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Pferdeklinik – meine Erfahrungen

So, nach genau einem Jahr und 7 Monate fahre ich mein Pferd das erste Mal in die Pferdeklinik. Grausames Gefühl. Aber kurz zur Geschichte.

 

Aeringi hat schon immer anfällige Augen, Bindehautentzündung stecken wir gut weg. Dieses Mal war es jedoch heftiger. Am Montag liessen wir den Tierarzt kommen. Es wurde getestet, ob das Auge nicht verletzt ist. Wir kriegten eine Creme mit Cortison, nach 48 Stunden sollte das Auge deutlich besser sein. Dazu kam ein Entzündung Hemmer der er via Spritze ins Maul kriegte. Der Verlauf war schlecht, das Auge zeigte sich sehr launenhaft. In einer Stunde war es gut, in der nächsten viel schlechter. Wir entschieden uns den Tierarzt noch einmal kommen zu lassen. Am Donnerstag wurde dann eine Probe von der Hornhaut genommen.

Ein ganz schön ekliger Prozess! Das Pferde Auge wird lokal betäubt und Aeringi wurde sediert, er wehrte sich in der Zwischenzeit ziemlich gegen die Augenbehandlungen.

Vom Tierspital Zürich erhielten wir dann eine Augencreme gegen Pilzerkrankungen. Mehr dazu findet ihr in meinem nächsten Blogg. Leider schlug auch diese Behandlung nicht wie gewünscht an und dann, wurde am Sonntagmorgen entschieden, dass Aeringi in die Klinik muss.

Könnt ihr euch vorstellen, wie ich mich gefühlt habe? Die Ärztin meinte; Frau Heiden ihr Pferd ist ein Fall für die Intensivbetreuung. Heisst so viel wie, er muss alle 3 Stunden drei verschiedene Salben bekommen. Im Spital kriegt er diese via Augenkatheter, das erleichtert die Eingabe massiv und ist für ihn auch viel schmerzfreier.

Ich besprach mich schnell mit meiner Stallfreundin und wir entschieden, Aeringi nach dem Mittagessen in die Klinik zu bringen.

Was nimmt man da so mit? Muss ich für ihn packen? Kann ich ihm etwas mitgeben? Kann ich ihn besuchen? Wie sieht es mit Kosten aus?

Ich möchte euch hier kurz meine Erfahrungen teilen, vielleicht hilft es jemanden. Das Gefühl der Ohmacht ist unerträglich, Wissen hilft aber immer.

Was nimmst du mit? Nichts. Das ist jetzt ziemlich wenig ich weiss. Wir haben Aeringis Backontrack Decke eingepackt und sein Halfter, ich musste alles wieder Nachhause nehmen. Wenn dein Pferd eingedeckt ist, hilft eine Decke sicher. Sie meinten aber, sie hätten sonst im Spital auch Decken. Ich habe ihm sein Abendessen eingepackt. Das kriegt er jetzt täglich. Er kriegt aber so oder so täglich von der Klinik ein Mash.

Somit nein, du musst eigentlich nicht packen, gewohntes Futter schadet aber sicher nicht.

Ich darf Aeringi täglich und auch zu jeder Uhrzeit besuchen. Er steht in einer Box und ich melde mich einfach schnell an. Am Montag habe ich ihn natürlich auch gleich besucht. Ihn da zu sehen, mit dem Augen Katheter, dem halb geschorenen Kopf und in einer Box war ganz schön heftig. Mein starkes wunderschönes Pony total verstört und in untypischer Umgebung. Es geht ihm aber gut! Er hält seinen Stallgang ganz schön auf trab! Wiehert ist wach und munter. Ich könnte behaupten, er ist ein wenig sauer auf mich aber das ist mir egal.
Ich darf mit ihm spazieren. Das habe ich dann auch gemacht.

Bezüglich den Kosten ist es in dieser Klinik so, dass die Übernachtung CHF 50.- kostet. Ich habe heute, am Tag 2, vom Tierarzt einen ungefähren Kostenrahmen gekriegt und bin positiv überrascht. Ich habe mit mehr gerechnet. Wer sich unsicher ist, soll aber ungeniert fragen. Das hat mir die nette Dame beim Checkin auch gesagt. Solche Aufenthalte können ganz schnell sehr teuer werden, sei dir das einfach bewusst. Ich weiss, dass kein Geld auf der Welt den Wert von meinem Pferd bezahlen kann, man muss es sich aber bewusst sein.

Mein Fazit. Es sind ganz schön viele Emotionen. Trauer, Angst, Hoffnung. Und nochmals ganz viel Angst. Schmerzen die man sich nicht vorstellen kann, wenn man keine Tiere hat. Wer welche hat, weiss aber wie es ist. Es ist die Tiefe Liebe zu einem Lebewesen, das sich nicht selber verständigen kann.

Heute früh hat mich die Klinik angerufen, es geht ihm besser! Ich habe Gestern 24h Heu angeordnet, jetzt kratzt er sich weniger und steht ruhiger da. Und genau das ist es doch, ich habe für ihn gesprochen. Mein Instinkt war richtig, ohne das ich etwas hinterfragt habe. Für genau diese Verbindung lohnt es sich trotz allen Niederschlägen zu kämpfen.  Dazu kommt mein unglaubliches Umfeld. Innert kürzester Zeit hatte ich einen riesen Pool voller Infos rund um Augenkrankheiten. Diese Solidarität spüre ich immer wieder, wie schön ist es, solche Menschen um einen zu haben?

Wir sind zuversichtlich, dass Aeringi am Freitag nachhause kommt, ich werde euch aber bestimmt wieder updaten.

Nun meine Frage an euch, wer kennt sich mit Augenkrankheiten aus? Hat jemand selber schon Erfahrungen mit Pferden?  Ich würde mich sehr über einen Austausch freuen.

Natürlich freue ich mich auch über Pferdeklinik Austausch, wer hat genauso gute Erfahrungen gemacht? Wie ist es euch ergangen? Fehlen bei mir noch Tipps?

Ich wünsche euch allen einen gesunden Herbst.

 

Xenia mit Aeringi

Tags: Xenia Heiden
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