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Pferde scheren - Styling für den Winterpelz

Pferdestyling, respektive die angemessene Schur für den Winter sollte wohl überlegt sein. Je nach dem, wie oft dein Pferd im Winter draussen ist, wie intensiv es geritten wird und wie wetterfest sein Stall und seine Box sind, beeinflusst das die Wahl für die passende Schur. Hier stellen wir dir ein paar klassische Schur-Styles vor und beschreiben kurz wann sich diese am besten eignen.


Bevor du mit scheren beginnst, hier noch einige wichtige Tipps:

- Schere an einem windstillen Ort

- Immer im Schulterbereich mit Scheren beginnen

- Mähne hochstecken (damit nicht versehentlich ein Stück davon abgeschnitten wird)

- Schermaschine immer an einem sauberen und trockenen Ort aufbewahren - zerlegt in Einzelteile (Idealerweise wird die Maschine in der Originalbox aufbewahrt)

- Schermuster mit Kreide oder Sattelseife aufs Fell aufzeichnen

- Genügend Zeit einberechnen

- Das Kabel sollte mindestens 3 Meter lang sein - damit das Pferd nicht unnötigen Stress hat, weil das Kabel seine Beine oder seinen Körper berührt.


Hals-und-Bauch-Schur

Hier werden nur die Unterseite des Bauches (bis zur Gurtenlage) und die Unterseite des Halses geschoren. Die Engländer nennen diesen Schnitt oftmals “Bib” - weil das Pferd eine Art “Lätzchen” trägt. Diese Schur eignet sich für junge Pferde, die zum ersten Mal geschoren werden, oder für Pferde, die im Winter oft draussen sind und nur leicht geritten werden. Zum Schutz vor der Kälte wird das Winterfell am Kopf, Rücken und Rumpf sowie auf der Oberseite des Halses gelassen. Mit diesem Schnitt übersteht dein Pferd kalte Wintertage ohne zu frieren.

 

Tiefe-Trace-Schur

Bei diesem Schnitt wird der Unterhals und der Bauch bis etwa auf einen Drittel der Höhe vom Rumpf geschoren. Für Pferde, die leicht bis mittel-intensiv geritten werden und sich tagsüber auch draussen aufhalten, eignet sich dieser Schnitt. Der Kopf und die Beine werden belassen - damit an den Extremitäten kein Wärmeverlust stattfindet und damit die Beine noch zusätzlich vom Winterpelz vor Schnee und Kälte geschützt sind. Pferde, die mit dieser Schur draussen sind, sollten gedeckt werden, damit sie sich nicht erkälten.


Hohe-Trace-Schur

Der Schnitt dieser Schur ist dem Style der Tiefen-Trace-Schur sehr ähnlich. Die Linie des Schnitts verläuft etwas höher bei Hals und Rumpf und der Kopf wird auch teilweise geschoren. (Lässt sich das Pferd am Kopf nicht gern scheren, kann der Kopf weglassen.)  Bei diesem Schnitt kann man die Halslinie schön betonen, indem die Linie im oberen Teil des Halses, kurz vor dem Kopf einen leichten Bogen nach oben macht - dies hebt die Halsmuskeln hervor und wirkt elegant. Der Schnitt eignet sich für Pferde, die mittelschwer arbeiten und regelmässig geritten werden. Je mehr Haare wegrasiert werden, desto wichtiger ist es, das Pferd den Winter über mit Decken warm zu halten. Bei diesem Style wird bereits recht viel vom Winterpelz entfernt, deshalb sollte das Pferd gedeckt werden. Trotzdem sind aber bei diesem Schnitt Beine und je nach Pferd auch noch der Kopf isoliert und gut geschützt.


Decken-Schur

Bei der Decken-Schur wird ein beachtlicher Teil des Winterfells weggeschoren. Der Winterpelz am Kopf, Hals, Bauch und den Flanken wird komplett wegrasiert. Pferde, die regelmässig sportlich geritten werden, verlieren so keine unnötige Energie durch starkes Schwitzen. Bei der Schur der Flanken gilt es besonders darauf zu achten, dass seitlich nicht zu viel Haar wegrasiert wird. Damit die Spitzen zum Schweif hin zulaufen, sollte die ideale Linie entlang der Flanken zuvor mit Kreide oder Sattelseife vorgezeichnet werden. Auch hier kannst Du mit einer ergonomisch geformten Linie die Muskeln des Pferdes wunderschön betonen - einfach nicht zu weit in den Oberschenkelbereich ausholen. Ebenfalls um den Look der Decken-Schur etwas zu verbessern, können die Haare am Rücken etwas getrimmt werden - immer vom Rücken zum Rumpf hin trimmen (entlang der Haarrichtung).

Pferde mit der Decken-Schur werden am Rücken und in der Nierengegend schön vom Winterfell warm gehalten und sind nach einer anstrengenden Trainingsstunde viel schneller wieder trocken. Die Pferde sollten auf jeden Fall immer gedeckt sein. Hier gilt es auch, auf die richtige Grösse der Decke zu achten. Die Decke darf nicht zu klein sein, da die Flanken möglichst warm gehalten werden müssen.


Hunter-Schur

Dieser Style ist besonders parktisch für viel gerittene Pferde. Die Beine und der Sattel werden belassen, der restliche Teil des Winterfells wird weggeschoren. Lege vor dem Scheren den Sattel aufs Pferd und zeichne die Linie mit Kreide oder Sattelseife nach. Verwende als Vorlage deinen Sattel ohne die Schabracke, das sieht viel besser aus, wenn das Fell in Sattelform geschnitten ist. So können ganz einfach schöne Resultate erzielt werden. Ebenfalls wird hinten beim Schweif das Fell in V-Form geschnitten, um den Übergang zwischen zum Schweifhaar etwas abzustufen.

Pferde, die regelmässig trainiert und stark geritten werden, eignen sich für diesen Schnitt. Die Wahl ist eine sehr praktische, weil das Pferd in der Sattellage und an den Beinen noch mit den langen Winterhaaren geschützt ist. Selbstverständlich müssen Pferde mit diesem Schnitt sofort immer wieder gedeckt werden - sogar bei etwas gemütlicheren Ausritten an kühlen Wintertagen empfiehlt es sich, eine Nierdendecke über diese empfindliche Stelle zu legen.

 


Vollschur

Bei Sport- und Turnierpferden bietet sich die Vollschur an. Wenn Pferde täglich trainiert werden und schwitzen, und nicht in den Tiefschnee auf die Weide gehen, erleichtert die Vollschur die Fellpflege im Winter erheblich. Der gesamte Winterplez, auch an den Beinen und am Kopf wird weggeschoren.

Achte bei dieser Schur besonders darauf, dass dein Pferd warm hat - ergänze die Decken allenfalls sogar mit wärmenden Ruhebandagen aus weichem Fleece.

Nach dem Scheren kann das Pferd mit einem warmen Tuch abgerieben werden - das ist gut für die Haut.


Verwende nach dem Scheren keinen Fellglanzspray auf den geschorenen Stellen - die empfindliche Haut muss sich erst an den neuen Schnitt gewöhnen. Ansonsten kann Fellspray gerade während der Wintermonate gut eingesetzt werden, weil er schmutzabweisend ist und somit das Waschen vom langsam trocknendem Winterfell vermieden werden kann.

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