Richtige Kommunikation mit Gerten und Sporen

Beim Thema Sporen und Peitschen gehen die Meinungen der Reiter auseinander, wie bei so vielen Themen im Pferdesport.

Ich bin der Meinung, dass Sporen und Gerten im richtigen Mass sowie bei richtigem Einsatz ein gutes Kommunikations- und Hilfsmittel sein können und nicht nur negative Auswirkungen haben.

 

Gerten und Peitschen

Viele Reiter haben Scheu davor eine Gerte einzusetzen, da sie fürchten dem Pferd wehzutun. Darüber sollte man sich nicht zu grosse Sorgen machen, natürlich gelten Gerten nicht als Schlaginstrument, richtig eingesetzt können Sie Dir und Deinem Pferd jedoch als sehr positives Hilfsmittel nutzen.

Das einsetzen der Gerte sollte als Signal für Reiter und Pferd dienen, wenn Du jedoch befürchtest Deinem Pferd sei das unangenehm, ist es wichtig dich nochmals mit dem Thema und der Handhabung korrekt zu befassen.

Gerten können oft auch als Belohnungsmittel eingesetzt werden, dies ist beim Horsemanship oft der Fall und die Pferde reagieren so sehr positiv auf das Hilfsmittel.

 

Handhabung der Gerte:

Wichtig ist dass Du die Gerte behutsam aber doch bestimmt einsetzt, wenn dies benötigt wird, es sollte darauf geachtet werden, dass Pferde nicht ständig mit der Gerte in Berührung sind sondern nur bei der Hilfestellung mit der Gerte in Kontakt geraten.

Bei Dressurgerte, solltest Du darauf achten, dass Du diese nicht ganz oben am Griff, sondern näher beim Gertenschwerpunkt hältst. Die Gerte solltest Du über Deinen Oberschenkel legen und sollte schräg nach unten an Deinem Bein angelegt sein.

 

Der Touchierpunkt beim Pferd:

Je nach Einsatzbereich der Gerte, können Pferde unterschiedlich animiert werden. Mit der Dressurgerte und dem Einsatz an der Flanke wird oft die Hilfestellung des Unterschenkels des Reiters unterstützt. Hingegen bei Jungenpferden kann durch das Einsetzen der Gerte an der Schulter das Pferd animiert werden vorwärts zu gehen und fleissiger zu gehen.

 

Einsatz der Gerte:

Die Gerte ist eine Verlängerung Deines Armes und dient vor allem bei dosiertem Feingefühl eine grundlegende Hilfe. Wird Dein Pferd kurz und präzise aufgefordert und nicht nur leicht „angetippt“ wird oftmals mehr erreicht und das Pferd reagiert besser auf die Hilfestellung als wenn es nur leicht berührt wird (Achtung ich meine hier nicht dass Du Dein Pferd schlagen sollst, sondern ihm nur eine kurze aber bestimmte Anweisung zu geben).

Wichtig ist das Dein Pferd einen gewissen „Respekt“ vor der Gerte hat, sodass es eindeutig erkennt was Du von ihm möchtest und angstfrei auf Deine Hilfe mit der Gerte reagiert. Ein tatsächliches Schlagen mit der Gerte ist hier selbstverständlich verboten!

Am einfachsten gelingt der Einsatz der Gerte, wenn Du Dir vorstellst, dass sie eine Verlängerung Deines Armes ist.

Der Einsatz der Gerte ist richtig und nötig, wenn Dein Pferd noch nicht viel geritten worden ist als Unterstützung der treibenden Einwirkung von Gewicht und Schenkel.

Jedoch ist der Gerteneinsatz fein zu dosieren und Grundsätzlich gilt immer das Du dein Pferd zuerst „bittest“ und  nicht „nötigst“, reagiert Dein Pferd nicht, solltest Du es mit einer etwas verstärkten Hilfe auffordern und nicht direkt bestrafen.

 

Sensibilisieren:

Falls Dein Pferd beim der ersten Hilfestellung nicht reagiert, solltest Du den entsprechenden Einsatz verstärken, reagiert das Pferd beim zweiten Mal immer noch nicht, solltest Du die Hilfe beim dritten Mal nochmals verstärken. Hat Dein Pferd das begriffen, nimmt Dein Pferd Hilfen mit der Zeit schneller an.

Vergiss nicht, nimmt Dein Pferd die Hilfen an, solltest Du es Belohnen, indem Du die Gerte vom Körper wegnimmst, die Sporen wegdrehst und mit der Hand etwas vorgehst. Dazu mit einer ruhigen, befriedigender Stimme dem Pferd Lob aussprichst.

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Bildquelle: Shutterstock

 

Sporen

Zur Geschichte:

Sporen sind keine neue Erfindung, es gibt sie schon seit Beginn des Reitsports. Sie wurden in verschiedenen Sparten mit verschiedenen Hintergründen eingesetzt.

Im Westernreiten gelten Sporen eher als Dekoration, die das gesamte auffällige Outfit abrunden. Im klassischen Reitsport werden je nach Gebrauch verschiedene Sporenarten und Variationen verwendet. 

 

Aufgabe:

Sporen haben im Grunde nur eine Aufgabe; sie bieten dem Reiter die Möglichkeit Hilfen noch sensibler und punktueller geben zu können. Sporen dienen nicht, wie viele annehmen als Antriebsmittel, sondern helfen nur den vierbeinigen Freund fleissiger werden zu lassen.

 

Wer sollte Sporen tragen?

Am falschen Stiefel können Sporen ein Pferd abstumpfen. Das Pferd reagiert dann nicht mehr korrekt auf vorwärts und seitwärts treibende Hilfen. Daher gehören Sporen nur an Stiefel von erfahrenen Reitern. Man hört oft das Stichwort „Sporen sollte man sich verdienen.“ Ich bin der Meinung, dass dies stimmt.

Sporen gehören an das Bein eines Reiters, welcher gezielt und ruhige Hilfen gibt und ein ruhiges Bein hat. Er sollte genau wissen, wie er sein Kommunikationsmittel einsetzen muss.

 

Der korrekte Einsatz von Sporen:

Dem entsprechend brauchen grosse Reiter eher eine längere Spore, damit Hilfen korrekt gegeben werden können ohne den Absatz unnötig hochzuziehen. Bei eher kleineren Reitern reichen kürzere Sporen, da das Bein des Reiters direkt am Pferdebach anliegt.

Sporen sollten nur punktuell und sehr gezielt eingesetzt werden sie dienen als Aufforderung oder Ermunterung an Dein Pferd feiner und besser auf Deine Hilfestellung zu reagieren.

Die Sporen sollten nicht ständig den empfindlichen Bauch des Pferdes berühren. Wichtig dabei ist, dass der Absatz des Stiefels tief und die Stiefelspitze leicht nach innen gedreht ist. Um die Sporen zum Einsatz zu bringen, reicht es bereits aus, den Fuss minimal auszudrehen. 

Sporen bieten vor allem bei einer verstärkten Versammlung ein optimales Hilfsmittel, wenn Du dein Pferd auffordern möchtest mehr mit der Hinterhand unterzutreten und Last aufzunehmen und gleichzeitig vorne aufgerichtet sein soll, es soll gross werden. So punktuell am Gurt kurz eingesetzt kannst Du die Hinterhand viel effektiver aktiv machen.

In der hohen Dressur wäre es ohne Sporen gar nicht möglich mit dem Schenkel diesen punktuellen Druck auszuüben und das Pferd so korrekt und punktuell zu reiten. Der Druck eines Schenkels ist häufig nicht genau genug genug, die kleinflächige Einwirkung der Sporen hingegen schon.

Wichtig ist jedoch, dass Du Dein Pferd auch ohne Sporen richtig reiten kannst, nur dann ist der Einsatz von Sporen eine Verbesserung und kann als Kommunikationsverstärkung eingesetzt werden.

 

Verschiedene Sporen:

Sporen gibt es in verschiedensten Variationen und Längen. Es gibt verschiedene Hersteller, welche Sporen entwickelt haben, welche für das Pferd eine Massage Wirkung haben. Dies ist für die Pferde sehr angenehm und sie reagieren sehr gut auf diese Modelle. 

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Bildquelle: Shutterstock / Produktebild Stübben

 

 

 

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