Spezialprüfungen im Springen - Six Barres und Mächtigkeitsspringen

Die heutigen Springpferde werden durch die Zucht immer besser, sie haben mehr Vermögen und körperliche Vorteile als es die Pferde noch vor 20, 30 Jahren hatten. In normalen Springen kann diesem Umstand nicht dadurch Rechnung getragen werden, dass die Sprünge immer höher werden, es wird mit technischen Klippen die Rittigkeit der Pferde und die Fähigkeiten des Reiters getestet. Anders sieht das aus bei den Hochsprungprüfungen, hierzulande meistens als Six Barres ausgetragen. Im internationalen Sport sind es Mächtigkeitsspringen die das Spektakel und die Show bieten, die das Publikum sehen will.


Six Barres
Wie am CS Langenthal vor zwei Wochen, den reitsport.ch organisiert hat, werden in der Schweiz an manchen Concours Six Barres Prüfungen ausgetragen. Wie der Name es schon verrät besteht ein Parcours eines Six Barres aus nur sechs Sprüngen, diese haben es dafür in sich! Die ersten beiden Hindernisse dienen den Paaren zum Aufwärmen und in Schwung kommen, denn danach kommt die Reihe von vier Sprüngen mit jeweils zwei Galoppsprüngen dazwischen. Der vorderste Sprung ist der kleinste, der hinterste der höchste. Welche Anfangshöhe der letzte Sprung hat hängt vom Niveau der Austragung ab, bei regionalen Concours beträgt sie meistens 110 cm.
Es reiten nun alle Teilnehmer den Parcours wie bei einem normalen Springen. Sämtliche Paare die alle Sprünge fehlerfrei überwunden haben kommen eine Runde weiter. Nun werden die Hindernisse erhöht und die verbliebenen Konkurrenten nehmen den zweiten Umgang in Angriff. So geht es dann weiter, bis entweder nur ein einzelner Reiter ohne Fehler bleibt der sich dann über den Sieg freuen darf, oder alle die noch dabei sind an einer Höhe scheitern so dass es mehrere Sieger gibt. Die Endhöhe bei Six Barres variiert natürlich je nach Qualität der Pferde und Glück der Reiter. Es kann schon bei 150 cm Schluss sein, aber auch bis zu zwei Metern gehen.

Mächtigkeitsspringen (Puissance)
Bei grossen, internationalen Turnieren gibt es oft schon zur Tradition gewordenen Mächtigkeitsspringen. Wie zum Beispiel bei der London Olympia Horseshow, die immer vor Weihnachten stattfindet.
Das Prinzip von Mächtigkeitsspringen ist dem der Six Barres sehr ähnlich, nur der Parcours wird etwas anders aufgebaut. Anstatt der Hindernisreihe gibt es nur Einzelsprünge, meist vier an der Zahl wobei der letzte, höchste oft eine imposante Mauer ist. Auch hier wird so lange erhöht bis ein oder mehrere Sieger feststehen. Bei den ganz grossen Turnieren geht es meist bis zu Höhen über zwei Metern. Der Weltrekord wird seit 65 Jahren vom Vollblüter Huaso gehalten, der mit seinem Reiter Captain Alberton Larraguibel einen Sprung von 2.47 m überwand (hier der Link dazu).
Natürlich sind diese Wettkämpfe sehr umstritten, denn ohne Zweifel, solche extremen Höhen sind für den Pferdekörper eine grosse Belastung und hie und da gibt es auch unschöne Stürze. Trotzdem denke ich nicht, dass ein Pferd das ab und zu an Puissancen geritten wird Schäden davon trägt. Huaso, der nach sechs Jahren auf der Rennbahn zwei Jahre für den Hochsprungweltrekord trainiert wurde gibt mir da recht, er verstarb nämlich erst im hohen Alter von 29 Jahren.

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