Physikalische Therapie!

Das Pferd hat sich verletzt und braucht eventuell auch tierärztliche Betreuung. Also Besitzer möchte man etwas Gutes tun um es wieder schmerzfrei zu bekommen. Physikalische Therapien können eine erste Hilfe sein, um den Umfang der Verletzung so gering wie möglich zu halten und in einer Rehabilitation die betroffenen Stellen zu unterstützen. Die unten beschriebenen Massnahmen können als Vorbeugung oder aber auch als Rehabilitation eingesetzt werden.

 

  • ·         Eis
  • ·         Magnetfeldtherapie
  • ·         Muskelstimulation
  • ·         Wassergüsse
  • ·         Ultraschall
  • ·         Laser
  • ·         Wärmetherapie
  • ·         TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation)
  • ·         Matrix- Rhythmus-Therapie

 

Ich werde Euch nun drei dieser Methoden genauer erläutern.

 

Die Eistherapie

 

Diese Therapie wird bei allen akuten Verletzungen wie zum Beispiel Sehnen-, Knochen-, Muskel-, Bänderverletzungen (Stauchungen, Prellungen, Zerrungen, Frakturen) angewendet. Ausserdem ist es bei einer akuten Verletzung das hilfreichste und kostengünstigste Hilfsmittel das es gibt.

 

Wirkung:

Bei einer Verletzung werden Gewebe und Gefässe zerstört, wobei bei einer offenen Wunde Blut rausfliesst, bei einer inneren Wunde Blut ins Gewebe reinfliesst. Bei den inneren Blutungen entstehen Schwellungen und Hämatome. Dies führt zu Schmerzen und Heilungsverzögerungen. Diese Art von Verletzungen können super mit Eis behandelt werden

 

So wirkt Eis auf das verletzte Gewebe:

Sofortiger Einsatz von Eis an der akuten Verletzungsstelle löst einen Reiz auf die Blutgefässe um die Wunde herum aus. So ziehen sich die Gefässe zusammen, folglich wird die Blutung an diese Stelle verringert. Das Ziel besteht darin, eine weitere Blutung im verletzten Gewebe zu stoppen, um den Bluterguss so gering wie möglich zu halten.

Einige Tage nach der Verletzung kommt es zu einer subkutanen Phase, hier wird die Durchblutung wieder gesteigert. Man kann auch hier Eis anwenden jedoch mit grosser Vorsicht.

 

Bei einer akuten Verletzung ist es das Ziel, die Blutzufuhr in das geschädigte Gewebe zu stoppen. Das bedeutete, je schneller nach einer Verletzung mit der Eisbehandlung begonnen wird desto besser.

Als erstes sollte man mit einer Bandage oder der Hand dauernden leichten Druck von aussen auf die „innere Wunde“ ausüben. Danach sollte sofort das Eis auf diese Stelle kommen. So werden die Gefässe komprimiert und die Blutung und Schwellung unterdrückt. Bei einer oberflächlichen Muskel-, Sehen-, oder Bänderverletzung wird das Eis 10 Minuten gehalten. Dann wird 20 Minuten Pause gemacht. Dann beginnt alles von vorne solange bis die Blutung im Gewebe gestoppt ist (ca. zwei bis vier Mal). Die Zeit sollte eingehalten werden, bleibt das Eis zulange an der Verletzung, registriert der Körper diese Unterkühlung und öffnet die Gefässe wieder, um dem unterkühlten Gewebe zu helfen, so würde noch mehr Blut ins Gewebe fliessen und das Hämatom noch grösser werden.

 

Eis nicht direkt auf die Haut legen, es sollte ein Handtuch oder ähnliches darunter gelegt werden.

 

Ausführungszeit bei:

 

Akuten Muskelverletzungen

10 Minuten Eis, 20 Minuten Pause

 

Akute Sehen-, und Bänderverletzung

10 Minuten Eis

20 Minuten Pause

 

Subakute Verletzung

1-3 Minuten Eis,

5 Minuten Pause ( 4-6 Wiederholungen)

 therapie_physikalische

(Bildquelle Google)

Fango

Fango bedeutet aus dem Italienischen übersetzt „heilender Schlamm“.

 

Wirkung:

Diejenigen von auch, welche selber schon eine Fangopackung erhalten haben wissen wie wohltuend dies ist. Fango ist entweder auf Moor oder einem Gemisch aus Vulkanstein. Die besonderen Vorteile liegen in der Wärmespeicherung, die Mineralien sind durchblutungsfördernd und von hoher Energietiefe. Die Wärme führt zu einer gesteigerten Durchblutung, die zu einer allgemeinen Entspannung führt, dies wirkt Wunder bei Muskelschmerzen und Verspannungen. Auch bei chronischen Gelenkveränderungen (Arthrosen) hilft diese tiefe Wärme gut. Das Pferd wird geschmeidiger und gelenkiger durch die Wäre.

Als Alternative könne auch andere Mittel die Wärme gut speichern verwendet werden.

Kirschkernkissen, Kleie- oder Kartoffelbrei. Diese Packungen haben „nur“ einen Wärmeeffekt und keine zusätzlich heilende Wirkung wie die Mineralien im Fango.

 

Anwendungsweise:

In der Apotheke sind verschieden Ausführungen erhältlich. Es gibt Schlamm den man direkt auf das Fell auftragen kann, oder Fango der sich in einer durchlässigen Folie befindet. Ausserdem gibt es Moor- und Parafinpackungen, welche in Folie eingeschweisst sind und so mehrmals verwendet werden können.

Es ist zu beachten, dass die Fangopackung nicht zu heiss ist für das Pferd. Zur Kontrolle legt man den Handrücken auf die Packung, wenn die Temperatur für einem selbst nicht zu heiss ist kann man sie aufs Pferd legen. Die Packung bleibt zwischen 20 bis 40 Minuten auf dem Pferd. Nach 40 Minuten ist die maximale Durchblutung erreicht, es macht also keinen Sinn diese noch länger auf dem Pferd zu lassen.

 

Kein Fango bei allen Herzbeschwerden, akuten Verletzungen, Entzündungen, Fieber und bei tragenden Stuten im Lendenbereich.

Fango

 (Bildquelle Google)

 

Solarium:

Ein heut zu Tage beliebtes Gerät in den Ställen ist das Solarium, es ist ausgestattet mit Infrarot und ultraviolettem Tageslicht, die sich auf das Wohlbefinden des Pferdes positiv auswirken. Infrarot Licht sendet Energie in die Unterhaut. Das künstliche Tageslicht unterstützt die Bildung von Vitamin D. So kann das Solarium die Gesundheit ein wenig unterstützen. In erster Linie dienst es allerdingt der Erholung der Pferde. Die Wärme wird als angenehm empfunden und ist nach Belastungen entspannend. Die Folge ist eine Senkung des Muskeltonus und damit eine Normalisierung der Durchblutung im Gewebe.

 

Anwendung:

 

Als sehr angenehm wird das Solarium nach der Arbeit empfunden. Es kann dem Pferd eine leichte Schmerzlinderung im Nacken-und Rückenbereich bringen. Leider wirkt die Wärme nicht tief genug um chronische Verspannungen zu lösen. Im Winter kann wie Wärme natürlich auch zur Hilfe der Trocknung dienen. Die optimale Behandlungszeit beträgt zwischen 20 bis 30 Minuten.

Was jedoch ein Irrglaube ist, ist dass das Solarium vor der Belastung zur Erwärmung der Muskulatur beiträgt und so die Aufwärmphase verkürzt werden kann.

 

Falls das Pferd länger als 45 Minuten unter dem Solarium steht ist dies kein Problem, es sollte nur beachtet werden, dass sich der Blutdruck kurzfristig senken kann und das Pferd dann eine Stunde ruhen sollte.

 

So nun wünsche ich euch allen Frohe Weihnachten und das alle Pferde auch im neuen Jahr gesund bleiben:)

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