Putzzeug - Was brauchen wir und für was wird es gebraucht?

Ein Pferd wird vor wie auch nach dem Reiten gepflegt. Es gibt verschiedene Gründe, wieso dies so gehandhabt wird. Das Pferd sauber zu bringen ist eine Sache, doch beim Putzen können auch Verletzungen entdeckt werden. Ausserdem geniesst das Pferd die Zuwendung, denn durch die Bürsten und Striegel wird es massiert und dazu kann der Reiter eine erste Bindung zum Tier aufbauen. Es spricht somit sehr viel für die tägliche Pflege des Pferdes. Doch was gehört zu Grundausrüstung? Hier ein kleiner Guide:

1. Ein Eisenstriegel eignet sich sehr gut, wenn ein Pferd mit getrocknetem Sand überdeckt ist oder stark geschwitzt hat. Sobald das verschwitzte Fell trocken ist, klebt es zusammen und kann Schweissklumpen im Fell einschliessen. Ein Eisenstriegel sollte aber nur an Körperstellen verwendet werden, an denen keine Knochen spürbar sind, da diese sehr empfindlich sind. Durch seine harte unebene Oberfläche eignet sich der Eisenstriegel gut zum putzen anderer Bürsten.

2. Ein Gummistriegel eignet sich gut für Körperpartien, welche weniger bemuskelt sind. Bei knöchernen Stellen, sollte jedoch auch mit einem Gummistriegel sehr vorsichtig umgegangen werden. Zu grosser Druck kann auch hier sehr schmerzhaft sein. Deshalb wird am Besten eine harte Bürste genommen. Im Gesicht darf der Gummistriegel nicht verwendet werden, lediglich eine weiche Bürste.

3. Massagestriegel: Diese Striegel bestehen aus Kunststoff und dienen sowohl zur Massage wie auch als Putzutensil. Alle Striegel werden am Boden ausgeklopft, um sie zu säubern.

4. Die Wurzelbürste besitzt kräftige Borsten und eignet sich für den groben Schmutz. Mit der Wurzelbürste wird das Fell in Fellrichtung gebürstet. Damit wird der ganze Staub, welcher im Fell festsitzt, hinausgebürstet. Diese Bürste kann an allen Stellen des Körpers verwendet werden, an empfindlichen Orten wie dem Kopf jedoch nur mit einer gewissen Vorsicht.

5. Kardätsche (weiche Bürste) sind die weiche Variante der Wurzelbürste. Diese Bürsten dienen zur Feinarbeit. Zuerst streicht man gegen die Fellrichtung, damit auch der unterste Staub aus dem Fell ausgebürstet wird. Danach streicht man das Fell wieder glatt. Während der Feinarbeit wird ein Striegel zum Putzen der Bürsten stets in der anderen Hand gehalten.

6. Mähnenbürste: Mit dieser Bürste kann die Mähne gesäubert und von Knöpfen befreit werden. Sie sollte aber nur für die Mähne gebraucht werden, jedoch nicht für den Schopf, andernfalls schwindet dieser langsam und das Pferd besitzt keine Fransen mehr. Der Schweif wird nur verlesen, da sonst zu viele Haare herausgerissen werden. Das Stroh wird mit den Fingern entfernt und Knöpfe vorsichtig von Hand gelöst. Der Schweif wird somit fülliger. Falls dieser jedoch stark verschmutzt ist, kann er mit Wasser und neutraler Seife gewaschen werden. Ab und zu wird auch der Schweif frisiert, wozu man einen Schweifspray zur Hilfe nimmt, welcher das Bürsten einfacher macht.

7. Mähnenkamm: Mähnen sollten nicht geschnitten werden, da sonst Gefahr besteht, dass Zacken entstehen. Deswegen können längere Mähnenhaare mit einem Kamm ausgerissen werden, indem sie um den Kamm gewickelt werden und kräftig daran gezogen wird. Mähnen von äusserst schmerzempfindlichen Pferden können auch mit einer Schere geschnitten werden. Dafür muss das Tier den Kopf ausdauernd stillhalten.

8. Hufkratzer: Vor und nach dem Reiten werden die Hufe gereinigt. Meistens hat das Pferd Mist an den Hufen, welches Verletzungen oder Ähnliches verdecken kann. Es kommt auch vor, dass sich die Hufen aufweichen, wenn es zu lange nass ist. Auskratzen kann dies zum Vorschein bringen und es kann dagegen vorgegangen werden. An sich ist das Huf nicht empfindlich, wenn man bedenkt, dass der Hufschmied Nägel hineinschlägt. Dies gilt jedoch nur für den äusseren Bereich der Hufe. In der Mitte befindet sich der Strahl, an dem Pferde eher schmerzempfindlich sind, deswegen sollte hier vorsichtig vorgegangen werden.

9. Schweissmesser: Nach dem Waschen des Körpers eines Pferdes bleibt ein Teil des Wassers im Fell zurück. Um dieses zu entfernen, kommt das Schweissmesser zum Einsatz, indem mit ein wenig Druck über den Körper gestrichen wird.

10. Huffett: Die Hufe eines Pferdes können, gleich wie unsere Haut austrocknen, und deswegen sollten diese immer wieder einmal gefettet werden.

11. Huffettbürste: Mit dieser Bürste wird das Huffett an der Sohle und um den Huf herum aufgetragen. Der wichtigste Ort ist der Übergang zwischen Huf und Fell, wo sich die empfindlichste Stelle befindet.

12. Schwämme sind für Stellen geeignet, welche man nicht mit Bürsten säubern kann. Mit einem ersten Schwamm reinigt der Pfleger zuerst vorsichtig die Augen, dann die Nüstern und zum Schluss den Mund. Mit einem zweiten Schwamm werden die Geschlechtsteile sowie die Afterregionen gesäubert. Das Wasser sollte nicht eiskalt sein, weil sich dies für das Pferd unangenehm anfühlt.

13. Abstaubtücher, welche entweder aus Baumwolle oder Flanell bestehen, verleihen dem Fell seinen endgültigen Glanz. Mit ihnen wird ebenfalls in Fellrichtung gebürstet. Muss aber nicht jedes Mal benutzt werden.

 

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