Rio wird kein Familienurlaub - Ludger Beerbaum am CSI Basel

Ludger Beerbaum, schön, dass Sie uns am reitsport.ch Stand hier am CSI Basel besuchen. Wie planen Sie Ihre Turniersaison?

Es gibt ja letztendlich den Jahreskalender und der fängt hier im Januar in Basel an. Meist schon im Winter des Vorjahres überlege ich mir dann jeweils, was sind die Ziele? Mit welchen Pferden erreiche ich die am besten?

Basel ist für mein Team ja langsam auch schon ein bisschen traditionell – so am Anfang des Jahres. Immer Mitte Dezember bin ich noch in Genf und danach haben wir bis Basel während drei Wochen eine Winterpause. In dieser Zeit ist auch Weihnachten und da habe ich auch Zeit für uns, also für die Familie und die Pferde haben auch etwas frei.

Am selben Wochenende wie CSI Basel gibt es auch bei uns einen CS in Münster. Aber die Entscheidung ist für Basel gefallen, weil es einfach das hochkarätigere Turnier ist. Für uns ist es ein bisschen schade, dass es am selben Wochenende ist – weil für uns wäre ein Heimspiel in Münster.... Aber wie gesagt, man muss Prioritäten setzen und für mich ist klar Basel das attraktivere Turnier. Das heisst vom Programm, von der Ausschreibung her und auch vom Preisgeld. Genau wie diesen Entscheid fälle ich dann für jedes einzelne Wochenende eine Entscheidung wohin es gehen soll.


Aber kommt es auch vor, dass man Sie an einem regionalen Turnier in Deutschland antrifft?

Ich persönlich – aktiv – eher weniger oder eigentlich gar nicht. Natürlich sind wir durch meinen ganzen Stall jeweils vertreten. Ich habe sechs Bereiter, die auch starten. Dann sind zwei Bereiter, die National unterwegs sind – und dann bin ich da auch ab und zu mal passiv – also zum Zuschauen vor Ort.


Wann haben Sie denn Zeit zum Zuschauen – ich habe immer gedacht, Sie wären quasi an jedem Wochenende auf Turnieren unterwegs? Oder haben Sie noch eine Sommerpause?

Das hört sich gut an!! Aber nein, dem ist leider nicht so. Ich habe keine Sommerpause. Für mich sind schon die entspannteren Monate, wenn man mal ein Turnierfreies Wochenende hat. Das plane ich in der Regel kurz vor einem Championat ein, wenn man sich noch einmal richtig auf das grosse Ereignis fokussieren will. Es gibt aber keine - mit der oben beschriebenen Winterpause – vergleichbare Sommerpuse.


Wie vereinbaren Sie das mit der Familie?

Die Familie lebt zu Hause bei uns auf dem Hof und dadurch sind wir unter der Woche morgens, mittags und abends zusammen. Es gibt ein paar Turniere – besonders an interessante Orte – wo die dann auch mal mitfahren.

Aber ansonsten ist es schon auch viel Reisen, das ich dann auch alleine mache – aber das ist ja mein Beruf. Andere Leute sind unter der Woche weg und am Wochenende zu Hause und bei mir ist es dann halt eben umgekehrt. Und an fünf bis sechs Wochenenden kann dann die Familie eben auch schon mitkommen.


Planen Sie Familienferien in Rio – also wird ihre Familie Sie an den Olympischen Spielen in Brasilien vor Ort unterstützen?

Nein. Das ist dann ein Ereignis, das nicht ganz ohne Stress und Adrenalin ist. So ein Highlight von einem Job, da kann ich die Familie nicht mitnehmen. Das geht nicht.


Wissen Sie allenfalls schon welches Pferd Sie an Olympia mitnehmen werden?

Also vordergründiges Ziel ist vorerst jetzt einmal die Europameisterschaft diesen Sommer in Aachen. Dann ist es schon der Plan, dass ich in Rio starten werde. Ich habe auch zwei, drei Pferde, die das schaffen könnten: Chiara und Zinedine oder auch Colestus. Ich hoffe, dass einer von denen dann das Rennen machen wird.


Vielen Dank fürs Interview - Veronika Studer Bärlocher für reitsport.ch


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