Reiter im realen Leben – so ticken wir ausserhalb des Ponyhofs

Passiert es euch auch manchmal, dass ihr andere Reiter im Alltag als solche erkennt, ohne dass sie sich dazu geäussert hätten? Oder habt ihr manchmal den leisen Verdacht, ihr würdet euch in gewissen Situationen anders verhalten, als euer nicht reitendes Umfeld? Dann kann es gut sein, dass euch die ein oder andere der folgenden Szenen bekannt vorkommt!
Ich habe mir nämlich für meinen heutigen Blogbeitrag einige Alltagssituationen herausgesucht, in denen wir Reiter irgendwie anders zu ticken scheinen, als der Rest der Welt. Viel Spass beim Lesen!

 

1.     Wir können an keiner Wiese vorbeifahren oder -laufen, ohne uns im Geiste auszumalen, wie schön es doch wäre, jetzt dort drüber zu galoppieren.

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2.     Im Sportunterricht sind wir früher nicht gerannt – wir sind galoppiert! Und zwar immer auf der richtigen Hand, inklusive fliegendem Galoppwechsel.

3.     Heute bauen wir dafür beim Joggen diverse Übergänge und Seitengänge ein – ganz egal, ob uns dabei jemand sieht.

4.     Treppenstufen „galoppieren“ wir heute noch runter. Und hoch. Manchmal auch auf allen Vieren. 

5.     Wenn wir ein Lied hören, das uns gefällt, stellen wir uns sofort vor, was für eine Dressurkür man dazu reiten könnte. Dass wir diese in der Realität reiterlich niemals so umsetzen könnten, ist uns dabei egal – zumindest in unserer Vorstellung sitzen Einerwechsel und Pirouetten perfekt.

6.     Beim Fahrradfahren achten wir stets darauf, vorbildlich zu sitzen – also schön gestreckt und mit federndem Absatz. Bordsteine und andere Unebenheiten werden selbstverständlich im leichten Sitz genommen.   

7.     Wenn wir nicht auf Striche oder Zebrastreifen am Boden treten, dann liegt das nicht an einer allfälligen Zwangsstörung, sondern daran, dass wir diese als Schritt- oder Trab“stangen“ verwenden.

8.     Was beim Pferd funktioniert, kann auch bei Haushaltsgeräten nicht verkehrt sein – vom scharfen „Steh!“ als Reaktion auf ein Wegrollen der Blumenvase bis hin zur positiven Verstärkung im Sinne von „guuute Kaffeemaschine, braaaav!“ spulen wir auch im Alltag das ganze Programm ab.

9.     Wenn wir der Meinung sind, unsere Mitmenschen seien zu langsam unterwegs, dann kann es schon mal vorkommen, dass wir sie anschnalzen.

10. Dasselbe gilt fürs Auto – mit ein bisschen unterstützendem Schnalzen sollte unser Smart doch wohl locker in der Lage sein, den Maserati vor uns zu überholen?!

11. Wenn es irgendwo laut knallt, sind wir sofort hellwach, und es entfährt uns gerne auch mal ein beruhigendes „Hoooo“ – auch wenn unser Pferd in dem Moment meilenweit entfernt im Stall steht.

12. Lassen sich Auto, Fahrrad und Co. vom lauten Knallen nicht beeindrucken, dann werden sie dafür natürlich auch ausgiebig gelobt. Positives Verhalten soll ja schliesslich immer belohnt werden.

13. Wenn uns jemand doof kommt, sind wir binnen Sekundenbruchteilen dazu in der Lage, unsere Stimme um zehn Oktaven zu senken, um dem Störenfried mit knappen Worten die Schranken zu weisen. Untermalt wird dies von einer klaren Körpersprache – Wir machen uns gross, strecken die Brust raus, und wenn gar nichts hilft, dann wird auch schon mal kräftig mit dem Fuss gestampft.

14. Samstags im Supermarkt sind wir daher berühmt berüchtigt, denn wir legen nun mal Wert auf unsere Individualdistanz. Wird diese verletzt, und nützt das in Punkt dreizehn geschilderte Verhalten nichts, so kann es schon mal vorkommen, dass besonders aufdringliche Mitmenschen einen mahnenden Klaps mit der flachen Hand riskieren. Aus purem Reflex, versteht sich.

15.  Wenn wir mit unserem Partner Händchenhalten, müssen wir dabei immer links laufen. Man führt nun mal nicht von rechts.

16. Einen Wetterumschwung bewerten wir immer unter pferdischen Gesichtspunkten. Schnee ist ja schön und gut, aber nicht, wenn wir es beim letzten Hufschmied-Termin verpasst haben, unserem Pferd Hufgrip einsetzen zu lassen. Und ein unverhoffter Temperaturanstieg im Winter freut zwar die meisten Menschen, uns aber nur dann, wenn wir die dünnere Decke für unser Pferd nicht gerade in der Wäsche haben. Und überhaupt – man denke nur an die Gefahr einer Kolik, wenn das Wetter so plötzlich umschlägt...

17. Wenn wir einen Film schauen, in dem auch nur in der kleinsten Nebenrolle ein Pferd zu sehen ist, so wird der Film sofort auf Basis dieser Szenen bewertet. Ganz egal, wie packend oder herzergreifen er sonst auch gewesen sein mag – wenn der Held aus dem Stand auf seinem nicht aufgewärmten Pferd davon galoppiert ist, und das womöglich noch auf Asphalt, dann war der Film nun mal einfach schlecht. Basta.

18. Befreundete Paare mit Kindern schätzen uns ganz besonders für unsere Erziehungstipps. Egal, was für ein Problem sie auch haben mögen, wir haben da schon mal was gehört... also da ging es zwar um Pferde, aber das dürfte ja keinen allzu grossen Unterschied machen, oder?

19. Alles, was Griffe hat, halten wir wie Zügel – also Taschen, Hundeleinen, Teetassen...

20. Und ganz egal, wie alt wir sind – sobald wir ein Pferd in der Ferne erblicken, heisst es: „Oooh, schaut mal, Pferde!“ Und wir haben Augen für nichts anderes mehr.

Na, habt ihr euch wieder erkannt? Oder kennt ihr noch mehr Eigenschaften, die uns Reiter im Alltag auszeichnen? Dann teilt eure Erfahrungen doch mit uns in den Kommentaren!

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(3) Kommentare

  • Stimmt

    Ich finde das Stimmt. Wenn ich im Auto sitze und nach Draussen starre denke ich immer wie schön es wäre über die Wiese zu Galoppieren. Ich finde diese Fakten stimmen alle.

  • Stimmt

    Ich finde das Stimmt. Wenn ich im Auto sitze und nach Draussen starre denke ich immer wie schön es wäre über die Wiese zu Galoppieren. Ich finde diese Fakten stimmen alle.

  • Voll und Ganz

    Ich habe mich in fast allem wiedererkannt...
    Nur das ich wenn es zu langsam ist nicht schnalze sondern eher ein aufmunterndes Terab oder Galopp trellere. XD

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