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Voltigieren – Einklang von Mensch und Pferd

Voltigieren – Was ist das überhaupt?

Voltigieren kann man als „Turnen auf dem Pferd“ bezeichnen. Dabei befinden sich bis zu drei Personen gleichzeitig auf dem Pferd. Es stellt hohe Ansprüche an Körperspannung, Gleichgewicht, Kraft und Ausdauer. Voltigieren ist nach wie vor eine beliebte Sportart für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Es kann als Freizeitsport, Leistungssport oder auch als Vorbereitung für das Reiten dienen. Das Wort Voltigieren stammt aus dem Französischem vom Wort „voltigier“, was so viel bedeutet wie „herumflattern“.

Historischer Hintergrund

Wer vermutet das Voltigieren ursprünglich aus der Reiterei kommt, der hat völlig Recht. Mit den ersten berittenen Militäreinheiten wurden auch die ersten „Voltigierübungen“ trainiert. Wichtig war zum Beispiel schon immer, dass der Reiter, während das Pferd läuft, aufspringen kann. Die Sportart, hat also, ähnlich wie der Reitsport, militärische Wurzeln. Parallel zur Reitkunst während der Renaissance entwickelte sich ebenso das Voltigieren. Es galt in Adelskreisen als „in“, wie man heute sagen würde. Ab dem 19. Jahrhundert wurde das Voltigieren Teil der Kavallerie, vor allem mit dem zweck das Auf- und Abspringen zu trainieren.

Bei den olympischen Sommerspielen in Antwerpen 1920 wurde das Voltigieren unter dem Namen „Kunstreiten“ das erste und auch letzte Mal olympisch. Die teilnehmenden Unteroffiziere maßen sich untereinander als Mannschaften und im Einzelturnen. Auf dem Siegertreppchen der Mannschaft stand Belgien, gefolgt von Frankreich und Schweden. Bis zum heutigen Tag ist das Voltigieren nicht als olympische Sportart anerkannt.

Auch in der Schweiz war das Voltigieren Teil der Kavallerieausbildung. In der „Provisorischen Ausbildungsvorschrift für die Leichten Truppen“ (2.Teil Die Reitvorschrift) von 1939 ist dem Voltigieren ein Kapitel gewidmet. Hierbei dient das Voltigieren „zur gründlichen Vorbereitung eines Reiters“. Die Elemente helfen, „den Reiter mit den Bewegungen des Pferdes vertraut zu machen“. Als Folge dessen wird der Sitz des Kavalleristen gefördert. Das Training wird in zwei Teile gegliedert. Zum einen die Sitzübungen im Sattel, welche ohne Sattel und Zügel erfolgen und zum anderen das Voltigieren, bei dem „turnerische Übungen am Voltigepferd“ ausgeführt werden.

Im Jahr 1983 wurde das Voltigieren durch die FEI als internationale Sportart anerkannt. Seither finden im Abstand von zwei Jahren Europa- und Weltmeisterschaften statt.

Voltigieren – Heute

Voltigieren ist nach wie vor ein beliebter Pferdesport. In der Schweiz voltigieren aktuell 850 lizensierte Voltigierer. Obwohl das Voltigieren am Anfang vor allem aus statischen Elementen bestand, ist es heute zu einer sehr dynamischen und spektakulären Sportart geworden. Auch im Nationalen Pferdezentrum Bern wird vom Freizeitsport bis hin zu Weltspitzenniveau geturnt. Das Trainingskonzept sieht neben dem Training auf dem Pferd, auch das Training auf dem MOVIE (elektrisches Voltigierpferd) und in der Turnhalle, vor. Im Moment bestehen in der Abteilung Voltigieren neun Gruppen, von denen vier regelmäßig Wettkämpfe bestreiten. Dabei voltigieren im NPZ ca. 60-80 Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Wie erfolgreich das Trainingskonzept ist, zeigen die Erfolge unserer Voltigierer. Lukas Heppler (Weltrangliste 4. Platz) und Ilona Hannich, beides Voltigierer auf internationalem höchsten Niveau, sind nur zwei Beispiele für den Trainingserfolg. Am letzten Wochenende fuhren die NPZ-Voltigierer nach Belgien zum CVI ***, dort gewann Ilona Hannich im Einzel Silber. Mit ihrer Partnerin im Duo, Li Laffer, starteten die beiden ebenfalls durch und holten sich erneut Silber.

 

Der nächste Wettkampf


Die Vorbereitungen laufen schon seit langem. Unter der Leitung von OK-Präsidentin Gabie Laffer und Lukas Heppler wird geplant, geschrieben und geworben für das internationale Voltigierturnier in Bern, das CVI ***. Dieses wird im Zeitraum vom 7. – 10. Juni 2018 auf dem Gelände des NPZ ausgetragen. Partner der Veranstaltung ist unter anderem reitsport.ch. Wir freuen uns über deinen Besuch!
 

Autor: Hanna-Sophia Bruckert (NPZ Bern)
 

 

 

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