Sitzübungen für Jedermann und jeden Tag

Sitzübungen kommen leider immer wieder viel zu kurz und es wird lieber auf dem Handy herumgedrückt, eine Zigarette geraucht oder gequatscht während der Schrittphase.

 Hier einige tolle Übungen, um Euch die Zeit während der Schrittphase zu verkürzen.

Dazu kommt, dass ihr für Euren Sitz etwas Gutes tut.

Wer den Blogg von mir bezüglich „Wie wärme ich mich und mein Pferd richtig auf?“ gelesen hat, kennt bereits die Übungen der Märmelibahn.

Hier noch weiterführende Übungen die ihr gut einbauen könnt:

Setzt Euch mit einer Gesässhälfte auf die offene Handinnenfläche. Nun fühlt ihr den Gesässknochen auf Euren Fingerspitzen. Weiter ertastet Ihr die Form dieses Gesässknochens. Dieser fühlt sich ähnlich wie eine Kufe an. Diese Kufe bewegt wie eine Wiege auf Euren Fingern. Genau dies passiert auch beim Sitzen auf dem Sattel. Als Ihr müsst auf Euren Kufen sitzen und wiegen. Wichtig ist, dass Ihr nur auf diesen Kufen sitzt, also auf den Gesässknochen und an keinem anderen Ort. Nehmt die Hand hervor und macht das gleiche auf der anderen Seite. Wenn Ihr dies beidseitig gemacht habt, solltet Ihr fühlen, wie Ihr eine Etage tiefer sitzt.

Weiter könnt Ihr aktiv durch kneten, zupfen und massieren Eure Muskulatur lösen und so die Durchblutung anregen. Fangt mit dem Muskel über der Schulter an, dieser ist bei den meisten sehr verspannt und tut höllisch weh, sobald Druck darauf gegeben wird. Weiter zum Brustmuskel. Dafür greift Ihr bei der Brust unter den Arm um diesen zu finden. Den Oberarm nicht vergessen und danach weiter zur Hüfte. Massiert den Punkt oberhalb des Hüftknochens. Wir gehen weiter nach unten zu der Oberschenkelinnenseite bis zum Knie. Ihr könnt auch weitere Muskeln, die Euch spezielle Probleme bereiten, so versuchen zu lösen. Insbesondere Stellen und Problemzonen, wo Ihr Schmerzen oder Blockaden habt. Von diesen haben wir ja bekanntlich genug davon….

Weiter versucht zu erfahren was passiert, wenn Ihr Euer Kreuz anspannt und wieder endspannt. Das Anspannen des Kreuzes könnt Ihr auf einem Stuhl üben, damit Ihr wisst was gemeint ist und wie sich dies anfühlen sollte. Setzt Euch auf einen Stuhl oder Hocker der keine Arm- und Rückenlehnen hat. Setzt Euch ganz nach vorne an die Kante und nehmt die Position ein, wie Ihr beim Reiten habt. Nun versucht Ihr, nur mit der Hüfte den Stuhl anzukippen. So, dass sich dieser nur noch auf den vorderen Beinen befindet. Dieses Ankippen und Abstellen könnt Ihr einige Male durchführen.  Dadurch ist der Effekt vom angespannten Kreuz gut fühlbar, was ich gemeint habe mit Kreuz einen Moment „festhalten“. Also versucht dies auch auf dem Pferd, indem Ihr quasi den Stuhl ankippt und wieder abstellt. Achtet darauf, was mit Eurem Pferd passiert oder besser, was die Reaktion von Eurem Pferd ist. Diese Übung könnt ihr verwenden um Übergänge zu reiten.

Dies könnt Ihr auch nur mit aktivem und bewusstem Ein-und Ausatmen versuchen. Was passiert mit Eurem Pferd, wenn Ihr Euch „gross“ macht und tief einatmet? Was passiert, wenn ihr danach wieder ausatmet? Versucht Übergänge einmal nur so zu reiten. Atmet für den Übergang vom Trab in den Schritt oder vom Galopp in den Trab nur aus und schaut was passiert.

Weiter achtet darauf, Euer Pferd mehr über Euer Gefühl und nicht über den Blick zu kontrollieren. Schaut immer nach vorne, wie Ihr es im täglichen Leben auch tut. Denn Eure Blicktechnik ist sehr wichtig beim Reiten. Das richtige Schauen ist die halbe Miete. Wenn Ihr in die richtige Richtung schaut, sitzt Ihr automatisch von der Gewichtsverlagerung her richtig. Dies ist vor allem für die Springreiter unter Euch sehr wichtig. Da müsst Ihr vorausschauen, Blick nach vorne bzw. zum nächsten Hindernis gerichtet, und nicht die Stangen und Sprünge am Boden zu Tode schauen.

Wie Ihr sicher bemerkt habt, sind dies, im Gegensatz zu den Märmelibahnübungen, bei welchen Ihr aktiver gefordert werden, eher Übungen die Euer Gefühl schulen sollen. Verlasst und vertraut Euch mehr auf Euer Gefühl!

 

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