Teil 1: Wie reite ich mein Pferd zu einer Schönheit?

Mit klugem Training wird jedes Pferd zu einem echten Hingucker. Ihr fragt euch wie? Das werdet ihr in diesem zweiteiligen Blog nun genauer erfahren. Klar werden so einige Dinge, wie zum Beispiel gute Proportionen, schöne Köpfe oder volle prächtige Mähne vererbt. Doch damit unsere lieben Vierbeiner zu einem absoluten Hingucker werden müssen sie fit sein und sich in ihrer Haut wohl fühlen. Denn Fitness und Ausdruck lassen fast jedes Pferd erstrahlen. Wer sein Pferd schön reitet, tut sich damit nicht nur selbst einen Gefallen. Schöne Pferde sind in der Regel auch ausgeglichener und fitter und somit ihrem Job als Reitpferd körperlich und mental gewachsen. Pferde bestätigen das Schönheitsprinzip, welches von Architekten und Designer geprägt wurde: „Form follows function“ - die Form orientiert sich an der Funktion. Durch Züchter wurde ein faszinierendes Spektrum an unterschiedlichen Modellen geschaffen. Jedes einzelne davon strahlt jedoch umso schöner, je kräftiger ihre Muskeln sind, desto geschmeidiger sie sich bewegen und je selbstbewusster und wacher ihre Augen blicken.

Fitness ist schön!

Fitness ist schön und macht das Pferd zu einer Augenweide. Dabei geht es nicht um Muskelberge oder endlose Kondition, sondern vielmehr darum, dass der Pferdekörper in der Lage ist, seine Aufgaben zu bewältigen. Bei einem Reitpferd müssen die Muskeln stark und die Gelenke beweglich sein damit es in der Lage ist, das Reitergewicht und den eigenen Körper gesund und leicht zu tragen. Fit können Pferde nur durch Training werden. Obwohl durch die Zuchtselektion die Tiere besser an ihre unterschiedlichen Aufgaben angepasst wurden, bleibt die trainingsbedürftige Grundkonstruktion unverändert. Denn von Natur aus sind Pferde einfach fit für langes, ruhiges Grasen und gelegentliche Sprints, nicht jedoch für Reiter auf dem Rücken, hohe Dressurlektionen und über Hürden zu springen.

Vor allem Muskeln an der richtigen Stelle machen Pferde attraktiv. Voraussetzung für ein schönes Muskelwachstum ist, dass die Pferde im Training losgelassen sind. Nur so können die Fasern die Trainingsreize überhaupt umsetzten. Das Lösen der Pferde vor und während des Trainings ist allgemein ein sehr wichtiger Punkt. Bei untrainierten Pferden sollte dabei auf eine lange Aufwärmphase, kombiniert mit Boden- und Handarbeit geachtet werden. Während des Trainings sollten auf regelmässige Pausen und viele Wechsel zwischen Arbeitshaltung und Dehnungshaltung geachtet werden, damit die Muskeln des Pferdes geschmeidig bleiben.

Lösende Arbeit hat nicht nur einen Vorteil. Ebenfalls bewegen sich lockere Pferde einfach geschmeidiger und schwungvoller. Und wer schaut schon nicht gerne hin, wenn ein Pferd dynamische Gänge und fliessende Bewegungen zeigt?

Am besten klappt Muskeltraining in Intervallen. Dazu findet ihr einen Bericht hier: Eine gesunde Abwechslung zwischen Erholungs- und Belastungsphase

Und wer sich denkt schön reiten ist nur auf dem Platz möglich, der liegt falsch! Im Gelände trainieren Pferde ihre Muskeln fast automatisch. Lange Ausritte mit viel bergauf fördern die Kraft. Pferde die viel Zeit auf hügeligen Weiden verbringen haben diesen Trainingseffekt automatisch. Steht das Tier jedoch vermehrt im Stall, sehen sie auch trotz täglichem Training oft kantiger aus. Und Kurven sind ja bekanntlich schöner als Kanten!

Ist dein Pferd etwas unaufmerksam und stolpert durch die Landschaft? Leider sind stolpernde Pferde nicht wirklich eine Augenweide. Für schöne Bewegungen muss sich unsere Vierbeiner gut koordinieren können. Um die Koordination und die Kontrolle über die Füsse zu verbessern hilft rückwärts, seitwärts und Stangentraining.

Aber auch Schönheitstraining hat seine Grenzen. Die meisten liegen im Körperbau eines Pferdes. Ein unharmonisches Pferd, wird trotz allem Training nie so schön erscheinen wie ein gut proportioniertes. Ungünstige Proportionen machen es unserem vierbeinigen Partner schwer, sich gesund zu bewegen. Verschleiss und Gesundheitsschäden drohen bei Pferden mit schwächen im Körperbau eher als bei korrekt gebauten Tieren. Die Lage kann allerdings durch gutes Training immer verbessert werden. Bei Pferden mit Gebäudeproblemen muss man jedoch für geringeren Erfolg oft härter arbeiten.

Schmale Pferde brauchen mehr Kraft um ihren Körper unter dem Reiter ausbalancieren zu können. Für sie ist Galopptraining oder muskelfördernde Dressurarbeit mit viel Tempowechsel, sowie Stangenarbeit sehr zu empfehlen.

Durch regelmässige Seitwärts-Arbeit lassen sich steife Gelenke und Muskeln lockern. Diese Arbeit kann auch vom Boden aus durchgeführt werden. Dabei sollte stets drauf geachtet werden, dass die Bewegungen korrekt ausgeführt werden. Das heisst die Hinterbeine sollen unter den Schwerpunkt treten und die Pferde im Genick gestellt bleiben. Das korrekte Kreuzen ist dabei zweitrangig.

Wenn ein Pferd seinen Kopf beim Reiten steif nach vorne streckt geht so ziemlich der ganze schöne Anblick verloren. Für diese Tiere ist es wichtig an Abkauübungen der klassischen Dressur zu arbeiten. Diese Übungen mobilisieren den Unterkiefer und lockern die Genickmuskeln. Dagegen zäumen sich Pferde mit leichtem Genick leichter bei. Bei diesen Pferden ist es wichtig, sie einfach einmal am etwas längeren Zügel zu reiten. Im Allgemeinen sollte das Pferd nicht mit den Zügeln in die korrekte Haltung gezerrt werden. Wichtig ist es die Hinterhand zu aktivieren, nur so kann das Pferd in einer korrekten und lockeren Haltung laufen.

Ein schöner Rücken kann entzücken. So ist es auch bei den Pferden. Der Rücken profitiert von jedem Training, bei dem das Pferd losgelassen und mit aktiver Hinterhand arbeitet. Besonders effektiv sind Gangarten- und Tempowechsel in korrekter Dehnungshaltung. Dabei sollte jedoch darauf geachtet werden, dass das Pferd nicht zu lange in Dehnung bleibt und auf die Vorhand fällt.

Zu Teil 2: Wie reite ich mein Pferd zu einer Schönheit?

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