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Unterstützung im Fellwechsel

Der Fellwechsel beim Pferd fängt nicht erst mit den für uns sichtbaren Anzeichen (Abwurf des alten und spröde gewordenen, oft farblosen Winterfells im Frühjahr) an, sondern beginnt bereits einige Zeit vorher «im Stillen». Denn die Pferde stellen sich bereits mit Beginn einer zunehmenden Tageslänge (20. / 21. Dezember) hormonell auf den neuen Stoffwechsel ein. Aber auch die Aussentemperaturen nehmen Einfluss auf den Fellstoffwechsel. Dabei ist der Wechsel vom Winter auf das Sommerfell beim Pferd weitaus Energie und Vitalstoff zehrender, als ein Fellwechsel vom Sommerfell auf das Winterfell. Dies führt man darauf zurück, dass die Pferde im Winter durch die Heufütterung eine suboptimale Mineral- und Vitalstoffversorgung haben und das Immunsystem häufig an den über das Jahr angelegten Vitalstoffreserven nagt, tun sich gerade alte und kränkelnde Pferde, stoffwechselbelastete Pferde und Pferde mit Sommerekzem mit dem Anlegen eines neuen Haarkleides besonders schwer.

Frühjahr aus Sicht der TCM
Da ich mich seit Anfang des Monats in der TCVM für Sportpferde- Ausbildung befinde, sehe ich den Frühling natürlich auch nochmals mit anderen Augen bzw. achte ich auf die 5 Elemente. Denn treten bestimmte Störungen immer zur gleichen Tages- oder Jahreszeit ein, lässt das Rückschlüsse auf die Störungen eines Organkreises zu. Neigt ein Pferd beispielsweise im Frühjahr häufig zu Infekten, so ist seine Holzphase geschwächt, welche zum Organkreis Leber gehört.

Anzeichen für ein Ungleichgewicht der Leber- und Holzenergie wären:

  • Bindehautentzündungen oder andere Augenerkrankungen 
  • Probleme mit Muskeln und Sehnen 
  • Brüchige Hufe
  • Steife Bewegungen und Unbeweglichkeit
  • Verstopfung, Durchfall oder Neigung zu Koliken
  • Rossestörungen
  • Müdigkeit, Leistungsschwäche
  • Gereiztheit, Sturheit

Falls ihr mehr über die fünf Elemente erfahren wollt, könnt ihr euch in folgendem Blogbeitrag informieren:

TCM 5 Elemente- Linie nach Dr. Stodulka

Die reine Kraft der Natur – für ein langes, gesundes Pferdeleben

Bachblüten gegen den Juckreiz
Das Thema «Juckreiz beim Pferd» habe ich bereits intensiv beschrieben, jedoch möchte ich beim Thema Fellwechsel gerne noch auf die Reinigungsblüte unter den Bachblüten eingehen:
Nr. 10 Crab Apple: Pferde die Crap Apple benötigen, juckt häufig das Fell und sie scheinen sich in ihrer Haut nicht wohlzufühlen. Als Reinigungsblüte unterstützt Crap Apple bei der Entschlackung und Ausscheidung von Stoffwechselprodukten und hilft belastende Stoffe und Krankheitserreger auszuscheiden. Dadurch kann der Organismus widerstandsfähiger werden.

Gipsy liebt es gekrault zu werden... besonders wenn der Fellwechsel auch nach dem Putzen noch juckt...

Tipps und Tricks rund um die Fellpflege

Im Frühjahr verbringen wir Pferdebesitzer wohl mehr Zeit mit Putzen, als wir uns im Sattel befinden.

Wenn Robustpferde ihr Fell wechseln, kann man die Winterhaare oft büschelweise auszupfen. Besonders im Gesichtsbereich haben viele Pferde die Behandlung mit den Händen lieber als ein Abrubbeln mit dem Striegel. Dabei hat es sich für den Reiter bewährt, einen Gummihandschuh überzuziehen. Denn man kann damit besser rubbeln als mit blossen Fingern, und die Haare laden sich nicht auf.

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Einmalhandschuhe

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Weitere Putztipps findet ihr in einem früheren Blogbeitrag:

Fellwechsel - Herausforderung für Pferd & Reiter

Zweimal im Jahr stellt sich das Pferd einer besonderen Herausforderung...

Ob nun diese Haare auf den Mist gehören oder nicht, ist umstritten. Eines jedoch ist unstrittig, die nach Nistmaterial suchenden Vögel lieben die Fellknäuel, die der Wind davonträgt oder die sich die fleissigen Nestbauer vom Misthaufen holen. Ich sammle deshalb gerne die Haare nach dem Putzen wieder ein und deponiere sie an einer Stelle, welche für die Vögel gut erreichbar ist. Jedoch muss man darauf achten, dass keine Mähnen- oder Schweifhaare dabei sind, da sich die Vögel an diesen Haaren leider regelrecht strangulieren können.

Bei Special's Cushing-Fell kommt jeweils viel zusammen...wovon ich gerne etwas für die Vögel bei Seite lege

Pferdefütterung & Zusätze
In der Natur nehmen die Pferde reichlich an Omega-3-Fettsäuren beim Grasen durch das frische Grünfutter auf. Leider sind vor allem im frühjährlichen Fellwechsel unsere Wiesen noch nicht in ihrer vegetativen Phase. Ein Mangel dieser Fettsäuren kann den Fellwechsel verzögern, die Elastizität der Hufe und die Hautregeneration bzw. die Mikro-Hautstruktur beeinträchtigen. Ebenso leiden die Nervenzellen und die Fliessfähigkeit des Blutes unter diesem Defizit. Deshalb macht die Fütterung von Lein-, Nachtkerzen-, Borretschsamen- oder Hanföl wirklich Sinn.

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Natürlich ist eine gesunde und bedarfsgerechte Fütterung auch für einen leichten Fellwechsel die beste Grundlage. Daher sollten Pferde das ganze Jahr über mit hochwertiger Rohfaser (Heu, Hafer und Stroh von bester Qualität) gefüttert werden. Die Folgen einer Fütterung mit zum Beispiel schimmelpilzkontaminierten Futtermitteln zeigen sich meist nicht sofort, sondern meist im darauffolgenden Jahr mit Haut-, Leber oder Atemwegsproblemen.

Schwefel (MSM, Methionin) ist ein unter anderem wichtiger Baustein bei der Neubildung von Deckhaar und entfaltet im Hautbereich seine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung, weshalb er so zu einer schnelleren Abheilung von Hautveränderungen führt. Dazu aber mehr in einem separaten Blog demnächst.

Wie oben bereits erwähnt, zerrt der Fellwechsel auch an den Mineralstoffen und Spurenelementen. Besonderen Stellenwert hat dabei Zink, welches für eine reibungslose Funktion sowie die Regeneration und Wundheilung der Haut unentbehrlich ist.

 

Kräuterrezepte zum selber mischen:

Kräuter zur Unterstützung beim Fellwechsel:
Berechnet für ein Warmblut, tägliche Gabe von 60g über eine Kurdauer von ca. 4 Wochen:

  • Brennnessel 405g
  • Klebkraut 270g
  • Frauenmantel 90g
  • Bockshornklee 450g

Kräuter zur Unterstützung des Immunsystems:
Für Pferde mit geschwächtem Immunsystem
Schlecht heilende Wunden und Verletzungen
Entzündungen aller Art
Berechnet für ein Warmblut, tägliche Gabe von 60g über eine Kurdauer von ca. 4 Wochen:

  • Birke 350g
  • Hagebutte 280g
  • Kapuzinerkresse 105g
  • Ackerschachtelhalm 210g
  • Löwenzahn 280g
  • Meerrettich 200g
  • Salbei 350g

Kräuter zur Unterstützung der Leber
Leber bedingte Verdauungs- oder Hautprobleme
Nach längerer Medikamentengabe
Begleitend bei Lebererkrankungen
Berechnet für ein Warmblut, tägliche Gabe von 60g über eine Kurdauer von ca. 4 Wochen:

  • Mariendistel 640g
  • Artischocke 220g
  • Löwenzahn 370g
  • Wegwarte 270g
  • Schafgarbe 250g

Nachfolgende Kräuter regen den Hautstoffwechsel beim Pferd an:

  • Ackerschachtelhalmkraut
  • Brennesselkraut
  • Bockshornkleesamen
  • Weissdorn
  • Mariendistel
  • Eichenrinde
  • Frauenmantelblätter
  • Klettenwurzel
  • Löwenzahnwurzel
  • Löwenzahnkraut
  • Melissenblätter
  • Queckenwurzel
  • Salbeiblätter
  • Spitzwegerichkraut
  • Wildes Stiefmütterchenkraut
Symbolbild einer Kräutermischung

Es versteht sich von selbst, dass diese Rezepte einzeln und nicht gleichzeitig verfüttert werden. Ausserdem macht es durchaus Sinn die Mischungen gezielt aufs Pferd anzupassen.  

Selbstverständlich gehört Apfelessig für Pferd und Reiter zur Frühjahrskur, denn wenn man fit durch den Frühling reiten will, sollte man täglich ein Glas Wasser mit einem Teelöffel Honig und einem Esslöffel Essig trinken und auch unsere Pferde schätzen diesen Trank!

Quicktipps zum Fellwechsel
Zum Abschluss meines Fellwechsel- Blogs habe ich noch ein paar „Quicktipps“ für euch, wie ihr eure Liebsten in dieser harten Zeit bestmöglich unterstützen könnt:

Futter- bzw. Stoffwechselmanagement:
Als Hautstoffwechselunterstützung dient die Zugabe von Zink, Bierhefe (Vitamin B) und Biotin
Ausserdem sollten Öle mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren (Omega 3 / (6) Fettsäuren), wie beispielsweise Leinöl gefüttert werden.

Senioren – Unterstützung:
Besonders unseren Oldies macht der Fellwechsel ganz schön zu schaffen, weshalb sie gut bis zu 1/3 mehr Futter vertragen
Auch eine neue Frisur (Pferdeschur) bringt oftmals Erleichterung

Auslastung bzw. Belastung des Organismus:
Der Organismus eines Pferdes sollte während dieser Zeit nicht noch zusätzlich mit Impfungen und Wurmkuren belastet werden.
Das Pferd sollte wie sonst auch regelmässig geritten / spaziert werden, denn auch die Bewegung regt den Stoffwechsel an, jedoch sollte auf Maximalbelastung verzichtet werden.

Das tägliche Putzen gehört bei meinen Pferden in den Alltag, aber gerade im Fellwechsel lieben sie die Pflege (auch gerne mit etwas härteren, festen Bürsten / Striegel) noch mehr.

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