Pferdewissen kompakt - 15 Fakten rund ums Pferd

So und nun endlich, die letzten 5 Fakten rund ums Pferd. Ihr werdet euch sicher schon gefragt haben, ob ich eigentlich nicht bis 15 zählen kann. Und ich muss ja ehrlich gestehen, seit dem Studium zählt Mathematik definitiv nicht mehr zu meinen Lieblingsfächern, aber bis fünfzehn zählen das klappt gerade noch ;)


11.   Nahrungs- und Wasseraufnahme der Pferde - ein paar kurze Fakten. Fressen gehört zur Tagesbeschäftigung der Pferde. In freier Wildbahn widmen sich die Vierbeiner rund 15 Stunden der Futteraufnahme. Dabei sind Pferde in der Lage pro Tag rund 2.5 Prozent ihres Körpergewichtes zu sich zu nehmen. Während der Weidesaison können Pferde innert einer Stunde zwei bis drei Kilo Gras fressen. Interessant zu wissen ist auch, dass Pferde pro Kilo Heu rund 4.600 Mal kauen. Auch trinken tun unsere geliebten Vierbeiner nicht gerade wenig. Pro Tag können Pferde bis zu 55 Liter Wasser trinken. Daher ist es wichtig, dass den Pferden täglich genügend Wasser zur Verfügung gestellt wird, damit sie ihren Bedarf decken können.

Möchtest du noch mehr zum Thema Fütterung lesen? Dann empfehle ich dir den Artikel zum Thema "Haylage und Silage in der Pferdefütterung". Oder interessierst du dich für die Fütterung von Kräutern? Dann hab ich auch das passende Artikel, wie zum Beispiel "Thymian in der Pferdefütterung"


12.   Das Leichtreiten - zu Beginn eine knifflige Aufgabe, mit der Zeit die normalste Nebensache. Aber warum eigentlich steht man beim Leichttraben auf, wenn sich das äussere Bein nach vorne schwingt? Beim Trab handelt es sich um einen Zweitakt. Das Pferd bewegt das diagonal gelegene Beinpaar gleichmässig. Wie aus dem Buch von Horst Beck hervorgeht nennt sich die für uns bekannte Art des Leichtreitens „preussisches Leichttraben“. Grund für die Erfindung war, dass beim hohen Tempo viele Pferde in der Wendung angaloppierten. Daher sassen die Preusssen beim Vorschwingen des inneren Hinterbeines ein, damit das Pferd sich weniger gut  versammeln konnte und dadurch weniger schnell angaloppierte. In der heutigen Zeit sagt man dem preussischen Leichttraben nach, dass es die Pferde im Trab lockert ohne gleich in den Galopp zu fallen. Aber es darf auch gerne einmal um gesessen werden. Denn das sogenannte „englische Leichttraben“ kann sich zu Nutze genommen werden, um das innere Hinterbein zu stärken. Ihr fragt euch wie? Grund dafür ist, dass das „auf dem falschen Bein leichtreiten“ zu einer schnelleren Anspannung der Kruppenmuskulatur führt und diese Reaktion das innere Hinterbein stärkt.


13. Dürfen oder sollten Pferde geritten werden? Pferde wurden nicht mit Trense und Sattel geboren. Vor langer Zeit hat sich der Mensch das Pferd zu nutzen gemacht. Aus dem Wildpferd wurde das domestizierte Hauspferd. Das Reiten der Pferde deckt keines ihrer Grundbedürfnisse ab, welches sie nicht auch ohne Reiter befriedigen könnten. Daher ist es wichtig, dass wir das Pferd schonend und langsam ausbilden. Wir Reiter müssen die Pferde motivieren, dass auch sie Spass an der Reiterei finden. Haben wir ein motiviertes Pferd unter dem Sattel, wird es uns unsere Wünsche willig erfüllen und dann spricht nichts gegen das Reiten der Pferde.


Du fragst dich nun, wann denn aber die Zeit reif ist, junge Pferde auszubilden? Im Artikel "Wann ist die Zeit reif junge Pferde auszubilden?" erfährst du mehr. 


14. Pferdehaltung - welche Haltung entspricht einem pferdegerechten Leben? Damit wir entscheiden können, wie wir Pferde am besten halten, ist es wichtig, ihre natürlichen Grundbedürfnisse zu kennen. In Freiheit verbringen Pferde einen grossen Teil des Tages in Bewegung. Meist handelt es sich dabei um eine langsame Vorwärtsbewegung zur Futteraufnahme. Zu wenig Bewegung über den ganzen Tag verteilt ist für den Pferdekörper schädlich. Pferde sind Fluchttiere und möchten daher einen möglichst guten Überblick über ihrer Umgebung haben, damit sie eine mögliche Gefahr frühzeitig erkennen können. Ebenfalls liegt es in der Natur der Pferde, dass sie sich bis zu 15 Stunden am Tag mit der Futteraufnahme beschäftigen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Pferde ein sogenanntes Kaufbedürfnis haben. Das heisst, dass dieses Bedürfnis erst nach einer gewissen Anzahl Kaubewegungen befriedigt ist. Daher ist es für das Wohl der Pferde wichtig ihnen Raufutter zu verabreichen. 

Aus den Grundbedürfnissen lässt sich eindeutig ableiten, dass die reine Boxenhaltung von Pferden nicht artgerecht ist. Ob ein Pferd besser in einer Boxe mit Auslauf, einem Offenstall oder einem Gruppenlaufstall gehalten wird, muss je nach Pferd abgewägt werden. Wichtig ist jedoch, dass jedem Pferd genügend Sozialkontakt, sowie Bewegung zugesprochen wird. 


15. Pferde lernen von ihren Kameraden. Die jungen Pferde beginnen bereits im Fohlenalter, ihre Mutter zu imitieren. Frisst Mama Heu, muss dies auch von Kleinen gekostet werden, auch wenn eigentlich erst die Stutenmilch richtig schmeckt. Besonders schnell im Lernen von anderen Pferden sind sie dann, wenn sie merken, dass es Vorteile für sie bringt. Hat eine Pferd erkannt, wie man sich verrenken muss um an Futter ausserhalb der Weide zu kommen, werden es die restlichen Herdenmitglieder sehr schnell nachahmen. Interessant zu wissen ist, dass angeblich besonders junge, neugierige und rangniedrige Tiere gut im Abschauen sind. 



Du hast die Teile 1 und 2 von der Serie Pferdewissen kompakt verpasst? Dann liest sie jetzt:)

Im Teil 1 erfahrt ihr mehr über Sporen, die Fellfarbe der Pferde und zum Beispiel auch über die Frage " Können Pferde lieben?". 

Teil 2 widmet sich Fakten wie zum Beispiel: das Pferdeauge, die Partnerschaft zwischen Mensch und Pferd, sowie dem Knochenbau der Pferde. 


Du möchtest immer auf dem Laufenden sein, wenn neue Artikel von mir online sind? Dann like meine Facebook- Seite " Blog rund ums Pferd"

Das könnte Dich auch interessieren‚‚

(0) Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.