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Rund um die Hilfen beim Reiten

Eine meiner Freundinnen hat neu angefangen zu reiten und fragte mich dann einmal so, was genau ist eigentlich eine halbe Parade? Nun, mein reiterlicher Aufbau liegt Jahre zurück, ich kann es reiten aber so richtig erklären kann ich es dann doch nicht. Nun habe ich mir also all die Theorie aufgerollt und möchte sie für euch zusammenfassen. Rund um die Hilfen beim Reiten also:

Die Schenkelhilfen:

Die genaue Position unseres Beines ist massgebend für eine korrekte Hilfe für den Rumpf und die Hinterhand der Pferde. Unter dem Schenkel verstehen wir nicht nur den Unter, sondern auch den Oberschenkel vom Reiter.

Der treibende bzw. biegende Schenkel liegt am Gurt. So kann man das Pferd vorwärts treiben oder in eine Biegestellung bringen.

Wenn der Schenkel verwahrt, liegt er eine Hand breit hinter dem Sattelgurt. Das Bein sollte nicht hoch sondern eher nach hinten geschoben werden. Man kann sich vorstellen, wie wenn das Bein das Pferd nun sachte einrahmt. Es verhindert so das die Kruppe nicht nach aussen drückt. Grundsätzlich sollte der Schenkel hier ruhig liegen und keinen Druck ausüben. Wenn dein Pferd mit der Hinterhand ausschwenkt kannst Du einfach den Druck erhöhen.

 

Die Gewichtshilfen

Beim Schreiben ist mir aufgefallen, dass ich eigentlich mit den Gewichtshilfen hätte starten müssen. Es sind unsere wichtigsten Hilfsmittel! Unsere Pferde sind stets darum bemüht, ihren Schwerpunkt unter unseren Schwerpunkt zu bringen. Jedes Mal wenn Du dein Gewicht verlagerst, fällt dein Pferd gewissermassen aus dem Gleichgewicht. Dies merkt man vor allem bei sehr jungen Pferden.

Wenn ein Pferd in die Stellung oder Biegung geht, wird eine einseitige Gewichtshilfe verlangt. Du verlagerst also dein Gewicht auf die innere Seite. Das englisch gerittene Pferd folgt dem Gewicht. Bei western Pferde wird gewichen, sie laufen gegen das Gewicht. Wichtig ist, Gewicht verlagern ist nicht gleich mit der Hüfte einknicken. Wenn Du dein äusseres Bein zurück nimmst wirst Du merken, dass dein Gewicht automatisch verlagert wird.

Bei der beidseitigen Gewichtshilfe geht es vor allem darum, Spannung in unseren Bauch und Rumpfmuskeln aufzubauen. So wird dein Pferd versuchen, die Hinterbeine weiter unter den Körper zu bringen.

Entlastende Gewichtshilfen sollen helfen, dass dein Pferd sich entlastet fühlt. So kannst Du mit einer einfachen Übung entlastende Gewichtshilfen geben. Beuge deinen Oberkörper einige  Zentimeter vor, dein Gewicht verlagert sich automatisch auf deine Oberschenkel und Steigbügel.

 

Die Paraden:

Warum Parade? Weil bei der Parade alle Hilfen zusammen einwirken. Es gibt die halbe und die ganze Parade. Sie unterscheiden sich vor allem im Ergebnis. Bei einer halben Parade verlagert sich das Gewicht des Pferdes nach hinten und die Hinterhand wird stärker beansprucht. Bei einer halben Parade kann man sich vorstellen, dass man dem Pferd kurz ein „Hallo aufpassen“ sagt. Das Tempo wird dann verlangsamt oder die Gangart wird gewechselt. Bei der ganzen Parade hält das Pferd an.

Die Paraden werden im aufrechten Sitz geritten. Mach dich gross und übe so mehr Druck im Sattel aus. Dies ist die beidseitige Gewichtshilfe. Du treibst mit dem Schenkel, dass die Pferdebeine schön unter den Schwerpunkt treten und dann kommt der Zügel entgegen. Dein Pferd wird sein Tempo verkürzen oder anhalten. Bei einer Parade geht es darum, dass das Pferd sich unter dem Reiter neu ausbalanciert. Deiner und deinem Pferd sein Schwerpunkt stimmt danach wieder überein. Wenn Du deine Körpermitte kennst, unter deinem Bauchnabel, tief im Rumpf, kannst Du dir das bildlich besser vorstellen.  Denke daran, es ist immer die treibende Hilfe die herrschende, mehr Bein als Zügel einfach gesagt.

Fazit: Jeder kennt seine Schwachstelle und ich finde es immer einfacher, die Theorie zu schreiben als dann selber auch so zu sitzen. Jahrelang habe ich an der richtigen Beinposition gearbeitet, das Bein liegt jetzt richtig, sollte sich aber noch mehr nach innen drehen, den Oberschenkel eindrehen, sagen sie dann immer. Ist einfacher gesagt als gemacht. Ich bleibe dran, wir lernen ja nie aus.

Herzlich.

Xenia mit den Isi

 

Wir üben am perfekten Bein
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