Pferdebeurteilung - Typ

Die Exterieur- und Gangbeurteilung hat eine lange Tradition. Bereits Xenophon beschrieb, wie man die Eigenschaften eines Pferdes erkennt. Im 16. und 17. Jahrhundert war das Ziel der Gelernten, das Pferd besser kennen zu lernen und dadurch Krankheiten besser heilen und vorbeugen zu können. Bereits zum damaligen Zeitpunkt standen die ästhetischen und funktionellen Merkmale im Vordergrund.

Was ist das Ziel der Beurteilung?
Züchter, Reiter und Fahrer sind beim Kauf oder Verkauf eines Pferdes gezwungen es zu beurteilen. Vor allem wenn ein Pferd züchterische oder sportliche Leistung erbringen soll. Meist werden äusserlich sichtbare Informationen mehr gewichtet, als genetisch versteckte Informationen. Möchte man nun aber einen optimalen Zuchtfortschritt erzielen reicht die Begutachtung des Phänotypen nicht aus. Gute Zuchttechniken sind daher mehr als nur eine Frage des Erscheinungsbilds. Trotzdem spielen die Exterieur- und Gangbeurteilung und die in den meisten Fällen damit verbundenen Schauen eine wichtige Rolle. Es dient den Züchtern als Verkaufsplattform und ist eine Gelegenheit ihre Arbeit öffentlich aufzuwerten. Das Hauptziel der Beurteilung ist die Selektion derjenigen Tiere, die zur Zucht bestimmt sind. Dies betrifft sowohl die Stuten, sowie auch die Hengste. Dieses Mittel wird jedoch nicht bei jeder Rasse angewendet. Beim englischen Vollblut zum Beispiel finden so gut wie keine Zuchtschauen statt. Bei dieser Rasse wird über die Leistung gewertet.
Bei Pferden, die nach einem rassenspezifischen Zuchtziel gewertet werden, sollte der Richter immer das Idealbild in Gedanken haben. Anhand von diesem wird das vor einem stehende Pferd gewertet. Abweichungen vom Zuchtziel werden gewichtet und je nach Mass bestraft. Während der Beurteilung muss der Richter seine persönlichen Vorlieben als Züchter an zweite Stelle setzen. Leider gelingt dies nicht jedem gleich gut.

Ebenfalls als Ziele der Exterieurbeurteilung zählen die Gesunderhaltung der Rasse durch spezifische Zuchtmassnahmen, die Züchtung leistungsfähiger und langlebiger Tiere, sowie die Schönheit.
In der Schweiz findet die Pferdebeurteilung bei den Rassen CH- Sportpferd, Freiberger und Haflinger hauptsächlich im Alter von sechs Monaten und mit drei jährig statt. Die Beurteilung wird durch drei Noten zusammengefasst: 1. Typ, 2. Körperbau und 3. Gänge.

Die Beurteilung des Typs
Unter dem Typ versteht man allgemeine und spezifische Eigenschaften einer Rasse, welche sie leicht von anderen Rassen unterscheiden lässt. Ist also ein Pferd typkonform, kann man auch sagen, dass es rassekonform ist. Rein wirtschaftlich betrachtet, ist der Typ das wichtigste Merkmal. Er ist auf eine gewisse Art und Weise, wie ein Logo. Zum Typ ist das Ergebnis des gemeinsamen Einflusses von:

1. psychischen Eigenschaften. Dazu zählen: Fellfarbe, Grösse, Gewicht, Knochenbau, Muskulatur, Haut, Gewebe, Schönheit, harmonische Proportionen und vieles mehr.

2. psychische Eigenschaften. Dazu gehören: Das Verhalten, Temperament und noch einiges mehr.

3. physiologischen Eigenschaften. Dazu zählen: Geschlechtsausdruck, Gesundheit und Robustheit. Diese Eigenschaften variieren bei den verschiedenen Rassen stark. Die rassenspezifischen Merkmale werden im Zuchtziel oder im Rassenstandard definiert. Die grundlegenden Prinzipien sind jedoch für alle Rassen gültig. So zum Beispiel das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Körperteilen.

Zuchtziel Freiberger
Zuchtziel CH Sportpferd

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