Time to say goodbye! - Fohlen korrekt absetzen

Im Alter von ungefähr
sechs Monaten werden die meisten Fohlen von der Mutterstute abgesetzt. Dieser
Prozess ist oft mit Stress für die Tiere verbunden und sollte daher möglichst gut geplant durchgeführt werden.

In der Natur
In der freien Wildbahn leben Fohlen mindestens ein Jahr lang
an der Seite der Mutter. Aber auch nach diesem Zeitraum leben die Fohlen noch in sehr engem Kontakt zur Mutterstute, falls diese nicht erneut gefohlt hat. In
den ersten acht Monaten ist der Kontakt zwischen Säugling und Mutter ein sehr
intensiver. Dass obwohl sich die jungen Fohlen immer weiter von der Mutter wegbewegen und die Welt selbst zu erkunden beginnen. Durch diesen Prozess
findet das Junge nach und nach den Weg, unter wachsamen Augen der Mutter, in
die Selbstständigkeit. Das Zusammenbleiben in den ersten Lebensmonaten ist
überlebenswichtig. Das Verhaltensmuster von Trennung gleich Gefahr ist fest im
genetischen Gedächtnis der Pferde verankert. Es dient dem Überleben der eigenen
Art, denn in freier Natur hat ein Fohlen keine Chance alleine zu
überleben. In der Wildnis verliert die Bindung des Fohlens zur Mutter erst im Alter von ungefähr einem Jahr an Bedeutung. In diesem Alter beginnen die Jungtiere selbst ihre Gruppe zu bilden.
Während die Junghengste meist weiterziehen und sich ihre eigene
Junggesellengruppe suchen, bleiben Stuten oft ein Leben lang in ihrer Geburtsherde. Daher fällt die Trennung Hengsten im Allgemeinen leichter als
Stuten.

Das Absetzen
Die Trennung in der Natur ist ein schleichender Prozess. Das
Fohlen bemerkt daher die Trennungsphase kaum. Bei unseren domestizierten
Pferden sind die Trennungsängste noch immer tief verankert. Diese Tatsache
sollte beim Absetzen der Fohlen unbedingt beachtet werden. Daher wird von einer
zu frühen und ganz plötzlichen Trennung abgeraten. Insbesondere bei sehr sensiblen Fohlen kann eine zu frühe
Trennung zu Verhaltensstörungen führen. Die Folgen einer falschen Trennung können sich auch später noch bemerkbar machen. Übermässige Nervosität,
Schreckhaftigkeit und das Kleben an anderen Pferden können zum Beispiel die
Spätfolgen einer unsachgemässen Trennung von Fohlen und Mutterstute sein.
Solche seelischen Schäden sind später, wenn überhaupt, nur mit viel Geduld
wieder heilbar. Wann ein Fohlen am besten abgesetzt wird, hängt von seinem
persönlichen Charakter ab. Ein mutiges Fohlen wird die Trennung besser
verkraften als ein eher ängstliches und zurückhaltendes. Für den Zeitpunkt des
Absetzens sind jedoch auch andere Faktoren, wie zum Beispiel das Auffuhrdatum
auf der Fohlenweide von Bedeutung. Auf vielen Weiden werden die Jungtiere genau
an einem Tag gebracht, damit sich alle gleichzeitig an die neue Umgebung
gewöhnen können und nicht ein Jungtier erst später in eine bereits vertraute
Gruppe integriert werden muss. Damit sich das Fohlen ideal entwickeln kann ist
die Gesellschaft sehr wichtig. Pferde sind Herdetiere für die der Kontakt zu
Artgenossen überlebenswichtig ist. Jungtiere die gemeinsam mit einem guten
Kollegen die Trennung durchstehen können, haben es viel einfacher. Daher ist es
von Vorteil, wenn Fohlen bereits von klein auf in einer Fohlen- Mutterstuten-
Gruppe oder einen altersdurchmischten Herde aufwachsen können.

Um den Tieren die Trennung zu erleichtern, wäre es gut sie bereits im Voraus
Schrittweise daran zu gewöhnen. Zum Beispiel indem die Fohlen auf der Weide gemeinsam mit ihren Kumpels bleiben können und die Mama beispielsweise für
einen Ausritt für kurze Zeit von der Gruppe getrennt wird. Ebenfalls möglich ist es die Beiden räumlich für kurze Zeit zu trennen. Die Tiere sollten jedoch zu dieser Zeit noch Sicht- und Riechkontakt zu einander haben können.

Wichtiges zum Schluss:
Die Jungtiere sollten nicht zu früh von ihrer Mutter getrennt werden, da die ersten acht Monate die Beziehung zwischen Mutterstute
und Fohlen ziemlich eng ist. Ebenfalls sollten die Jungtiere schleichend an die
Trennung gewöhnt werden, damit sie beim absetzen keine seelischen Schaden davontragen. Nach dem Ansetzen ist es wichtig, dass die Mutter bewegt wird oder
das Euter gekühlt wird. Jedoch sollte sie unter keinen Umständen, trotz prallem Euter gemolken werden, da dies die Milchproduktion noch weiter anregt.

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