Rosse bei der Stute

Der Frühling ist da! Die Tage sind schon wieder länger geworden, die Blumen beginnen zu blühen und im Tier und Menschenreich spielen die Hormone verrückt.

Eine Kollegin von mir versucht dieses Jahr ihre Stute besamen zulassen und hoff natürlich das es sobald als möglich klappt. Der erste Versuch, die Stute wird befruchtet mit einem Gefriersamen, fand letzte Woche statt. Aus diesem Anlass dachte ich mir könnte ich mal das Thema Rosse aufgreifen und an paar Zeilen dazu verfassen. Normalerweise muss ich mich als Wallach Besitzerin ja nicht mit diesem Thema beschäftigen aber durch meine Kollegin habe ich nun doch so einiges spannendes mitbekommen.

 

Die Rosse ist eine zyklische Aktivität der Eierstöcke, welche saisonal von März bis September auftritt. Es gibt allerdings auch Stuten die das ganze Jahr über „rössig“ sein können. Die rosse dauert normalerweise ca. sechs bis acht Tage und kommt alle 3 bis 4 Wochen vor, hier spricht man dann von rossig. Rosse bezeichnet beim Pferd den Zeitraum der Brunft, d.h. der Paarungsbereitschaft der Stuten innerhalb ihres Sexualzyklus. Wird eine Stute gedeckt oder besamt ist es sehr wichtig zu schauen wie rossig sie ist und ob es sich überhaupt lohnt sie zu diesem Zeitpunkt zu befruchten oder ob ein besserer Termin abgewartet werden sollte.

Die rosse ist hormonell gesteuert und mit körperlichen Erscheinungen sowie Änderungen des Verhaltens verbunden. Stuten können z.B. Ausfluss haben, wenn sie einen Wallach oder Hengst sehen den Schweif zur Seite neigen, zickiger oder freundlicher sein als sonst. :) (aber das kennen wir Frauen ja auch), sie können schwerer zu reiten sein spricht etwas fauler sein, sehr kitzlig oder störrisch sein. Es gibt aber natürlich aus Ausnahmen die dann rittiger als sonst sind oder sogar sehr anhänglich und verschmust werden. Manche Stuten bleiben auch gleich, so dass man kaum merkt das sie rossig sind.

Eindeutige Zeichen das eine Stute rossig ist:

·         Sie blitzte mit den Schamlippen

·         Stellt sich breitbeinig hin und setzt eine Mischung aus Harn und Schleim ab

·         Die Schamlippen schwellen an

·         Sie verändert ihr Verhalten

·         Drängen sich Hengsten und auch Wallachen auf

·         Wiehern und quietschen vermehrt

 

Der Fruchtbarkeitszyklus der Stute dauert im Durchschnitt drei Wochen, davon ist die Stute rund sechs Tage rossig. Die Rosse beginnt mit dem Reifen des Follikels und klingt nach der Ovulation wieder ab. Die Ovulation findet im letzten Drittel der Rosse statt, also meist am vierten Tag. Der optimale Belegungszeitpunkt ist ein Tag vor Ende der Rosseerschnungen.

Während der Winterruhe, September bis März, rosst die Stute nicht oder nur wenig (von Tier zu Tier unterschiedlich). Die ersten beiden Rossen im Frühjahr sind meist nicht fruchtbar. Obwohl die Rosse an sich hormonell gesteuert wird, kann sie erfahrungsgemäss dadurch stimuliert werden, dass die Stute in die Nähe eines Hengstes gebracht wird.

 

Was passiert während der Rosse mit der Stute:

Wie auch bei uns Frauen spielen in dieser Zeit die Hormone verrückt. Das sogenannte GnRH (Gonadotropin Releasing Hormon), das im Hypothalamus des Zwischenhirns gebildet wird, bewirkt in der Hirnanhangsdrüse die Ausschüttung des Follikel stimulieren Hormons (FSH). Diese gelangt übers Blut zu den Eierstöcken und lässt dort einen Follikel (Eibläschen mit Eizelle) reifen. In diesem Follikel wird in der Rosse Östrogen gebildet, das die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung des Eis vorbereitet. Der Eisprung selbst findet gegen Ende der Rosse statt und wird durch ein anderes Hormon ausgelöst.

 

Die meisten Stuten werden das erste Mal in Ihrem Leben im Alter von 12 bis 15 Monaten rossig. In den folgenden 20 Jahren wird eine Stute durchschnittlich sieben Mal im Jahr rossig, es kann jedoch auch häufiger oder natürlich auch seltener vorkommen, ja nach Pferd und Haltung. Erkennbare Zeichen der Rosse treten meist in der Woche vor dem Eisprung auf.

 

Wenn eine Stute rossig ist gilt es Rücksicht zu nehmen. Die Stute meint es nicht böse, habt Verständnis für ihren Zustand, denn er geht ja zum Glück auch wieder vorbei. Das zumindest denken sich die meisten Männer wenn wir wieder mal unsere „Tage“ haben.;)

 

(Bildquelle: Google)

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