Sicher durch den Strassenverkehr reiten!

Aktuell waren in der letzten Zeit immer wieder Kutschen-Unfälle (im Strassenverkehr), in den Medien präsent. Da dort eine unendliche Kraft aufeinander prallen kann, enden solche tragischen Zusammenstösse meist tödlich für die Pferde. Aber auch uns Reiter kann bei fahrlässigem Umgang massenhaft zustossen.

Deshalb wollte ich kurz nochmals auf die gängigen Regeln bzw. das Strassenverkehrsgesetz eingehen.


So will es das Gesetz!
«Reiter und Führer von Pferden sind Motorfahrzeugen beim Vortritt gleichgestellt.» Art.14 Abs. 4 Trotzdem dürfen wir Reiter den Vortritt niemals erzwingen! Lieber wartet man einmal zu viel, als zu wenig, denn den Kürzeren ziehen dann sowieso wir! Die Reiter und Fahrer haben sich an den rechten Strassenrand zu halten. Ausserdem gelten so natürlich auch für uns alle Strassensignale (Signalisationen wie Verbots-, Gebots- und Hinweistafeln), sowie das korrekte Einspuren. Zudem gelten Einbahnstrassen auch für Berittene und Gespannfahrer.


«Das Pferd muss man so weit vor Bahnübergängen und Schranken anhalten, dass sie sich nicht erschrecken. Das Überqueren des Übergangs sollte zügig vorangehen. Überqueren ist jedoch nur im Schritt erlaubt.» Art.24
Meiner Meinung nach, sollte man Bahnübergänge möglichst umgehen und ansonsten schon von weitem auf den Zugverkehr achten, damit man schlussendlich nicht in eine brenzlige bzw. gefährliche Lage kommt.


«Alle Richtungsänderungen (auch abbiegen nach rechts) müssen mit Handzeichen (Arm ausstrecken) angekündigt werden.» Art.28
Da muss ich gestehen, dass ich mich wahrscheinlich noch nie an dieses Gesetzt gehalten habe! Aber auch meine Reiterkollegen sehe ich nie ein Zeichen setzten. Man hat jedoch nie ausgelernt…


«Auf dem Radstreifen, der mit unterbrochener Linie abgegrenzt ist, darf geritten werden, wenn dadurch die Fahrradfahrer nicht behindert werden.» Art. 40 Abs. 3
Diese Fahrradfahrer können wohl nie auch nur eine Sekunde warten und haben stetig Vortritt?! Nein, natürlich behindern wir keine armen Velo-Fahrer! ;-)


«Auf Strassen mit starkem Verkehr dürfen nur erfahrene Reiter auf sicheren Tieren reiten. Mehr als ein Handpferd pro Reiter ist nicht erlaubt. Zu zweit nebeneinander darf man innerorts nur im geschlossenen Verband von mindestens sechs Reitern reiten. Ausserorts ist es tagsüber bei schwachem Verkehr auch bei weniger Reitern erlaubt.» Art. 51
Ich bin der Meinung, dass allgemein nur erfahrene Reiter ins Gelände gelassen werden sollten!


«Wenn man sein Pferd irgendwo hinstellt, darf es dadurch den Verkehr nicht behindern. Wenn es unbeaufsichtigt ist, musst man es zuverlässig anbinden.» Art. 52
Das Anbinden ist so oder so ein Thema, welches nicht unterschätz werden sollte, doch dazu folgt dann auch noch ausführlich ein Bericht von mir.


«Reiterkolonnen sollten wenn möglich unterteilt werden, damit die anderen Fahrzeuge besser überholen können. Nachts und bei schlechter Witterung müssen Reiter und Führer von Tieren zumindest auf der dem Verkehr zugewandten Seite ein von vorne und hinten sichtbares, gelbes Licht tragen, das nicht blendet. Das Pferd muss rückstrahlende Gamaschen tragen. Bei Reiterkolonnen muss wenigstens der vorderste und der hinterste Reiter links ein gelbes Licht tragen.» Art. 53
Nadine wird euch demnächst das Thema „Reiten in der Dunkelheit“ noch genauer erläutern, weshalb ich nicht all zu gross darauf eingehen werde.


Macht euch sichtbar!
Wer meine Pferde sieht, könnte meinen, dass wir den ganzen Tag in der Dunkelheit unterwegs sind. Denn wie schon so oft erwähnt, tragen sie die hellsten bzw. grellsten Farben. Uns sieht man also zu jeder Tageszeit gut ;-) Auch reitsport.ch führt ein stolzes Leuchtartikel – Sortiment im Lager.

Schützt auch die Kleinsten!
Natürlich müssen auch die Hunde in der Dunkelheit gut ersichtlich sein, denn diese sind aufgrund ihrer Grösse natürlich noch gefährdeter als die Pferde, da sie schnell übersehen werden. Meine Hündin Kira trägt jeweils dieses Hundeleuchthalsband, welches zugleich den Pferden den Weg beleuchtet, da dies wirklich ein starkes Licht eingebaut hat.


Wenn möglich: Ausweichen!
Wenn ich an Früher denke, läuft es mir geradewegs kalt den Rücken runter. Denn oftmals sind wir längere Zeit auf einer Hauptstrasse entlanggeritten, welche auch die Postautos benützen. Als heutiger Angsthase würde ich mich das natürlich nie mehr trauen, weshalb wir auch zum Schutz von Kira den Strassenverkehr so gut wie möglich umgehen.

Nehmt Rücksicht – zu eurem Schutz!
In unserem Reitgelände nehmen die meisten Autofahrer leider überhaupt keine Rücksicht auf uns Reiter. Weshalb ich an Tagen mit schlechter Laune, mit Special einfach nicht auf die Seite gehe, bis heruntergebremst wird. Denn zum Erstaunen der Allgemeinheit, gibt es auch bei Special etwas, wovor er sich nicht fürchtet. ;-P Durch meine Sturheit gefährde ich natürlich das Leben von uns beiden. Deshalb ist es eigentlich auch besser, wenn man zum eigenen Schutz, Rücksicht auf die Autofahrer nimmt.
Aber auch die Velofahrer, welche genau auf meiner Höhe den Gang umschalten müssen, könnte ich jeweils „auf den Mond schiessen“.
Es geht jedoch auch anders… Denn einmal machte Special bei einem Traktor solch ein Theater, dass dieser sogar sein Gefährt ausschaltete, sodass wir uns ohne Unfall kreuzen konnten.

Unwissenheit – da zu wenig Prävention!
Bei einem Ausritt letztens, fiel uns auf, wie wenig die Menschen über ein korrektes „Auto kreuzt Pferd“ – Vorgehen wissen. Hier besteht also auch ein grösserer Präventionsbedarf.
Auch die Versicherungen sollten doch eigentlich daran interessiert sein, dass die Autofahrer korrekt handeln und nicht erst dann daraus lernen, wenn das Pferd den geliebten Porsche mit dem Huf getroffen hat.

Man kann also nur hoffen, dass unser Gegenüber entweder einen guten Tag erwischt hat, oder wir es mit erfahrenen und einfühlsamen Menschen zu tun haben.


Gebt also acht und seid nicht fahrlässig so stur wie ich ;-)

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