Trensen und die verschiedenen Materialien

Eine Trense gehört zum Zaumzeug, wobei es auch gebisslose Zäume gibt. Diese werden in einer späteren Serie von Rahel Pfammatter noch genauer vorgestellt. Zäume mit Trense können auch Trensenzäumung genannt werden. Dabei gibt es die unterschiedlichsten Trensen wie Olivenkopf-, D-Ring- oder Knebeltrense, um nur einige wenige zu nennen, und diese können noch aus den unterschiedlichsten Materialien bestehen. Das Material ist meist ein Metall, aber auch Gummi und Kunststoff kommen oftmals zum Zug.

Nun erst einmal zu den verschiedenen Trensen

Das Stangengebiss, auch ungebrochene Trense genannt, ist nicht ganz gerade. Sie hat mindestens einen kleinen Bogen, manchmal auch mehrere Biegungen, welche im Pferdemaul besser zu liegen kommen. Dadurch, dass diese Trense eine Stange ist, wirkt sie sich immer links und rechts im Maul aus. Das heisst, wenn der Reiter am linken Zügel zieht, drückt das Gebiss auf den linken Unterkiefer, aber auch zugleich auf den rechten Oberkiefer. Einseitige Zügelhilfe ist hier nicht zu empfehlen, aber auch die zweiseitige Handführung ist tückisch. Wird die Trense mit zwei Händen geritten, kann sie sich im Pferdemaul verkanten und dem Pferd Schmerzen zufügen. Wer mit einem Stangengebiss reitet, sollte nur einhändig führen. Ausserdem eignet sich diese Trense keinesfalls für Anfänger. Sie gehört nur in erfahrene und ruhige Hände!

Die Wassertrense ist wohl die bekannteste und meist gebrauchte Trense. Die Trense ist einfach gebrochen und besteht aus zwei gleich langen Stücken. Die Teile sind miteinander verbunden wie über ein Gelenk. Wer die Mundwinkel seines Pferdes schonen möchte, kann Gummischeiben verwenden. Die Ringe, die durch das Gebiss verlaufen, sind nicht festgemacht und bewegen sich ständig. Diese Bewegung ist zugleich eine Abnützung und so wird das kleine Löchlein für den Trensenring immer grösser und es besteht die Gefahr, dass der Maulwinkel einklemmt. Der Nachteil der Wassertrense ist, dass die gegen die Zunge drückt. Dies konnte mit Hilfe von Röntgenbildern bewiesen werden

Neben der einfach gebrochenen gibt es auch die doppelt gebrochene Trense. Diese hat drei Einzelstücke, die auch über bewegliche Gelenke verbunden sind. Das doppelt gebrochene Gebiss ist weicher und wird gerne bei jungen Pferden eingesetzt, da sich diese der Anatomie des Pferdemauls besser anpasst. Das Mittelstück dieser Trense kann rund oder abgeflacht sein. Diese flachen Plättchen (Scharniertrense) können durch ihre eher dünneren Ränder gegen Zunge und Gaumen drücken. Am Mittelstück kann ein Spieler angebracht werden, welcher das Pferd zum Kauen anregen soll. Aber nicht jedes Pferd hat diesen Spieler gern.

Die Knebeltrense hat am Ende je eine Querstange, die mit den Trensenringen verbunden ist. Diese Querstangen ermöglich eine ruhige Lage des Gebisses, da sie ein Rutschen der Trense verhindern. Somit werden die Mundwinkel des Pferdes geschützt. Es gibt Knebeltrensen mit geraden Stangen und welche, die nach aussen gebogen sind. Dadurch kommen die Querstangen nicht so nah an das Gesicht des Pferdes und drücken auch nicht gegen die Backenzähne. Wie die Knebeltrense, liegt auch die D-Ringtrense sehr ruhig im Maul. Diese Gebissform hat keine Stangen, aber der Ring ist auf einer Seite abgeflacht und sieht deswegen wie ein D aus.

Zum Schluss noch die Olivenkopftrense. Dort wo der Mundwinkel ist und die Ringe mit dem Mundstück verbunden sind, wird die Trense dicker. Ausserdem haben die Mundstück des Olivenkopfgebisses keine Löcher, durch welche die Ringe gehen, sondern bilden ein Scharnier. Auch diese Trense hat sozusagen eine Linie am Mundwinkel, die das Durchrutschen der Trense und das Einklemmen der Mundwinkel verhindern soll. Noch ein weiterer Vorteil dieser Gebissform ist, dass nicht ein solch starke Hebelwirkung wie die Wassertrense hat. Dies kommt daher, dass dieses Gebiss sich nicht auf Ringen verschieben kann.

Neben den obengenannten und erlaubten Trensen, gibt es auch verbotene Arten. Die Aufzieh-, Löffel-, Crescendo- und Rollentrense wie auch die Zusatzketten, sind von der FN nicht zugelassen. Doch welche Trensendicke für welche Pferd? Dazu kann ich nur sagen, dass umso dünner das Gebiss ist, desto schärfer. Und dies kommt Zustande, weil die dünnen Trensen punktueller Druck erzeugen. Aber eine sehr dickes Mundstück kann nicht mit weich gleichgesetzt werden. Denn es kann sein, dass sie einfach zu gross für das Pferdemaul ist. Nehmt euch somit Zeit und schaut genau hin wie die Trense im Maul eures Pferdes liegt. Sie darf nicht an die Zähne kommen, nicht zu kurz sein, so dass es die Ringe ins Maul zieht und sie soll die passende Dicke haben. Lieber einmal mehr hinschauen und vielleicht bei einem Experten nachfragen, als das euer Vierbeiner am Ende Schmerzen hat oder sich unwohl fühlt.

Nun zu den Materialien. Meistens bekommen wir Metallgebisse zu Gesicht. Aber Metalltrense ist nicht gleich Metalltrense. Bei diesem Gebiss kann zwischen hohlen oder massiven unterschieden werden. Die Hohlen haben den Vorteil schnell warm zu werden bei kalten Temperaturen, sind aber nicht so bissfest und eher unruhig im Maul liegend. Das Gegenteil gilt für die massiven Trensen. Sie brauchen länger warm zu werden, liegen dafür durch ihr Gewicht ruhiger im Pferdemaul und brechen nicht auseinander bei festem Beissen.

Edelstahlgebisse sind die beliebtesten, weil die Oberfläche schön glatt ist und sie ausserdem lange halten. Und auch die Pflege dieser Trensen ist sehr einfach.

Eisen hat den wundervollen Vorteil, dass es durch den metalligen Geschmack den Speichelfluss fördert und das Pferd mehr kaut.

Die Kupfertrensen haben ein zweiseitiges Gesicht. Zum einen lieben die Pferde die Trense, da sie einen guten Geschmack hat. Aber Kupfer selbst als Material ist sehr weich und deswegen nicht bissfest. Für diese Problem haben sich zwei Lösungen gefunden. Entweder wird das Kupfer als ein Bestandteil eingebettet oder eine Kupferlegierung verwendet.

Argentan ist ein Metallgemisch. Es besteht nämlich aus Kupfer, Nickel und Zink. Problematisch an diesem Gebiss ist der Nickelanteil, denn dieser löst sehr oft allergische Reaktionen aus.

Aurigan ist ein weiteres Gemisch und mit dem Argentan verwandt. Das Gute an dieser Trensen ist, dass das Nickel fehlt. Es benötigt dazu ein spezielles Prozedere und einen grossen Aufwand. Aurigan ist sozusagen eine Kupfertrense, welcher noch Silizium beigemischt wird, damit das Gebiss nicht so schnell abnutzt. Neben den vielen Metallmundstücken gibt es auch noch andere nicht metallische Gebisse. 

Leder ist eine Möglichkeit, braucht aber viel Pflege. Ein harte und raues Lederstück hat kein Pferd gerne in seinem Maul.

Dann gibt es noch Nathe. Dies ist ein Kunststoff, welcher auch in trockene Zustand gut durch das Maul gleitet. Der Nachteil liegt darin, dass es weich ist und nicht lange haltbar. Des Weiteren müssen diese Trensen oft inspiziert werden, denn sie besitzen im Inneren einen Draht. Hat der Kunststoff ein kleines Loch vom Durchkauen, kann sich das Pferd an diesem Draht verletzen.

Gummi wird oft gesehen, ist aber nicht für schlecht kauende Pferde gedacht. Wird das Mundstück nicht gut eingespeichelt, fühlt es sich wie ein Radiergummi an und dies ist nicht sehr angenehm. Die Folge kann sein, dass der Vierbeiner am Ende mehr abgestumpft ist im Maul. Ausserdem sollte auch ein Gummigebiss innerlich eine Metallstange haben, damit es nicht wie andere durchgebissen werden kann.


Im Rennsport setzen die Reiter oft Schaumstofftrensen ein. Auch diese haben einen Metallkern, welcher von sehr viel Schaumstoff ummantel ist. 

So ich hoffe ich konnte euch einen guten Einblick gewähren. Morgen gibt es dann noch mehr von den verschiedenen Zäumen.Wenn ihr eine neue Trense braucht, sucht im Online-Shop von reitsport.ch. Dort hat es alle erdenklichen Trensen wie auch Zäume und dies zu einer Top-Qualität und super Preisen.

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