Tipps & Tricks für alltägliche Sommerbeschwerden

 

Nachdem der Frühling wohl eher als durchwachsen bezeichnet werden muss, freuten wir uns natürlich umso mehr auf den guten Sommerstart. Da unser Wetter jedoch leider keine Grenzen bzw. Übergangsphasen mehr kennt, werden solche rekordverdächtigen Hitzewellen schnell zum Problem unserer Tiere. Denn gerade beispielsweise Pferde überhitzen viel schneller als wir Menschen.
Bei den momentanen heissen Temperaturen reichen bereits 17 Minuten Training (in mässiger Intensität), um die Körpertemperatur eines Pferdes in den gefährlichen Bereich zu erhöhen. Gemäss Professor Michael Lindinger, einem Veterinär und Sportmediziner aus Kanada, würde dies im gleichen Ausmass etwa 3 – 10- mal so lange dauern, da wir die Wärme viel weniger spüren, als es die Pferde tun.

 

Die plagende Hitze
Pferde sind für die Hitze anfälliger, weil sie einen höheren Anteil an aktiven Muskeln besitzen, welche währen des Trainings noch zusätzliche Wärme erzeugen. Der Pferdekörper reagiert darauf mit der Schweissproduktion als Abkühlungsmethode. Bei starker Anstrengung produziert der Körper bis zu 20 Liter Schweiss, wenn das Wetter kühl und trocken ist. Bei schwüler Hitze steigt die Schweissproduktion sogar auf bis zu 30 Liter pro Stunde an – kann dennoch nicht so effektiv wie bei trockenen Verhältnissen „wirken“. Denn dann ist die Luft ringsum schon stark feucht und nimmt so den neuen Dampf nicht mehr gut auf, der Kühlvorgang wird dadurch stark beeinträchtigt. Dabei legt sich eine Art warmes Polster um den Pferdekörper und der Schweiss rinnt ungenutzt zu Boden. Das sind besonders für das Pferd schlechte Voraussetzungen, besonders weil es für die effektive Kühlung ohnehin nur 25 bis 30 Prozent seines Schweisses nutzen kann. Bei uns Menschen liegt dieser Wert mit 50 Prozent deutlich höher.
Die Auswirkungen einer Überhitzung können gravierend sein! Denn wenn die Körpertemperatur auf 41 Grad ansteigt, erreicht die Temperatur in den Pferdemuskeln Werte von bis zu 43 Grad. Dabei beginnt bei dieser Temperatur dann eine Zersetzung der körpereigenen Proteine.

Die Folgen einer dauerhaften Überhitzung können somit folgende sein:
- Blutdruckabfall
- andere Kreislaufstörungen
- Koliken
- Nierenversagen

In einem vorherigen Blog bin ich ja bereits auf mögliche Symptome eines Hitzeschlags eingegangen.

Geschädigter Elektrolyt- Haushalt
Natürlich werden bei solch einer Menge an Schweiss viel Salz bzw. Elektrolyte ausgeschieden. Dabei sollte uns bewusst sein, dass der Pferdeschweiss viermal so viel Salz wie der des Menschen enthält.
Natürlich muss ein solcher Verlust ausgeglichen werden. Viele denken dabei als Massnahme wahrscheinlich an reines Wasser, doch dies kann leider genau ebenso schädlich sein. Denn
dehydrierte Pferde, welche nur Wasser trinken, verdünnen sich ihre Körperflüssigkeiten, womit ihre Körper darauf reagieren, indem sie versuchen, mehr Wasser loszuwerden
Doch weshalb ist dies überhaupt tragisch?
Der Elektrolyt- Haushalt dient der Aufrechterhaltung lebenswichtiger Vorgänge innerhalb der Zelle, weshalb ein Mangel je nach Ausprägung einen deutlichen Leistungsabfall nach sich ziehen würde.
Die Folgen können auch hier schwerwiegend sein:
- Muskelverkrampfungen
- bis hin zu Herzrhythmusstörungen
- und Nervenschäden in schwerwiegenden Fällen.

Pferde, die viel geschwitzt haben, benötigen deshalb eine spezielle Elektrolytlösung, die den körpereigenen Salzhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringt.

Auch Salzsteine versorgen Pferde im Normalfall ausreichend mit dem Mineral.

Dem Pferde zuliebe
Da wir die negativen Auswirkungen von diesem Hitzestress so gut wie möglich vermeiden wollen, verlegen wir das Training an ganz heissen Tagen auf die kühlen Morgen- und Abendstunden. Wer die Mittagshitze dennoch nicht meiden kann, sollte dem Pferd eine Angewöhnungszeit geben mit geringer Anstrengung.

Tipps & Tricks

Handtuchpferde:
Eine einfache Möglichkeit die Pferde abzukühlen: feuchte Handtücher auf den Hals und den Rücken legen. Jedoch muss man dabei darauf achten, diese ständig zu wenden und immer wieder neu zu befeuchten, ansonsten kehrt sich die gute Idee ins Gegenteil mit einem Hitzestau als Geschenk.

Geplagte Reiter:
Wer wie ich aufgrund des gut geschützten Pferdekörpers ebenfalls von juckenden Bremsenstichen geplagt wird, sollte für sich daraus eine Lehre ziehen: Der Reiter braucht ebenfalls einen Insektenschutz, deshalb zeige ich euch gerne eine Möglichkeit einer Anti- Insekten- Body- Butter auf…
Ihr braucht dazu folgende Zutaten:
½ Tasse Kokosnussöl
2 TL Shea- Butter
2 Tropfen Mandelöl (als Trägeröl)
10 Tropfen des ätherischen Öls Citronella
10 Tropfen des ätherischen Öls Lavendel
10 Tropfen des ätherischen Öls Zitronenmelisse
10 Tropfen des ätherischen Nelkenöls (wer dies aushält bzw. riechen kann)
1 TL Vitamin E (damit die Körperbutter länger haltbar ist)
Alle Zutaten werden zusammengemischt und in einen Top / eine Schüssel gegeben.
Mit einem Handmixer dann die Mischung bei mittelhoher Geschwindigkeit 5 – 10 Minuten mixen (bis es „fluffig“ geworden ist)
Mit einem Spachtel kann dann das Ergebnis aus der Schüssel gekratzt werden und in ein verschliessbares Gefäss umgefüllt werden. Und schon ist man auch Insekten frei!
Wirkt also auch bei Mücken, denn seit ich mir dies am Abend auftrage, wird nur noch Michel gestochen ;-)

Doch was tun wenn schon Stiche da sind?
Oftmals reagieren Pferde mit dicken Schwellungen auf Stiche und werden dann durch den Juckreiz ziemlich gequält.
Um ihnen etwas Linderung zu verschaffen kann der Reiter folgende Pflanzen einsetzen:
- Aloe Vera- Gel (kühlt und heilt die beanspruchte Haut)
- Kokosöl (spendet Feuchtigkeit und hält zum lästige Viecher fern)
- Calendula / Ringelblume (wirkt beruhigend und feuchtigkeitsspendend)
- Kamille (auch sie wirkt beruhigend, ACHTUNG nicht für die Augen verwenden, da viele Tiere darauf mit allergischen Reaktionen antworten)
- Zimt (antibakteriell und moskitoabweisend)
- Gurke (wirkt abschwellend)
- Lavendel (beruhigend und hält Insekten fern)
- Neemöl (soll bei nützlich sein bei Pilz, Ekzem und Blasen)
- Teebaumöl (hilft bei kleinen Wunden, Verbrennungen, Infektionen und vielen anderen Hautreizungen und die Insekten mögen es auch nicht ;-))
- Basilikum (hilft gegen Juckreiz)
- Pfefferminze (hilft gegen Juckreiz und wirkt kühlend)
- Teebeutel – ein kalter (Schwarztee-)Teebeutel kann durch das im Tee enthaltene Tannin abschwellend wirken
- Rescue-Salbe (lindert den Juckreiz und gibt es auch als kühlendes Gel)

Kräuter die den Kreislauf in den Schwung bringen:
Die momentane Hitze verlangt dem Kreislauf unserer Pferde richtig viel ab. Besonders den älteren Pferden macht dieser auch schnell zu schaffen. Mit folgenden Kräutern bringt ihr diesen jedoch wieder in Schwung:
- Weissdorn (zur Herz- und Kreislaufstärkung)
- Ginkgo (gut für die Durchblutung. Die Ginkgoblätter werden zudem für das Hufwachstum und das Gehirn verabreicht)
- Melisse (Melissenblätter können das Pferd bei Nervosität, nervöser Unruhe, Schlafstörungen und Blähungen unterstützen. Zudem wirken sie krampflindernd und verdauungsfördernd)

Abschliessendes Fazit:
Wir können auch bei dieser Hitze einiges für unsere Pferde tun! Zusammenfassend ist es wichtig, dass es genügend Wasser, Salz, schattige Unterstellmöglichkeiten besitzt und dass mit dem Training aufs Pferd abgestimmt Rücksicht genommen wird. Mit einer kleinen Abkühlung im Fluss / See können auch die Pferde den Sommer in vollen Zügen geniessen.

 

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Demnächst teste ich dann noch ein selbstgemachtes Pferde- Eis, von welchem ich euch natürlich berichten werde. 

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