Pferderennen in Dielsdorf - Wichtige Daten für Rennsport Fans!

Die Pferderennbahn in Dielsdorf im Kanton Zürich erstrahlt 2016 in neuem Glanz. Das ist keineswegs selbstverständlich, hält man sich einmal vor Augen, mit welchen Schwierigkeiten der Rennverein in den letzten Jahren zu kämpfen hatte. Auf die Verhaftung des ehemaligen Financiers Martin Gloor im Dezember des Jahres 2011 folgten Jahre des Umbruchs und der Selbstfindung. Doch auch die kurzen Intermezzi mit Kamelen und Polospielern, die sich auf dem Rennbahnareal eingemietet hatten, konnten nichts daran ändern, dass die Rennbahn schliesslich zu ihrer ursprünglichen Bestimmung, nämlich als Austragungsort für Galopp- und Trabrennen, zurückkehrte. Dennoch verlief auch der Start unter dem neuen Financier und Verwaltungspräsident, Anton Kräuliger, nicht unbedingt reibungslos. Das erste Greenturf, das nach 18 monatiger Zwangspause am 21. April 2013 durchgeführt wurde, wurde sogleich vom Tod eines Rennpferdes überschattet, das auf dem vom Regen durchweichten Boden ausrutschte, stürzte, und sich ein Bein brach. Selbstverständlich war dieser Vorfall Öl im Feuer diverser Tierschutzorganisationen. Vor allem bei der Organisation Peta (People for the Ethical Treatment of Animals) wurden erneut Stimmen laut, die forderten, den Rennsport in der Schweiz gänzlich zu verbieten.

Ob diese Kritik im Kern berechtigt ist, muss jeder Pferdefreund für sich selbst entscheiden. Wie der Rennverein betont, wurden nach dem Unfall auf jeden Fall die Sicherheitsvorkehrungen angepasst und die Rennbahn auf den neusten Stand gebracht, um das Unfallrisiko künftig so gering wie möglich zu halten. Fakt ist auch, dass Kräuliger sich nicht unterkriegen liess. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Rennovationen und Neubauten auf dem Rennbahnareal durchgeführt, die dafür gesorgt haben, dass die Anlage des Horse Park Zürich-Dielsdorfs so modern und ansprechend daherkommt, wie nie zuvor. Die alte, in die Jahre gekommene Reithalle ist einer riesigen, luftdurchfluteten Halle gewichen und der grosse Sandplatz, der von einer Schnitzelbahn ummantelt wird, bietet sowohl den Rennreitern als auch Anhängern anderer Reitweisen optimale Trainingsmöglichkeiten. Auch das kulinarische Angebot kann sich dank neuem Tribünenrestaurant „Hü“ durchaus sehen lassen. Dass auch die Rennbahn selbst optimal in Schuss ist, ist da wohl selbstredend.

Rennsportfans und solche, die es sich nicht nehmen lassen wollen, zu sehen, welch beeindruckende Transformation die Anlage in Dielsdorf in den letzten Monaten durchlaufen hat, sollten sich daher die folgenden Daten gut merken:

Der Rennverein Zürich wird 2016 eigenverantwortlich, mit Unterstützung der Green Turf Racing Association sowie der Horse Park Zürich-Dielsdorf AG insgesamt vier Renntage mit folgenden Höhepunkten durchführen:

Sonntag, 1. Mai 2016Zürcher Renntag

mit einem grossen Priora Flachrennen, den 2000 Guineas und dem GP der Stadt Zürich

Sonntag, 26. Juni 2016Kids’ Day – Race and Charity

mit dem Prix de Diane als Hauptereignis

Dienstag, 23. August 2016 - Afterwork Race (8 PMU Rennen)

mit dem Inländerpreis und dem silberblauen Band von Zürich

Sonntag, 25. September 2016 - Jockey Club Renntag

mit dem Jockey Club und dem St. Leger

Insgesamt sollen an diesen vier Renntagen ganze 33 Pferderennen mit einer Gesamtdotation in Höhe von 468'000 Franken durchgeführt werden. Gesamthaft steht dem Rennverein ein Durchführungsbudget von ganzen 1,2 Millionen Franken zur Verfügung.

Für all diejenigen, die sich im Rennsport noch nicht so gut auskennen und die es nun interessiert, welche Art von Pferderennen es denn so gibt, habe ich hier eine kurze Vorstellung der wichtigsten Rennkategorien vorgenommen:

Zunächst einmal wird im Rennsport zwischen den Gangarten unterschieden, in denen die Pferde gegeneinander antreten. Während die klassischen Rennen, die man auch aus Filmen wie Seabiscuit oder Dreamer kennt, in der dem Pferd schnellstmöglichen Gangart, nämlich dem Galopp, absolviert werden, werden Trabrennen, wie ihr Name schon schliessen lässt, im Trab absolviert. Das Angaloppieren eines Tieres führt hier zum Ausschluss, während in Galopprennen theoretisch alle Gangarten erlaubt wären. Auch innerhalb dieser Kategorien gibt es jedoch noch zahlreiche Unterscheidungen

Galopprennen

Innerhalb der Galopprennen kommt es zunächst einmal darauf an, ob die Pferde ihr Rennen auf einer hindernisfreien Strecke austragen, oder ob sie im Rahmen des Rennens auch noch springen müssen. Ist ersteres der Fall, so spricht man von Flachrennen, während die zweite Variante als Hindernisrennen bezeichnet wird.

Flachrennen

Innerhalb der Flachrennen variieren die Rennen sowohl nach ihrer Austragungsart, als auch nach ihrer Länge. Bei sehr kurzen Rennen von etwa 1000 Metern spricht man von sogenannten „Fliegerrennen“, während die längeren Distanzen von um die 3,5 Kilometer als „Steherrennen“ bezeichnet werden. Die wohl bekanntesten Austragungsarten der Rennen sind die folgenden:

Aufgewichtsrennen

Beim sogenannten Aufgewichtsrennen werden die Pferde nach verschiedenen Faktoren beurteilt, namentlich nach ihrem Alter, ihrem Geschlecht und gegebenenfalls auch nach ihren bisherigen Erfolgen. Entsprechend dieser Faktoren werden ihnen dann Gewichte zugeteilt, die sie beim Rennen zu tragen haben.

Ausgleichsrennen

Auch beim Ausgleichsrennen werden den Pferden Gewichte, sogenannte „Handicaps“, zugeteilt. Ziel ist es, dass möglichst alle Pferde die gleiche Siegeschance haben sollen.  Daher knüpft die Schwere des Gewichts, das die Pferde zu tragen haben, an ihre bisherigen Erfolge an.

Zuchtrennen

Klassische Rennen, so wie das wohl allseits bekannt Kentucky Derby, fallen unter die Kategorie des Zuchtrennens. Alle in einem Zuchtrennen antretenden Pferde müssen den gleichen Jahrgang haben und sind somit gleich alt. Hier tragen grundsätzlich alle Pferde das gleiche Gewicht, wobei Stuten dennoch weniger tragen müssen. Auch unter den oben aufgeführten Höhepunkten des Rennvereins Zürich befinden sich einige klassische Zuchtrennen, unter anderem die folgenden:

  • Die 2000 Guineas: Hierbei handelt es sich um ein Rennen für dreijährige Pferde, zu dem sowohl Hengste als auch Stuten zugelassen sind. Die Distanz erstreckt sich über eine englische Meile, was in etwa 1'609 Metern entspricht.
  • Der Prix de Diane: Hinter diesem Begriff verbirgt sich das Derby für dreijährige Stuten
  • Das St. Leger: Das St. Leger ist das wohl älteste klassische Pferderennen, dessen Entstehung auf das Jahr 1776 zurückverfolgt werden kann. Es handelt sich hierbei um ein Steherrennen, genauer gesagt um ein Rennen über eine Distanz von etwa 2'800 Metern.

Hindernisrennen

Die Distanzen bei Hindernisrennen sind deutlich länger, als bei Flachrennen. Dies und die Tatsache, dass die Pferde nicht nur rennen sondern auch noch springen müssen, hat zur Folge, dass das Durchschnittstempo hier geringer ist, als bei Flachrennen. Nicht zuletzt deshalb finden Pferde, die sich als zu langsam für Flachrennen erwiesen haben, hier oftmals einen neuen Wirkungskreis. Innerhalb der Hindernisrennen wird vor allem zwischen den folgenden zwei Kategorien unterschieden:

Jagdrennen

Jagdrennen führen Pferd und Reiter über feste Hindernisse wie Wälle oder Gräben. Diese sind in Höhe und Weite von beeindruckendem Ausmass, weshalb die hier antretenden Pferde nicht nur schnell, sondern auch exzellente Springer sein müssen. Da es sich wie gesagt um feste Hindernisse handelt, ist diese Art der Pferderennen wohl mit dem grössten Verletzungsrisiko für Pferd und Reiter verbunden. Der Grosse Preis der Stadt Zürich, der am 1. Mai 2016 ausgetragen ist, ist zum Beispiel ein solches Jagdrennen.

Rennen

Foto: http://www.pferderennen-zuerich.ch/

Hürdenrennen

Anders als Jagdrennen führen Hürdenrennen über deutlich kleinere Reisighürden, die ausserdem beweglich sind. Hürdenrennen werden im Durchschnitt über kürzere Distanzen ausgetragen, als Jagdrennen, und das Grundtempo ist für gewöhnlich höher. Hürdenrennen werden ausserdem auf der normalen Rennbahn durchgeführt, während Jagdrennen auf Grund der dafür benötigten festen Hindernisse auf einem eigenen Kurs stattfinden.

Trabrennen

Auch bei Trabrennen werden die Pferde, ähnlich den Galopprennen, nach Alters- und Erfolgsklassen eingeteilt. Anders als im Galopprennsport sitzt der Jockey beim Trabrennen für gewöhnlich nicht im Sattel, sondern lässt sich in einem sogenannten Sulky, einer kleinen und leichten Kutsche, hinter seinem Pferd herziehen. In Frankreich gibt es jedoch schon seit Längerem auch gerittene Trabrennen, und in Deutschland und Österreich sind diese Arten des Trabrennens mittlerweile ebenfalls im Kommen. Speziell bei Trabrennen ist ausserdem, dass es hier verschiedene Möglichkeiten gibt, das Rennen zu starten.

Autostart

Beim Autostart erfolgt der Start, wie der Name schon erahnen lässt, mit Hilfe eines Autos. Dieses fährt vor den Trabrennpferden her und versperrt die Rennbahn zunächst mit Hilfe eines an ihm befestigten Gitters. Zunächst einmal traben alle Pferde hinter diesem Gitter her, bis das Rennen an einer bestimmten Metermarke schliesslich startet und die Gitter des Autos zurückgeklappt werden. Die Trabrennpferde müssen somit, anders als die Galopper, nicht aus dem Stand in das Rennen starten, sondern befinden sie bereits vorher im Trab.

Bänderstart

Der Bänderstart dient im Trabrennsport einer ähnlichen Funktion, wie das Handicap im Galopprennsport. Je nach Leistungsklasse werden die Tiere in unterschiedliche „Felder“, also Zusammenschlüsse von Pferden, eingeteilt, die in einem Abstand von 25 oder 50 Metern starten. Dies führt dazu, dass die Distanz für leistungsmässig stärkere Tiere länger ist, als die für schwächere. Eine Möglichkeit ist es, diese Rennen aus dem Stand zu Starten. Die Tiere versammeln sich dann an unterschiedlichen Abschnitten der Bahn hinter einem elastischen Band und starten, sobald dieses losgelassen oft. Oft erfolgt jedoch auch hier der Start aus dem Schritt oder Trab. Hierzu laufen die Pferde im Verbund des ihnen zugeteilten Feldes zunächst ausserhalb der eigentlichen Rennbahn los um dann, nach erfolgtem Startkommando, an jeweils unterschiedlichen Stellen in die Rennbahn einzubiegen.

Sie sehen also – Pferderennen sind nicht gleich Pferderennen und die Vielfalt der verschiedenen Rennkategorien ist gewaltig! Wenn Sie diese Ausführungen nun neugierig gemacht haben und Sie darauf brennen, den Rennsport einmal live und in Farbe zu erleben, dann kommen Sie am 1. Mai, am 26. Juni, am 23. August oder am 25. September 2016 auf die Pferderennbahn in Dielsdorf und erleben Sie Pferderennen hautnah! Wer weiss – vielleicht haben Sie ja sogar noch Wettglück und verlassen die Veranstaltung mit frisch gefülltem Portemonnaie?  

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