Pferde Scheren Teil 4

Weiter gehts mit dem Thema Scheren und dem bei meinen Kunden beliebtesten Schnitt. Der Teilschur, auch Jagdschur oder Deckenschur genannt.
Vor allem bei Freizeitreitern beliebt aber auch immer häufiger an Sportpferden zu sehen bringt die Teilschur eigentlich nur Vorteile mit sich. Einzig die Optik ist gerade bei Pferden mit grossem Farbunterschied zwischen dem Winterfell und der geschorenen Partie etwas gewöhnungsbedürftig. Ansonsten sehe ich keinerlei Nachteile darin, seinem Pferd nur eine Deckenschur zu verpassen. Da die empfindlichen Rücken- und Lendenpartien sowie der grossen Kruppenmuskel nicht geschoren werden ist die Gefahr, dass sich das Pferd Verspannungen oder Verkühlungen zuzieht wesentlich geringer als bei einer Vollschur. So kann zum Beispiel auf etwas leichtere Decken zurückgegriffen werden und auch beim Reiten braucht das Pferd nicht dauernd mit einer Nierendecke geschützt zu werden. Je nach dem wie viel Winterpelz man stehen lässt und wie robust ein Pferd ist, kann es mit der Teilschur an sonnigen Wintertagen auch gut mal ohne Decke draussen sein.

Schnell schnell oder ganz exakt
Je nach dem wie genau man es nimmt oder auch wie gut man die Schermaschine im Griff hat sieht der Schnitt dann auch aus. Ist man nicht sehr routiniert im Scheren sollte man sich ein paar Markierungen am Pferdekörper setzen, damit es auch nach der Schur von beiden Seiten gesehen gleich aussieht. Als Grundmuster kann man eine Schabracke auflegen und am vorderen und unteren Rand mit einem Marker oder Kreide einen Strich ziehen. Dann muss man sich überlegen wie die Schur im Übergang zur Hinterhand und an der Kruppe aussehen soll. Manche scheren bei der Schabracke gerade nach hinten weiter, ich selber bevorzuge es den grossen Wirbel an der Flanke auszuscheren und dann in einer geschwungenen Linie den Oberschenkel hinab zu schneiden. Dazu kann man sich markieren, bis auf welche Höhe man am Wirbel und der Hinterhand scheren will.
Die Beine werden bei dieser Schur nicht geschoren. Damit der Übergang harmonisch ist und das Pferd nicht aussieht als würde es Strapse tragen, sollte man dem Muskelverlauf entlang scheren. Bei den Vorderbeinen ist dieser sehr gut zu sehen, an der Hinterhand kann der Schnitt parallell zum Scherverlauf auf der Kruppe gemacht werden.
Auch am Kopf wird das Fell stehen gelassen. Entweder man schert hinter den Ohren und entlang den Ganaschen bis zur Kehle oder, wenn man es etwas eleganter mag dem Unterkiefer entlang bis auf die Höhe wo das Backenstück des Zaumes zu liegen kommt.

Natürlich kann man die Schur auch individuell auf die Bedürfnisse seines Pferdes anpassen.

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