Reiten in der Dunkelheit - wenn die Tage kürzer werden

 

Am 21. Dezember ist es soweit - der kürzeste Tag des Jahres wartet auf uns. Bis dahin werden die Nächte noch immer um wenige Minuten länger und die meisten Reiter bleiben vor Nachtausritten nicht verschont. Durch den Tag, wenn die Sonne scheint oder es zumindest noch hell ist, sind die meisten von uns mit Arbeiten beschäftigt oder drücken gerade die Schulbank. Am Abend, wenn es dann so richtig schön dunkel ist und der lange Arbeitstag zu Ende geht, warten unsere geliebten Vierbeiner noch darauf bewegt zu werden. Und längst nicht jedem Reiter steht eine schön helle Halle oder ein gut beleuchteter Sandplatz, welcher auch die Wintermonate ohne einzufrieren übersteht, zur Verfügung. Also bleibt wohl nichts anderes übrig, als sich in der Dunkelheit gemeinsam mit dem Pferd in die freie Natur zu wagen.

Während ich als kleines Mädchen nichts mehr geliebt habe als Nachtausritte, muss ich heute so ehrlich sein und sagen, dass es manchmal doch etwas Überwindung kostet sich nach einem anstrengende Schultag noch in den Sattel zu schwingen und raus in die Finsternis zu reiten. Sitze ich jedoch endlich im Sattel, finde ich es jedes Mal wieder etwas Wunderschönes. Gemütlich im Mondschein umher zu schlendern, in den Sternenhimmel zu schauen und dabei dem Grummeln der Eule zuzuhören - fantastisch!

Ebenfalls dienen die gemeinsamen Stunden in der Dunkelheit der Harmonie zwischen Pferd und Reiter. Denn der Reiter muss sich in diesem Moment voll und ganz auf die Trittsicherheit seines Pferdes und dessen Orientierungssinn verlassen, was das gegenseitige Vertrauen wachsen lässt. Auch kann man sich bei Nachausritten wunderbar auf den Bewegungsablauf des Pferdes konzentrieren, ihn spüren ohne dass man sich durch optische Einflüsse ablenken lässt.

Reiten in der Dunkelheit
Pferde, vor allem Offenstallpferde, haben mit der Dunkelheit kein Problem. Sie lassen sich nicht mehr als am Tag durch Geräusche irritieren und verlassen sich komplett auf ihre Sinne und die Trittsicherheit. Die Dämmerung kann jedoch so einige Pferde verunsichern. Grund dafür ist, dass Raubtiere oft in der Dämmerung ihre Beute jagen. Auch  in unseren domestizierten Pferden ist dieser Naturtrieb noch verankert.

Im Grossen und Ganzen lauern für Reiter und Pferde nur wenige Gefahren im Dunkeln. Irritierend und mühsam können jedoch blendende Autos sein, vor allem weil sich das Auge des Pferdes langsamer an Hell- Dunkel- Unterschiede anpassen kann, wie die unseren.

Vorbereiten kann man Pferde auf das Reiten in der Dunkelheit am besten, indem man sie die ersten paar Mal mit einem vertrauten Pferd an der Hand mitnimmt. Auch helfen gemeinsame Spaziergänge in der Dämmerung und der Dunkelheit um Vertrauen zur ungewohnten Situation aufzubauen. Die Reiter können durch das ruhige Auftreten ihres Pferdes Sicherheit gewinnen und merken wie Trittsicher die Tiere ihre Beine auch in diesem Moment bewegen.

 

Die passende Ausrüstung
Die Leuchtausrüstung ist beim Reiten in der Nacht sehr wichtig und dient der Sicherheit.
Im reitsport.ch- Shop findest du alles Notwendige: Leuchtartikel für Pferd und Reiter

 

Wie Pferde im Dunkeln sehen
Hinter der Netzhaut befindet sich beim Pferd eine reflektierende Faserschicht. Diese Schicht haben viele nachtaktive Tiere wie Katzen oder Rehe. In der Dämmerung wirkt die Faserschicht wie ein Restlichtverstärker. Somit wird das einfallende Licht gleich doppelt reflektiert -  ein Mal auf der Netzhaut und ein Mal durch das Tapetum lucidum, wie sich die Faserschicht in der Fachsprache nennt. Dadurch sehen Pferde bei genügend Restlicht deutlich mehr als wir Menschen und erkennen somit auch besser was auf dem Boden passiert.  

 

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