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Pferdehänger fahren

Letzte Woche habe ich meinen ersten Ausflug mit Pferdehänger gemacht. Bevor wir mit unseren Isis ins Training fuhren, freundete ich mich mit dem Hänger einige Male an und fuhr einfach Stroh und Kleiderschränke umher, nichts, das lebt. Ich musste schnell merken, dass es keine leichte Aufgabe ist, mit dem Hänger auf der Strasse zu fahren. Äusserst konzentriert und mit viel Geduld und Zeit meisterte ich meine Testfahrten aber problemlos. Für die erste Fahrt mit Pferden haben wir uns eine einfache Überlandstrasse zum Training ausgesucht. Neben und hinter mir sassen erfahrene Pferdehängerfahrerinnen und das Auto nach dem Hänger war ebenfalls eine gute Freundin, somit war ich um kesselt. Ich möchte euch im heutigen Bericht einige Infos zum Hänger fahren abgeben und mein persönliches Fazit erzählen.

Bevor man überhaupt los fahren kann:

Die Anhängerlast:

Du kannst nicht mit jedem Auto einen Hänger ziehen und auch wenn dein Auto ein Hänger vom Gewicht her ziehen kann, sind da noch keine Pferde einberechnet. Ein Isländer hat so um die 300 bis 400 Kilo. Mal zwei Pferde, dann sind wir bei 800 Kilo. Dazu kommen um die 700 Kilo Hängergewicht dazu. Unser Hänger hat 730 Kilo. Da sprechen wir also von 1.5 Tonnen Gewicht. Die Gesamtmasse wird aus dem Leergewicht des Hängers und der Nutzlast, in unserem Fall die Ponys, berechnet. Man muss aber immer daran denken, dass auch geladenes Heu, der Sattel etc. Gewicht mit sich bringt, somit darf man die maximale Masse ja nicht überschreiten.

Die Fahrerlaubnis:

In der Schweiz kann jeder mit einem Anhänger mit 750 KG in der Kategorie B fahren. Last und Anhänger zusammen mit 750Kilo reicht aber nicht für den Pferdetransport. Also muss eine extra Bewilligung beantragt werden. Im Kanton Aargau geht das ganz einfach. Du kannst dir das Formular online herunterladen und ausfüllen. Ein neuer Augentest muss dazu und ein neues Passfoto einkleben und fertig ist dein Antrag. Zwei Wochen danach hast Du deinen Ausweis in der Post und kannst loslegen. Montiere an deinem Hänger ein L, der Lernfahrausweis ist nun zwei Jahre gültig.

Die Tempolimite:

Mit dem Hänger darfst Du nicht mehr als 80 km/h fahren! Du solltest dich auf der Autobahn immer rechts aufhalten.

Der Anhänger:

Ein guter Anhänger hat einen hellen Innenraum mit elektrischer Beleuchtung. Die Laderampe und der Boden müssen rutschfest sein. Die Stangen hinten und vorne sollten höhenverstellbar sein. Es sollte eine verschliessbare Lüftungseinrichtung in Form von Fenster haben. Es lohnt sich, die Öffnung der Fenster selber zu üben. Wenn Du schaust, sollte ein angenehmer Luftzug im Hänger sein, kein Wind. Wenn es regnet müssen die Fenster geschlossen werden.

Wenn Du einen neuen Hänger kaufst, gibt es einige Sachen welche Du beachten solltest. Der Boden darf nicht nachgeben. Stell dich in den Hänger und hüpf mal, wenn er nachgibt ist er nass oder morsch. Kontrolliere alle Dichtungen und den Wänden nach weichen Stellen oder Löcher wo Wasser eindringen kann. Achte auch darauf, dass die Reifen nicht älter als sechs Jahre sind.

Was gehört in den Pferdehänger?

Klar, es braucht immer Zubehör. Ob der Hänger oder Stroh eingestreut wird oder ob man Heu als Zusatz im Hänger aufhängt ist jedem selber überlassen. Unsere Ponys haben ein Heu Netz und im Hänger können wir sie mit speziellen Anbinde Seilen befestigen. Klein Picasso ist ein Entwirrungskünstler und stand die ersten zwei Mal frei im Hänger!

 

 

 

 

 

Wir haben immer einen Sack mit Pferdeleckerli und frisches Trinkwasser im Kanister dabei. Ich nehme dazu immer einen Eimer mit, so kann mein Pony im Notfall immer frisches Wasser trinken. Wenn wir längere Strecken im Sommer fahren, biete ich den Pferden auf der Raststätte Wasser an.

 

 

 

 

Nach der Fahrt:

Nicht unbedingt meine Lieblingsaufgabe aber nach dem Ausflug putzen wir den Hänger aus und entfernen das Einstreu. Es ist wichtig, dass der Hänger immer trocken ist.

Meine Fahrt:

Ob mit oder ohne Pferd im Hänger, ich grundsätzlich vorsichtiger fahre, achte mich mehr auf die Straße als sonst und fahre gerade um Kurven oder Kreisel sehr behutsam. Gemäß meinen Mitfahrerinnen war es eine sehr angenehme Fahrt und das trotz Dauerregen. Die Pferde waren sehr entspannt und es hat sich niemand über meinen Fahrstil beklagt. Ich bin selber erschrocken, als ich bei meiner ersten Testfahrt auf die Bremse musste, es kommt dann schon einiges an Gewicht von hinten mit! Man muss also seinen Bremsweg zwingend anders einteilen und lieber zu viel Abstand halten. Meine nächste Fahrt wird am Wochenende an unser Turnier sein, hoffen wir mal, dass wir nicht an unserem Stau Gott Gubrist stehen.

Ich wünsche euch allen eine erfolgreiche Woche.

 

Xenia und die Isis

 

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