Unerlässlicher Bestandteil der Reitsportausrüstung | PferdeWoche Online

Viele Produzenten setzen nach wie vor auf die gute, alte Tradition in hochwertigem Leder – jedoch stets angepasst an die Anforderungen im modernen Reitsport. Aber auch neue Materialien und Ideen finden in der Reitstiefelmode immer mehr ihren Platz. Ob Spring-, Dressur-, Western- oder Freizeitreitstiefel – bei allen Trends bleibt am wichtigsten die Qualität im Herstellungsprozess der Stiefel. Dressurreiterin Stefanie Scheitlin bringt es auf den Punkt: «Der Stiefel muss schön sein, angenehm zu tragen und vor allem auch robust.» Meredith Michaels-Beerbaum – Trendsetterin in Sachen farbige Reitstiefel. Schon im Mittelalter wurden spezielle Stiefel zum Reiten der Pferde und vor allem für den Krieg zu Pferd hergestellt. Diese gaben den Reitern nicht nur einen besseren Halt im Sattel, sie waren auch bei oft tagelangen Ritten angenehmer zu tragen. Meist wurden sie aus sehr weichem Leder gefertigt. Ab dem 12. bis 13. Jahrhundert kamen in Europa vor allem Stiefel auf, welche mit Absätzen gefertigt wurden. Diese sollten das He­rausrutschen der Füsse aus den Steigbügeln verhindern. Bis heute sind der Absatz und die sehr glatte und flexible Sohle aus Leder beim Reitstiefel geblieben. Sowohl bei den kriegerischen Auseinandersetzungen als auch bei Freizeitvergnügen wie Fuchsjagden stellten sich schnell Stiefel aus robustem, widerstandsfähigem, aber dennoch flexiblen Leder als die ideale Lösung he­raus. Knöpfstiefel, welche häufig auch mithilfe unterschiedlichster Stoffe produziert wurden, waren zwar zu Zeiten des Sonnenkönigs Ludwig XIV. beliebt, jedoch nur beim Adel, dem der schnelle Verschleiss solcher Waren nichts ausmachte. Ab dem frühen 19. Jahrhundert entwickelten sich vielfach Ledermanufakturen, die im Zuge der Indus­trialisierung stetig ausgebaut wurden. Einige dieser Traditionsbetriebe existieren noch heute. Chaps und Stiefeletten sind vor allem im Training und bei Freizeitreitern sehr beliebt.

Reitstiefel, Stiefeletten und Schuhe

Qualitativ hochwertig muss der Reitstiefel von heute sein. Ausgewählte Materialien sind bei den grossen Herstellern unverzichtbar. Wichtig ist zudem eine perfekte Passform, sodass es nicht zu Druckstellen am Bein und unangenehmen Blasen am Fuss kommt. Darauf legen Turnierreiter, die den ganzen Tag im Sattel verbringen, ebenso viel Wert wie Freizeitreiter. Auch wenn die Ansprüche unterschiedlich sein mögen: Qualität – in unterschiedlichen Abstufungen – bleibt immer oberstes Prinzip.Reitstiefel erfreuen sich heute einer grossen Vielfalt: Für den Winter kann der Kunde beispielsweise auf Thermoreitstiefel setzen, die nahezu jeder Hersteller mittlerweile in seinem Programm hat. Ihre spezielle Fütterung innen und Isolierung aussen mittels Sympatex oder Goretex sorgen dafür, dass keine Nässe oder kalte Luft Richtung Fuss dringen kann. Dennoch sind Thermoreitstiefel atmungsaktiv. Für warme Füsse in kalten Reithallen sorgen synthetische Materialien ebenso wie Lammfell – je nach Vorliebe des Trägers. Meist haben Winterreitstiefel im Gegensatz zu normalen Reitstiefeln ein deutlich sichtbareres Profil, was die Bewegung bei Glätte und Matsch erleichtert.Hinsichtlich ihrer anatomischen Form haben klassische hohe Reitstiefel in den vergangenen Jahren – auch mit der Unterstützung von Sportmedizinern – enorme Fortschritte gemacht. Zusätzlich sind  auch High-Tech-Materialien hinzugekommen, welche die Stiefel von heute angenehmer zu tragen machen. Hohe Lederreitstiefel sind nach wie vor «der» Klassiker der Reitmode.

Der Klassiker

Hohe Lederreitstiefel sind nach wie vor «der» Klassiker der Reitmode. Für das Turnier ist klassisches Schwarz immer noch Standard, auch wenn manch ein Spitzenreiter mittlerweile auf extravagantere Farben setzt. So sieht man Spring­reiterin Meredith Michaels-Beerbaum mittlerweile in hellbraunen, fast einem Orangeton ähnelnden Stiefeln auftreten: Ein echter Hingucker, der nicht wenige Reiterinnen zu mehr Farbe am Bein inspirierte. Aber auch im klassischen Schwarz müssen die Stiefel vor allem bei den Damen etwas hermachen: «Natürlich möchte ich hochwertige Qualität, aber die Stiefel müssen auch schön aussehen», gibt Springreiterin Alexandra Fricker zu. Die Stiefel werden meist aus Rinds- oder Kalbsleder hergestellt und bestechen dadurch, dass sie sowohl den nötigen Halt im Sattel geben als sich auch dem Reiterbein mit der Zeit sehr gut anpassen. Bei hochwertigen Stiefeln passt sich auch das Fuss­bett perfekt dem Fuss an. Das ist auch Nachwuchs-springreiterin Chantal Müller wichtig: «Eine gute Sohle und Fussbett finde ich unumgänglich.» Allerdings muss man zunächst bei Lederstiefeln eine «Einlaufzeit» mit einkalkulieren, in der ein Lederreitstiefel mit hohem Schaft sich sogar sehr unangenehm trägt. Erst nach einer ganzen Zahl von Ritten kann man von einem gut eingelaufenen Reitstiefel sprechen. 

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