Trail-Kurs als Vertrauensübung für Pferd und Reiter

Als ich mich vor kurzem auf dem Nachhauseweg vom Stall befand, fuhr ich an dem Werbeplakat vom Horseathlon in meiner Region vorbei.

Da ich den Springsport nach meinem letzten Unfall für einige Zeit abgeschworen habe, interessiere ich mich natürlich wieder vermehrt für solche Abwechslungen. Leider war diese Veranstaltung natürlich schon längst ausgebucht (schon Monate vor dem Nennschluss, was für dessen Beliebtheit sprach).
Aber seien wir mal ehrlich, ich wäre doch sowieso eher ungeeignet gewesen, denn ich bin ja ein Angsthase und müsste dafür noch ganz viiiiel üben.

Weshalb mir der ausgeschriebene Trailkurs am 3.Mai 2014 natürlich gerade gelegen kam. Denn dieser basierte auf dem Leitgedanken (gemäss der berittenen Kategorie „Trail“) eines Horesathlons. Wir besprachen darin Lösungs- und Trainingsansätze für einzelne Hindernisse.

Voller Vorfreude meldete ich uns (meine Männer – Michel und Special mussten Gipsy und mich natürlich begleiten) an.
Bereits bei der Teilnehmerliste musste ich schmunzeln, denn Special war natürlich mit Abstand (12 Jahre Unterschied!!) der älteste Teilnehmer, was ihn trotzdem nicht davon abhielt, vor den Anweisungen unter dem Flattervorhang hindurch zu gehen.

Da denkt ihr jetzt vielleicht, dass dies sowieso logisch ist, denn er ist ja der Routinierteste. Doch da muss man bedenken, dass er nur wusste, dass es um etwas geht. Sonst hat er ja jeweils vor einem hustenden Stein Angst. ;-)

Warm eingepackt verluden wir also unsere Pferde und fuhren Richtung Horgenberg. Meinen Regenmantel konnte ich zum Glück im Auto lassen, denn der Regen hörte kurz bevor wir dran kamen auf, die Eiseskälte blieb jedoch leider trotzdem.

Dort angekommen lernten wir die Kursleitung Patricia Pfeifer kennen und jeder konnte seine Kursteilnahme begründen.
Bei mir ging es ja vor allem darum, dass ich mein Vertrauen in unsere Pferde verstärken kann und Michel war natürlich eher an der Abwechslung bzw. Action interessiert ;-)

Trail-Parcours
Da diese Übungen relativ leicht in den Alltag miteingebaut werden können, sei es beim Ausritt oder bei der Dressurarbeit, möchte ich euch natürlich den Trail-Parcours nicht vorenthalten:

1. Der erste Posten sah zwar noch harmlos aus hatte es aber auch schon in sich. Die Aufgabe war klar, bei der ersten Pylone anhalten, von der zweiten bis zur dritten traben und schliesslich bei der letzten wieder Anhalten.

2. Bei der nächsten Aufgabe wurden unsere Pferde auf die Seitengänge geprüft. Die Stangen dienten als Anhaltpunkt für die korrekte Gewichtsverlagerung und sonstige Hilfengebung.

3. Um die zwei roten Tonnen ritten wir, die 8-er Figur. Zuerst im Schritt und dann im Trab. Damit der Schwierigkeitsgrad noch erhöht werden konnte, versuchten wir es sogar mit leichter Aussenstellung.

4. Bei der vierten Übung war ich schon ziemlich stolz, dass ich sie schlussendlich sogar ohne Hilfe von Patricia lösen konnte. Ziel war es, vorwärts ins L reinreiten und anschliessend wieder rückwärts um die Ecke raus. Dabei war es besonders wichtig, dass die Pferde nicht die Stangen touchierten, denn dies brachte die Pferde dann richtig aus dem Konzept.

5. Beim nächsten Posten ging es darum, das „Tor“ zu öffnen, durchzureiten und anschliessend wieder zu schliessen. Das mit dem Öffnen und Durchreiten klappte nach kurzer Übung schon ganz gut, aber zum schliessen kam ich nie, da Gipsy es nicht besonders witzig fand, wenn die Schnur sie berührte, wenn sie sich umdrehte. ;-)

6. Da wir für vergangene Patrouillenritte bereits fleissig mit Plastik-Blachen geübt haben, war diese Aufgabe natürlich schnell bewältigt und Gipsy fand es besonders witzig darauf herum zu scharren.

7. Zum Schluss kam dann noch der Flattervorhang, von welchem ich den grössten Bammel hatte. Wie vorhin angetönt ging Special ohne zu Zögern und als ob er täglich nichts anderes täte unten durch. Gipsy wollte ihm eigentlich nachlaufen, doch so fest traute ich ihr dann doch nicht. Schliesslich trage ich seit unserem letzten Versuch unter einem Flattervorhang durchzugehen Stahlschuhe ;-)

Da mir Patricia jedoch sagte, dass ich um mein Trauma bewältigen zu können, jeweils bis an meine Grenzen gehen muss und dann noch ein kleines Stückchen weiter, musste ich mich wohl oder übel zusammenreissen und mit einer vereinfachten Version auch noch unten durch.

Dieser Kurs war für mich sehr spannend, da ich nicht wusste, wie die Pferde darauf reagieren werden. Ebenfalls habe ich genau gemerkt, wo in der Dressurarbeit noch Schwächen bestehen, denn diese Übungen funktionieren nur mit viel Vertrauen und den richtigen Hilfengebungen.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmals herzlich bei Linda Schibli vom Reitverein Horgen für die tolle Organisation und den lehrreichen Kurs bedanken!

Wer an weiteren Bildern interessiert ist, findet diese unter diesem Link.

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