Warm-up und Cooldown

Dass ein Pferd genauso wie wir vor einer sportlichen Betätigung aufgewärmt werden muss, weiss mittlerweile bestimmt jeder seriöse Reiter. Welche Möglichkeiten uns dazu zur Verfügung stehen und wie es richtig gemacht werden sollte erzähle ich Euch in meinem heutigen Blog:

 

Warm up‘s sind unerlässlich um sich körperlich und geistig auf eine bevorstehende Bewegung und Belastung vorzubereiten sowie um Verletzungen zu vermeiden. Doch diese Aufwärmphase beginnt keines Wegs erst sobald sich der Reiter im Sattel befindet:

Putzen

Genau, richtig gehört: beim Putzen beginnt die Aufwärmphase. Denn das Putzen ist eine fantastische Art und Weise um die Durchblutung sowie den Blutfluss des Pferdes zu erhöhen. Das Putzen kann Dir ebenfalls helfen zu erkennen, ob Dein Pferd an einer bestimmten Stelle allenfalls schmerzen hat. Durch eine überempfindliche Reaktion, wie z. B. ein Zucken, kann (muss aber nicht) Dir Dein Pferd zeigen wo etwas nicht stimmen könnte.

 

Dehnen

Mit einer kleinen und einfachen Übung kannst Du deinem Pferd fantastisch die Nackenmuskulatur vor dem Reiten lösen. Nimm dazu eine Karotte und halte diese (tief)zwischen die Vorderbeine Deines Pferdes. Jetzt muss es versuchen die Karotte zu fressen – dadurch streckt Dein Pferd die gesamte Oberlinie! Ebenso kannst Du die Karotte ca. höhe Steigbügel halten. Wiederum soll Dein Grosser versuchen die Karotte zu kriegen. Lass Dein Pferd mindestens zehn Sekunden in dieser Haltung. Natürlich solltest Du ihm zum Schluss die Karotte auch zum Fressen geben!

www-pderdfluesterei-de

Bildquelle: www.pferdeflüsterin.de

Massage

Mmmmmmhhhh... Wie auch wir, wird Dein Pferd eine wohltuende Massage bestimmt geniessen. Egal ob Du mit einem Massage-Striegel, einem vibrierenden Striegel, mit der Hand oder einer professionellen Versionwie der von Equilibrium die Massage vollziehst: Durch die Massage oder Vibration erhöhst Du die Durchblutung und den Blutfluss. Wenn Du diese Warm-Up Technik vor dem Training anwendest, wird Dein Pferd bestimmt gelöster unter dem Sattel die Arbeit antreten.

 

Warm-up unter dem Sattel

Gemäss neusten Studien ist es so, dass ein Pferd mindestens 15-20 Minuten braucht um durch und durch aufgewärmt zu sein.

Bitte Beachte, dass das Wetter hierzu auch noch seinen Beitrag leistet: Denn ist es draussen eisig kalt, braucht Dein Pferd länger um Aufgewärmt zu sein. Das ist nicht nur mein subjektiver Eindruck, sondern hängt damit zusammen, dass das Pferd bei Kälte länger braucht um seinen Organismus zu erwärmen. Aus diesem Grund sollest Du gerade in solchen kalten Tagen wie momentan herrschen, genügend Zeit zum Aufwärmen einkalkulieren.

Das Warm-up sollte aus lockeren Lösungsarbeiten bestehen, die das Ziel haben, die Muskulatur über dem Rücken, Hals, Lende etc. aufzuwärmen und auf die bevorstehende Arbeit vorzubereiten. Diese Lösearbeit sollte der Arbeitsphase unbedingt gleichgesetzt sein. Denn ohne korrektes Warm-up kannst Du Deinem Pferd Schaden.

 

Vor der Dressurstunde

Als lösende Übungen vor der Dressurstunde kannst Du die klassischen Übungen machen. Dazu gehören zum Beispiel: Gangartwechsel, vor allem Trapp-Galopp-Trab-Wechsel, häufiger Handwechsel, z. B. durch Schlangenlinien, Volte vergrössern und verkleinern und Tempowechsel.

 

Vor der Springstunde

Bereitest Du Dich auf die Springstunde vor, kannst Du zu den bereits genannten Übungen auch noch die Stangenarbeit als Distanzschulung mit einbeziehen oder auch einige Gymnastikübungen über Cavalettis einbauen.

 

Wichtig:

Wichtig für den Aufbau der eigentlichen Lösephase: Sie muss hinsichtlich Intensität und koordinativer Anforderungen vom Leichten zum Schweren führen und darf das Pferd nicht ermüden, sondern soll seinen Körper lediglich aktivieren.

 

Auf dem Turnier

Leider sehe ich oft auf Turnierplätzen das die Pferde bereits auf dem Abreitplatz Schweissgebadet und völlig ausser Atem sind. Dadurch kann es sein, dass das Pferd im Parcours die gewünschte Leistung nicht mehr bringen kann, da es mit Muskelermüdungen / -verkrampfungen und Atemprobleme zu kämpfen hat. Durch die körperliche Erschöpfung wird es um die mentale Leistung nicht besser stehen. Hier ist auch zu sagen, dass das genaue Gegenteil, sprich monotones und unmotiviertes Rumlaufen genau so wenig mit einer korrekten Aufwärmphase zu tun hat wie das schweissnasse Pferd.

 

Cooldown

Nach der Arbeit ist vor der Arbeit! Du kannst Dein Pferd noch so gut Vorbereitet und gearbeitet haben, wenn danach keine vernünftige Entspannungsphase folgt, nützt alles nichts. Lockeres Austraben oder gar Galoppieren, in der Vorwärts-Abwärtsbewegung, sprich in der Dehnungshaltung und anschliessend einige Runden im Schritt am langen Zügel sind wichtig um das Pferd langsam wieder in die normale Atmung zu bringen. Blutdruck und Puls nähern sich so den Normalwerten und die Regeneration des Organismus kann beginnen.

 pferde-de

Bildquelle: www.pfede.de

Fazit:

Zeit ist das A und O! Lass nicht aus Zeitmangel oder Bequemlichkeit die Aufwärmphase oder auch das Cooldown weg! Dein Pferd wird es Dir bestimmt im kommenden Ritt positiv Danken.

 

 

Was hast Du noch für Tipps zum Warm-up oder Cooldown? Was sind Deine Erfahrungen? Schreibe es in die Kommentare! Ich bin mir sicher, wir können alle davon profitieren!

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