gewisse Diversität und Abwechslung der Entwurmungsmittel zu erhalten. Es ist auch nicht jedes Antiparasitika zur jeder Saison richtig, denn nicht alle Parasiten und Würmer haben zur selben Jahreszeit Hochbetrieb.

 

Bandwürmer

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 Bild: http://www.svpm-asme.ch/fileadmin/sektionen/svpm/pdf_doc/Brosch%C3%BCre_Pferdeparasiten.pdf 

Rundwürmer

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 Bild: http://www.svpm-asme.ch/fileadmin/sektionen/svpm/pdf_doc/Brosch%C3%BCre_Pferdeparasiten.pdf 

Magendassel-Larven

magendasselnBild: http://www.svpm-asme.ch/fileadmin/sektionen/svpm/pdf_doc/Brosch%C3%BCre_Pferdeparasiten.pdf 

Starker Wurmbefall - Heute eine Ausnahme

Dank konsequentem Entwurmen ist ein starker Wurmbefall wie auch dem Bild unten bei uns relativ selten – aber es gibt ihn immer noch! Dieses Bild wurde im Frühling 2013 im Auslauf einer Pferdebox im Kanton Zürich aufgenommen! Die nach dem Verabreichen einer Wurmkur ausgeschiedenen Würmer sind von blossem Auge sichtbar! Dieses Bild stellt ein Ausnahmefall dar. Häufig sind trotz starkem Befall keine Würmer im Kot erkennbar.

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 Bild: http://www.svpm-asme.ch/fileadmin/sektionen/svpm/pdf_doc/Brosch%C3%BCre_Pferdeparasiten.pdf 

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