Scheren Teil 3

Im dritten Teil (Teil 1, Teil 2) der Serie zum Thema Scheren möchte ich euch die erste der verschiedenen “Frisuren” die ihr euren Pferden verpassen (lassen) könnt vorstellen. Welches Schermuster ihr wählt kommt auf die Ansprüche an euer Pferd und dessen Konstitution an. Die meisten Sportpferde werden ganz geschoren, Freizeitreiter bevorzugen häufig eine Teilschur. Dies soll keine Verallgemeinerung sein, ich selber schere meine Pferde die im Sport aktiv sind auch nicht grundsätzlich ganz, sondern mache es von den kommenden Einsätzen abhängig.

Die Totalschur
Von oben bis unten ratzekahl, so sehen Pferde nach einer Total- oder Vollschur aus. Wie schon erwähnt wird diese Art des Scherens vor allem bei Sportpferden angewendet. Zum einen um zu verhindern, dass sie sich bei Wartezeiten nach einer Prüfung im Transporter verkälten wenn sie nachschwitzen und zum anderen natürlich auch weil es am elegantesten und sportlichsten aussieht. Ausserdem sind viele Pferde leistungsbereiter wenn sie vom Winterpelz befreit werden unter dem sie vor allem jetzt im Herbst wenn noch etwas wärmere Temperaturen herrschen schnell aufheizen.
Wem es zu aufwändig ist die Beine des Pferdes zu scheren, kann das Fell da auch einfach stehen lassen. Das sieht zwar nicht ganz so sportlich aus, ändert aber an der Wirkung der Vollschur nichts. Es kann bei älteren Pferden mit Arthrose sogar ratsam sein die Beine nicht zu scheren, um die Gelenke nicht mehr als nötig der Kälte auszusetzen.
Damit es nicht aussieht als ob das Pferd halterlose Strümpfe trägt sollte der Übergang vom stehengelassenen zum geschorenen Fell nicht waagerecht geschnitten werden. Am schönsten ist es, wenn man dem Verlauf der Muskulatur am Oberarm bzw. Oberschenkel folgt. Dann verläuft der Schnitt gegen vorne nach oben, spitz zulaufend (siehe Bild).
Auch auf das Scheren des Kopfes wird oftmals verzichtet. Hier kann die Grenze entlang der Ganaschen bis zum Genick gezogen werden oder aber man schert auch die Ganaschenpartie und den Unterkiefer des Pferdes. Dabei muss man vorsichtig vorgehen, weil es die meisten Tiere nicht mögen, wenn die Schermaschine so nah am Knochen angesetzt wird. Sowieso ist es ratsam für heikle Partien eine kleinere Maschine zu verwenden als für den Rest des Körpers.
Ebenfalls häufig beim Scheren ausgelassen wird ein Teil der Sattellage, da gerade empfindliche Pferde dort heikel auf Reibungen der Schabracke reagieren könnten. Bei Pferden ohne solche Probleme wird auch oft nur ein kleines Stück Fell rund um den Widerist stehen gelassen.

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