Pferdige Vorsätze fürs 2015

 

Könnt ihr es schon fühlen? Es liegt Veränderung in der Luft. Wie jedes Jahr im Januar habe ich das Gefühl, dass sich alles ändern wird. Zum Positiven natürlich. Im neuen Jahr will man alles noch besser machen, noch effizienter, noch schneller. Erstaunlich, wie sehr ein Neujahresanfang motivieren kann. Obwohl es doch eigentlich nur eine administrative Nebensache ist, dass wir jetzt ein neues Jahr schreiben.

 

Auch ich habe mich der allgemeinen Gesinnung gebeugt und mal wieder Neujahresvorsätze gefasst. Da meine persönlichen Vorsätze den Rahmen dieses Blogs sprengen würden, beschränke ich mich mal nur auf die pferdigen.

 

Da ich weiss, wie sehr ich mich aufgrund einer nicht abgearbeitete To-Do-Liste über mich selbst ärgere, habe ich dieses Jahr versucht, mir realistische Vorsätze zu setzen. Vorsätze, die alleine schon von der Begrifflichkeit her möglichst dehnbar gehalten sind. Und nein, selbstverständlich werde ich sie dieses Jahr nicht still und heimlich fallen lassen. Nur schon deshalb, weil ich sie jetzt gerade öffentlich mache. Dann mal los zu Punkt 1.

 

1. Cornet’s Sattelschrank ausmisten – Manchmal habe ich das Gefühl, dass mein Sattelschrank das eigentliche Bermuda-Dreieck ist. Ich gestehe, ich habe langsam den Überblick über meine Habseligkeiten verloren. Weil ich immer und überall zu spät dran bin, kommt es etwas zu oft vor, dass ich Sachen nicht in das für sie vorgesehene Fach versorge. Nachdem ich an Silvester im besagten Schrank eine seit Monaten verschollen geglaubte Jeans wiedergefunden hatte, nahm ich mir fest vor: Nächstes Jahr wird aufgeräumt. Vielleicht kommen so ja noch mehr Schätze hervor.

 

2. Cornet solide ausbilden – Mein nächstes grosses Ziel mit dem Kleinen ist der Stangenkurs bei Steffi Mylius, den wir im März organisiert haben. Ich freue mich sehr darauf und hoffe, dass ihm die Stangenarbeit bei Gleichgewicht und Takt helfen wird. 

Ausserdem probiere ich ab Februar ein Stall-Logbuch zu führen. Einen Anfang dazu habe ich schon mit der „Pferdetraining“-App von Ingrid Klimke gemacht. So möchte ich die Entwicklung von Cornet festhalten, damit ich jetzt und auch später zurückschauen kann und sehe, wo etwas gut oder schlecht gelaufen ist. Zusätzlich möchte ich versuchen, Cornet bei Reitstunden oder sonstiger Arbeit auf dem Platz ab und an zu filmen.

Auch will ich die Babysprache mit Cornet auf ein Minimum beschränken und seine Mähne endlich richtig zupfen.

 

3. Einen Oesteotermin organisieren – Jeder Reiter, der mich näher kennt, hat den folgenden Satz bestimmt schon mal hören müssen: Ein Oesteo oder Chiro ist die beste Investition, die man in sein Pferd machen kann! Leider bin ich einfach noch nicht dazu gekommen, mich durch die unendlichen Weiten der Chiro- und Oesteoangebote zu arbeiten. Aber das schaffe ich bestimmt noch.

 

4. Immer Helm tragen – Nachdem mich Cornet das zweite Mal mitten auf der Strasse abgeladen hat und ich mit dem Kopf auf den Kieselweg geknallt bin, wurde ich ein bisschen zur Helmpredigerin. Zwar bin ich zuvor auch meistens brav mit Helm geritten, aber es gab auch Tage, an denen ich mich durch die üblichen Ausreden davon abhalten liess. Ich möchte hier niemanden belehren, denn es ist Eure Entscheidung. Trotzdem: Leute, tragt Helm. Auch Euren Liebsten zuliebe. Und damit meine ich auch die Pferde.

 

5. Weniger darauf hören, was andere sagen – Wer kennt das schon nicht aus der Reiterwelt: Alle anderen wissen es immer besser als du selbst. Seit ich Cornet habe, scheint es mir, dass mein reiterliches Umfeld zu absoluten Bereiter-Profis mutiert ist. Ständig werden mir Verbesserungsvorschläge aufgedrängt, ganz egal ob ich jetzt will oder nicht. Ich nehme es mit Humor, denn ich hätte mir Cornet nicht geholt, wenn ich mir diese Aufgabe nicht selbst zugetraut hätte. Und die meisten meinen es nur gut mit mir. Trotzdem denke ich manchmal noch lange über die Aussagen nach und frage mich, ob ich denn tatsächlich alles richtig mache.

 

Wo auch sehr viel geredet wird, ist in der Verkaufsbranche. Jeder Hersteller preist seine Trense als die Eine und Wahre auf der ganzen Welt an. Wenn auch noch die Schlagwörter NEU, INNOVATIV - oder noch schlimmer - AKTION dazukommen, dann drehen alle potentiellen Käufer(innen) durch. Mich eingeschlossen. Ich möchte dann auch alles haben – denn nur das Beste ist gut genug, oder? Und zwei Wochen später kommt von einem anderen Anbieter eine „noch bessere“ Trense auf den Markt. Es ist ein Teufelskreis. Zum Glück begrenzen mich meine finanziellen Mittel, sonst würde mein ohnehin schon voller Sattelschrank aus allen Nähten platzen.

 

6. Abnehmen – Um dem Klischee der Frau zu entsprechen, darf auch ich unter dieser Macke leiden. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, dass ich einige Kilos loswerden muss, damit das Pferd-Reiter-Bild besser passt. Ja, ich weiss. Verstehe einer die Frauen!

 

Ich bin sehr gespannt darauf, was das neue Jahr bringen wird und ob ich alles, was ich mir vornehme, auch wirklich umsetzen kann. Ich glaube, dass es nur noch besser werden kann. Ich wünsche Euch nur das Beste im 2015 und ziehe jetzt los, um mich vorbildlichst meiner ersten Aufgabe zu widmen - dem Sattelschrank.

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.