Stübben STEELtec: Interview mit Frank Stübben und Christoph Augsten

Anlässlich des reitsport.ch Events zum Thema Trensen und Gebisse unterhielten wir uns persönlich mit Frank Stübben und Christoph Augsten - dem Entwickler von STübben STEELtec Gebissen. Wie es zu Neuheiten kommt, welches die häufigsten Fehler bei der Gebiss-Wahl sind und vieles Mehr erfährst Du hier im Interview.

Seit wann gibt es Stübben Steeltec?

Frank Stübben: Stübben gibt es seit 1894 und Stuebben STEELtec wurde im März 2006 in der Schweiz gegründet. Stübben hatte eigentlich schon Metallprodukte im Angebot. Das war ganz eine klassische Linie – zeitlose Gebisse, Sporen und Bügel – diese haben wir auch heute noch im Sortiment unter dem Titel „Classic Line“. Dann kamen wir aber in Kontakt mit Herrn Augsten, welcher auf diesem Gebiet eine sehr grosse Erfahrung mitbringt und gründeten dann mit ihm Stübben STEELtec. Christoph Augsten: Ich bin seit 1990 im Bereich Gebisse, Steigbügel und Sporen tätig und war 10 Jahre bei Sprenger Vertriebsleiter der Reitsport Abteilung. Dann gründete ich meine eigene Firma und wurde nach drei Jahren von Sprenger aufgekauft. In diesem Zusammenhang musste ich dann einen Vertrag unterzeichnen, der festhielt, dass ich fünf Jahre nicht in der EU tätig sein darf. Und da die Schweiz – zum Glück – nicht in der EU ist, habe ich 2006 mit Stübben zusammen eine neue Firma in der Schweiz gegründet – die Stübben STEELtec GmbH. Und wir haben von da aus in den ersten 5 Jahren ausschliesslich ausserhalb Europas den Vertrieb gemacht. Mit grossem Erfolg haben wir die Geschäfte in den USA gestartet, dann kamen auch Australien, Südafrika und weitere Länder ausserhalb Europas dazu. Und seit Ende 2011 können wir auch in Europa tätig sein – und sind dies auch mit sehr grossem Erfolg. Wir haben auch einige Patente: das sind die Golden Wings, 2 in 1 Gebisse – mit ihren Besonderheiten – das ist unser Spezialgebiet und da kann uns auch Keiner kopieren. Was zeichnet die Stübben STEELtec Produkte aus? Frank Stübben: Innovatives Design, besondere Funktionalität, hohe Qualitätsstandards und ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis.

Was zeichnet speziell die Golden Wings Trense aus – und wie kamen Sie dazu, so etwas Neuartiges zu entwickeln? Christoph Augsten: Es gibt ja viele verschiedene Reitphilosophien. Was mich betrifft: ich bin ein Verfechter der Wassertrense. Und die hat aber einen grossen Nachteil – dass zum Beispiel gerade jüngere Pferde nicht gern an den äusseren Zügel gehen, weil sie sich die Lefzen klemmen können. Und so bin ich auf die Idee gekommen, die Golden Wings zu entwickeln. Wir hatten schon ein Vorgänger-Modell, welches ich damals mit an Sprenger verkauft habe. Aber das war nicht ganz so gut. Die neue Version ist viel besser – sie hat auch noch andere Vorteile, neben dem, dass sie die Pferde nicht mehr an den Lefzen zwickt, entfällt auch der Nussknacker-Effekt und die Wendungen kommen sehr viel schöner und können mit der Golden Wings viel besser geritten werden. Gab es ein Schlüsselerlebnis – wie kam es zur Neuentwicklung? Frank Stübben: Das Schlüsselerlebnis war eigentlich mehr, Herrn Augsten kennen zu lernen - weil wir im Hause Stübben ja eher Leder-lastig sind. Unser Herz schlägt primär für Leder – also Sättel und Zaumzeug. Und wir haben dann dadurch, dass die Kompetenz seitens Herr Augsten hinzu kam, eine grosse Chance gesehen. Wenn man jemanden gewinnen kann, der sich im Bereich Metall so gut auskennt, dass man etwas Grosses aufbauen kann. Vorab haben wir natürlich die Märkte analysiert und festgestellt, dass es einen Marktführer gibt, Sprenger, der im oberen Segment wirklich als anerkannter Marktführer da ist. Dann gibt es daneben sehr viele Produkte – aber eigentlich kein anderes starkes Label im Bereich Gebisse. So entstand daraus die Idee, Stübben – ein im Reitsport anerkannter Hersteller mit viel Know-How und einem starken Vertrieb – mit jemandem, der die Kompetenz hat, Produkte zu entwickeln, die Qualität und den Vertrieb zu sichern, zu kombinieren und sich mit einem eigenen Label stark von Sprenger abzugrenzen. Also preislich liegen die Stübben-Produkte rund 30% unter dem Sprenger-Preisgefüge. Das ist eigentlich unser Schlüsselerlebnis in der Sache. Denn ohne die Person Augsten, hätten wir das auch nicht gestartet.

Wie entsteht ein Produkt bei Stübben?

Frank Stübben: Ein Produkt entsteht durch enge Zusammenarbeit mit Aktiven, Trainern, Ausbildnern und Tierärzten. Dann werden die Prototypen erstellt, es gibt Langzeittest mit Pferd und Reiter und erst zum Schluss, nachdem die letzten Optimierungen umgesetzt worden sind, geht es zur Serienproduktion. Die fertigen Produkte führen wir dann über Testmärkte ein und hinterher folgt dann der weltweite Vertrieb über unsere Vertriebskanäle. Wir sind konstant auf Reitanlagen und im Gespräch mit den Aktiven. Die meisten Fehler entstehen bei der Wahl der Gebissweite (häufig zu gross) und des falschen Modelles. Daher ist eine kompetente Beratung bei der Wahl des richtigen Produktes von grosser Bedeutung.

Was raten Sie uns, als Online-Shop, wie können wir unsere Kunden bei der Wahl des richtigen Gebiss am besten unterstützen? Christoph Augsten: Wichtig im online Geschäft ist eine gute Beschreibung, welche Stübben für jedes einzelne Produkt mitliefert. Man muss auch Empfehlungen abgeben: welche Gebisse für welche Reiter-Kategorie in Frage kommen. Ausserdem benötigen junge Pferde andere Gebisse als ältere Pferde und die Auswahl muss auf die Reitweise angepasst sein.

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