Trainingseinblicke einer Bereiterin Teil1

Ja auch als gelernte Bereiterin gehe ich regelmässig ins Training um an mir und meinen Pferden zu Arbeiten. Weiter hole ich mir so im Austausch mit meinen Trainern neue Inputs für meinen Unterricht.

Ob mit Daniela Wüthrich, Roland Würscher oder Claudia Haas trainiere ich regelmässig oder tausche mich in fachlichen Gesprächen aus.

Heute möchte ich euch etwas über das letzte Training bei Roland Würscher erzählen und euch an seinen Ideen teilhaben lassen.

Als erstes holte Roli jeden Reiter schnell persönlich bei sich und seinem Pferd ab. Also er will kurz wissen was der Stand der Dinge ist und wo allenfalls Probleme liegen. Anschliessend erklärte er uns kurz was er im Training vorhat, was seine Ideen hinter dem Parcours sind den er aufgebaut hat und wie er den Aufbau der Lektion gestalten will.

Wir wärmten unsere Pferde selber auf und hatten dafür Stangen und Cavalettis zur Verfügung, die wir in die Aufwärmphase mit einbauen konnten. Diese Stangen und Cavalettis hatte er willkürlich auf dem Platz verteilt. Er nimmt nur Einfluss, wenn er ein Problem sieht oder der Meinung ist der Aufbau laufe in die falsche Richtung. Seiner Meinung nach, kennen wir und wissen wir selber am Bessten, wie wir unsere Pferde aufwärmen müssen. Dazu muss ich sagen, dass wir alles Reiter sind welche aktuell R110-130 Reiten.

Seine Idee für die Lektion war es die Pferde nach den ersten Concours wieder etwas abzuholen und die Vorsichtigkeit zu überprüfen. Dadurch dass wir alle nun Mitte Mai bereits einige Concours geritten haben, sind es die Pferde gewohnt schnelle Wendungen zu reiten. Daher drehen sie bereits selber nach oder bereits über den Sprüngen ab um die Wendung einzuleiten. Also mussten wir beim Einspringen aus einer Wendung die Sprünge anreiten und danach, kontrolliert geradeaus Reiten. Die Theorie von Roli, dass die Pferde bereits selber anfangen zu wenden, bestätigte sich sehr schnell an den ersten Sprüngen. Daher gestaltete sich das Geradeausreiten gar nicht so einfach.

Als erstes Ritten wir eine gerade Linie Steil, Oxer auf 28m mit sieben oder acht Galoppsprüngen. Diese Linie mussten wir aus dem Bauch reiten ohne die Galoppsprünge zu zählen. Ein Gefühl für den Galopp des Pferdes erhalten.

Weiter tasteten wir uns an die diagonal gestellten Linien. Die erste stand mit einem Doppel mit zwei Galoppsprüngen auf 10.7m Steil, Oxer von beiden Seiten Reitbar. Weiter mit vier Galoppsprüngen 18.5m auf einen Plankensteil.

Die zweite Diagonale Stand wieder mit einem Doppel Oxer, Steil mit einem Galoppsprung (Distanz ist mir nicht mehr geläufig), auch diese Kombination ist von beiden Seiten Reitbar. Weiter auf einen Oxer mit 6 Galoppsprüngen 24m.

Das ganze wurde am Schluss zu einem Parcours gestaltet. Beginnend mit der langen Linie Steil, Oxer nun mit sieben Galoppsprüngen. Dies war im Parcoursrhythmus kein Problem mehr und sprach den Pferden Mut zu, dass sie bereits zu Beginn in einer guten Galoppade an die ersten Sprünge geritten wurden. Weiter auf die erste Diagonale mit Doppel zwei Galoppsprünge und weiter mit Vier auf den Steil. Nun wurden die vier Galoppsprünge bereits etwas Eng und mussten gut an der Hand geritten werden.

Aus der Wendung über den Startsteil und direkt in einer gebrochenen Linie nach links, wieder zurück über den Doppel mit zwei Galoppsprüngen nun Oxer, Steil. Weiter zu der zweiten Diagonalen mit Doppel Oxer, Steil in die Linie mit 6 Galoppsprüngen. Auch diese 6 Galoppsprünge mussten gut an der Hand geritten werden. Direkt wider weiter übern den Startsprung den Steil und auch hier in einer gebrochenen Linie nach rechts zurück über den Doppel mit einem Galoppsprung Steil, Oxer. Das ganze wurde über eine Höhe von 110-115cm und Einige noch über 120-125cm geritten.

Es war wieder einmal sehr Interessant zu sehen wie alle Pferde auf Grund des Parcours mit den Distanzen und Linien, von Sprung zu Sprung immer Aufmerksamer wurden und sich voll auf den Reiter und seine Hilfen konzentrierten.

Ich bin immer wieder aufs Neue begeistert von den Trainingsstunden von Roland Würscher. Er lässt seine Reiter auch immer an seinen Ideen Teilhaben und erklärt den Parcours mit den Distanzen und Linien und sogar die Art der Sprünge. Denn ob ein normaler Stangensprung, Planken oder Unterbauten in einem Parcours stehen, dahinter steckt immer eine Überlegung.

Das nächste Training mit Roli findet am 17.06.2014 von 18:00-21:00 Uhr im RPZ Lindenhof in Obergerlafingen statt. Ihr dürft natürlich alle zuschauen kommen. Auch vom Zuschauen kann man vieles lernen.

 

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