Scheren Teil 2

Schon ist wieder Oktober, die Temperaturen sinken und das Winterfell bei unseren Pferden spriesst. Nach dem ich euch im ersten Teil der Serie über den besten Zeitpunkt und die richtige Ausrüstung zum Scheren berichtet habe, möchte ich mich nun den Vorbereitungen und der Gewöhnung des Pferdes an die Schermaschine widmen.

Vorbereitungen

Hat man vor seinem Pferd die geeignete Winterfrisur zu verpassen, müssen ein paar Vorbereitungen getroffen werden. Als erstes sollte man sich überlegen, wo denn das Pferd am besten angebunden wird. Der Platz sollte über gutes Licht, entweder Tageslicht oder gute Lampen verfügen und trocken und einfach zu reinigen sein, da die Haare nach dem Scheren ja überall herumliegen. Ausserdem ist es natürlich sehr wichtig, dass das Pferd den Platz kennt und nicht schon vor dem Scheren nervös wird. Auch darf es nicht zu eng sein, da ich aus eigener Erfahrung weiss wie unangenehm es ist zwischen Pferd und Wand eingeklemmt zu werden. Ist der geeignete Ort gefunden und das Pferd bereitgestellt, sollte es noch gründlich geputzt werden, denn sowohl fürs Pferd als auch für die Schermaschine ist es angenehmer, wenn das Fell nicht verklebt oder voller Sand ist. Nun wird die Maschine vorbereitet. Ich mache das gern wenn das Pferd schon parat ist, damit es mir zusehen kann und sich an den Anblick und das Geräusch schon etwas gewöhnt. Die Schermaschine muss vor dem Gebrauch immer geölt werden und die Schraube oben am Scherkopf muss so weit angezogen werden, dass die Messer nicht zu locker sind aber auch nicht zu stark aneinander reiben. Nun die Maschine einen Augenblick laufen lassen, dass sich das Öl gut verteilt und dann kann es los gehen. Welche Frisur das Pferd bekommen soll müsst ihr euch natürlich schon überlegt haben bevor ihr mit dem Scheren beginnt. Über die verschiedenen Möglichkteiten werde ich im nächsten Teil der Serie berichten.

Das Pferd an die Schermaschine gewöhnen

Die meisten Pferde sind zu Anfang etwas skeptisch bis ängstlich, auch wenn sie das Scheren schon kennen liegt das letzte Mal doch meistens ein ganzes Jahr zurück. Darum muss man sich etwas Zeit nehmen um dem Tier die Unsicherheit zu nehmen. Ganz am Anfang sollte es auch nicht angebunden, sondern von einer Hilfsperson gehalten werden, damit es nicht plötzlich in den Strick hängt, sollte es erschrecken. Lasst eure Pferde an der ausgeschalteten Schermaschine schnuppern und haltet sie ihm an die Schulter oder den unteren Halsbereich. An diesen Stellen sollte man dann auch mit dem Scheren beginnen, da euch das Pferd dort sehen kann aber nicht gefährdet, falls es nervös wird. Nun haltet die Maschine wieder eine Armlänge vom Pferd weg und schaltet sie an, während ihr mit der anderen Hand seinen Hals streichelt. Weicht es zurück folgt ihm langsam und ruhig, sprecht mit ihm und wartet so lange mit dem nächsten Schritt bis es sich beruhigt. Hat sich das Pferd an die Situation gewöhnt legt langsam die laufende Schermaschine an seine Schulter und bewegt sie etwas, jedoch noch ohne zu scheren. Erst wenn es das toleriert kann man den ersten Schnitt wagen, dann aber ohne Zögern in grossen Zügen dem Hals entlang fahren und das Pferd immer gut loben wenn es brav stillhält. Pferde die panisch werden und sich gar nicht beruhigen wollen schere ich selber nicht ohne Sedation, denn der Stress fürs Tier und die Gefahr für mich ist mir zu gross. Ist es das eigene Pferd, würde ich aber empfehlen über Tage oder halt Wochen immer wieder die Schermaschine anzulassen und das ganze Prozedere zu wiederholen bis das Pferd keine Angst mehr hat.

Mehr über das Thema erfahrt ihr auch am Scheren und Decken Event bei reitsport.ch!

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.