Pferde füttern – aber wie?

Liebe geht durch den Magen – das gilt für uns und natürlich auch für unsere Pferde. Gerade weil sie uns so am Herzen liegen und wir ja nur das Beste für unsere Lieblinge wollen, gilt unser Augenmerk insbesondere der Fütterung. Was gehört auf den ausgewogenen Ernährungsplan unserer Pferde und zu welcher Jahreszeit ist was wichtig?

 

In der freien Wildbahn vs. Haltung heute

Wenn wir uns Pferde in der freien Wildbahn anschauen, fällt uns ganz klar eines auf: Pferde sind ständig in Bewegung. Tatsächlich ist es so, dass sich ein Pferd unter solchen Umständen rund 20 Stunden bewegt und auch konstant Kräuter, Gräser, Wurzeln usw. frisst. Das Magen-Darm-System unserer Pferde ist auch genau dazu ausgelegt, nämlich den grössten Teil der Zeit mit dem Fressen kleiner Mengen zu verbringen. Der Magen ist im Vergleich zum Darm sehr klein/kurz und umfasst ca. 15 – 20 Liter. Der Dünndarm des Pferdes ist etwa 20 Meter lang. Um das aufgenommene Futter optimal verdauen zu können, muss dieser ständig mit Verdauungssäften versorgt werden und dies geschieht eben nur, wenn das Pferd nicht zu lange Futterpausen hat. Eine solche Futterpause sollte nicht länger als 3h dauern.

Wie schwer ist mein Pferd:

Damit die Fütterung dem Pferd angepasst ist, muss zuerst das Gewicht des Pferdes bekannt sein. Folgende Formel nach Carrol und Huntington kann dazu verwendet werden:
Lebendgewicht Pferd = Brustumfang (cm)2 x Körperlänge (cm) / (durch) 11900

Quelle: EQUINO.DE

Stroh

Bei Boxenhaltung stehen Pferde oft auf Stroh-Einstreu – das ist ideal, denn dadurch stillen die Pferde ihr Kaubedürfnis und versorgen den Verdauungstrakt mit Arbeit, denn Stroh besteht aus einer hohen Menge an Ballaststoffen, welche für eine gute Verdauung wichtig sind. Inzwischen stehen viele Pferde aber auch auf anderem Einstreu wie Spänen etc.: hier sollte nicht vergessen werden Stroh auf den Ernährungsplan deines Pferdes zu schreiben.

 

Heu

Heu ist die Basis für ein gesundes Pferd, denn genau für die Aufnahme von solchen Raufasern ist ihr Verdauungssystem ausgerichtet. Die empfohlene Menge der Heufütterung ist ca. 2kg / 100kg Lebendgewicht für ein Warmblut und 1,5kg / 100kg Lebendgewicht für ein Pony.

 

Haylage oder Silage

Hat ein Pferd Atemwegsprobleme, wird gerne auf Haylage oder Silage ausgewichen. Diese werden mithilfe von Milchsäuregärung hergestellt und sind dadurch staubarmer, jedoch hat Haylage und Silage dadurch auch einen höheren Eiweiss-, Säure- und Histamin-Gehalt was sich auch negativ auf die Darmflora deines Pferdes auswirken könnte. Die Folge wäre dann Kotwasser, Durchfall oder gar eine Kolik. Eine ausschliessliche Haylage-Fütterung sollte also gut überlegt sein und nur, wenn nötig angewendet werden.

 

Kraftfutter

Die Richtige Dosierung von Kraftfutter ist sehr wichtig und Experten gehen einig: «Weniger ist mehr!», denn das Verdauungssystem der Pferde ist wie gesagt zur Aufnahme energiearmer Kost ausgelegt. Wieviel Kraftfutter dein Pferd benötigt kommt nicht nur auf dessen Grösse und Rasse an, sondern auch auf dessen Einsatz, sprich, wie und wie lange wird dein Pferd geritten und trainiert. Auch gibt es bei den Pferden solche die «leicht-futtriger» sind und eben die, jene «schwer-futtriger» sind, das kennst du ja auch von dir selbst und deinen Freunden: Es gibt solche die Pizza, Pasta etc. essen können ohne zu zunehmen und solche die nur schon beim Gedanken daran zunehmen. Auch ist das Alter massgebend! Am besten besprichst du die richtige Menge an Kraftfutter für dein Pferd mit dem Tierarzt deines Vertrauens oder einem Futterberater.

Hafer / Gerste / Mais

Der Mythos um Hafer ist gross. Sprüche wie «Der wurde vom Hafer gestochen» bleiben ein Mythos. Hafer eignet sich hervorragend als Futter und hat viele Qualitäten die heute in Vergessenheit geraten sind. Hafer wird im Dünndarm fast vollständig abgebaut. Denn mit einer Verdaulichkeit von ca. 90 % ist er eines der am besten zu verdauenden Futtersorten! Natürlich ist auch hier die Fütterung von Hafer für jedes Pferd individuell zu beachten! Denn die richtige Dosierung ist gerade beim Hafer wichtig. Kriegt ein Pferd zu viel, kann dies in eine Überenergie wechseln. Beobachtest du also, dass dein Pferd das Holz in der Box beknabbert oder immer zu mit den Hufen scharrt oder beim Reiten kapriolen macht, würde ich die Dosierung senken.

In solchen Fällen kann auch auf Gerste oder Mais umgestiegen werden. Mais und Gerste sollten, wenn möglich in Flocken (also Wärmebehandelt) gefüttert werden. Dadurch wird deren Stärke sicher im Dünndarm verarbeitet und gelangt nicht in den Dickdarm oder Blinddarm. Werden Mais und Gerste als vorab hydrothermisch behandelt, lassen diese sich besser verstoffwechseln.

 

Zuckerrübenschnitzel

Gerade im Winter sind Zuckerrübenschnitzel eine super alternative zu frischem Saftfutter (Gräser / Weide). Sie helfen dem Pferd das Gewicht zu steigern, sind leicht verdaulich und energiespenden. Bei der Zubereitung muss je nach Hersteller einfach achtgegeben werden! Es gibt einige Arten, die man vor der Fütterung quellen lassen muss. Bitte beachtet dazu genau die Anweisungen des Herstellers!

 

Mineralstoffe und Vitamine

Mineralstoff oder Vitaminbedarf ist abhängig von der Beanspruchung des jeweiligen Pferdes. Ein Pferd das stark beansprucht wird, hat z.B. eine schnellere Verdauung und Schwitz natürlich auch mehr und benötigt dadurch die Zufütterung von Mineralien und Spurenelementen. Aber auch das Freizeitpferd kann einen Mangel an Mineralstoffen haben. Denn auch wenn dein Liebling das ganze Jahr auf der Weide steht kann dies passieren, da die meisten Weiden nicht mehr genügend natürliche Nährstoffträger haben.

Mineralstoffmangel erkennen, hier einige Beispiele:

Kreislaufprobleme, Muskelprobleme --> Natriumchlorid-Mangel

Schlechtes Hautbild / Unschönes Fell, brüchiges Horn (Hufe) --> Zinkmangel

Muskelprobleme, Störung im Jodstoffwechsel --> Selenmangel

Parasiten, Immunschwäche, Blutarmut und Leistungsschwäche --> Eisenmangel

Ein Blutbild kann Aufschluss über allfällige Mangelversorgungen geben.

Fütterung der Jahreszeit angepasst

Frühjahr / Sommer: Das Gras beginnt zu Spriessen und die ersten Sonnenstrahlen erwärmen uns – klar, da wollen nicht nur wir raus ins Grüne, sondern auch unsere Pferde! Hier ist aber Vorsicht geboten, denn ein langsames Anweiden der Pferde und Ponys ist unabkömmlich um nicht das Verdauungssystem des Pferdes zu überfordern. Den in dieser Zeit hat das Gras einen besonders hohen Eiweissanteil. Durch das frische Gras, kann meist auch auf das Zusatzfutter wie Zuckerrübenschnitzel (Saftfutter im Allgemeinen) verzichtet werden.

 

Herbst / Winter: Herbstzeit ist Fellwechselzeit und an den meisten Orten leider auch das Ende der Weidezeit. Auch wenn dein Pferd das ganze Jahr über auf die Weide gehen darf und kann, besteht meist ein Mangel an Gras und Kräutern. Um das Immunsystem und Abwehrkräfte deines Lieblings zu stärken kann unter anderem Öl nicht schaden. Ein Hochwertiges Leinöl wie zum Beispiel jenes von Julian & Jones (Linseed Safety Oil Leinöl) versorgt dein Pferd mit Vitamin E und Selen in reinster Qualität und erhöht dadurch den Gesamtfettgehalt der Tagesration.

 

Zusatzfutter / Ergänzungsfutter

Magnesium

Gerade im Winter oder der allgemein kälteren Jahreszeit, ist mir aufgefallen, dass der Stresslevel meines Pferdes höher liegt als im Sommer. Ein wesentlicher Grund dafür ist natürlich, dass der Weidegang nicht mehr gleich lang ist und dass es halt einfach kälter ist. Die Muskeln sind dadurch auch verspannter, mein Pferd ist Nervöser und Schreckhafter. Ein Futterzusatz auf welchen ich nicht mehr verzichten möchte ist Magnesium. Die Beste Erfahrung habe ich mit Magno Liq con Sanyata gemacht: Der Bewegungsapparat ist entspannter, ebenso die Rückenmuskulatur, er ist konzentrierter und ausgeglichener. Auch vor Wettkämpfen kann Magnesium super eingesetzt werden: Die Pferde, gerade junge Pferde welche ihre ersten Turniere bestreiten, werden dadurch einfach händelbarer. Nach dem Einsatz unterstützt Magnesium aber auch das Regenerationsvermögen und schützt vor Verspannungen.

 

Elektrolyten


Bei starker körperlichen Belastung, gerade im Sommer, kann es zu Elektrolytenverlust kommen. Das Pferd hat einen erhöhten Wasserverlust, schwitzt also mehr und dies führt zur Übersäuerung der Muskeln. Um dies zu verhindern können Elekrtolyten zugefüttert werden.

Eisen


Genau wie bei uns, kann Eisenmangel zu Müdigkeit und Leistungsschwäche beim Pferd führen. Eisen bindet den Sauerstoff im Blut und ist eines der wichtigsten Spurenelemente in unserem Körper.

 

Auf reitsport.ch findest du verschiedene Hersteller von super Produkten die dir helfen, dein Pferd fit und gesund durch praktisch jede Jahreszeit und Situation zu bringen: TCM, Sanyata, Cavalor und Julian & Jones.

Es ist sehr wichtig auf die Zusammensetzung sowie auf die Qualität des Futters zu achten, welches du deinem Pferd gibt. Gerade eben, weil es ein sensibles und empfindliches Verdauungssystem hat. Raufutter ist einer der Wichtigsten Punkte hierbei. Natürlich gehören frisches Wasser und genug Auslauf / Bewegung auch mit dazu. Mit Futterzusätzen kannst Du ihm helfen, sein Immunsystem zu stärken und schwierige Situationen wie Fellwechsel oder Turnierstress zu meistern. Getreu dem Motto: Du bist was du isst!

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