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Pferde Anweiden im Frühling

Einige Pferde können das ganze Jahr von Weiden profitieren, während andere über die Wintermonate täglich auf mehr oder weniger befestigte Ausläufe raus können. Sobald sich die Grasnarbe wieder stabilisiert hat und das Gras eine gewisse Länge (>10cm-15cm) erreicht hat kann die Weidesaison eröffnet werden.


Vorab müssen die Zäune auf Defekte kontrolliert und wenn nötig repariert werden. Beim Gang über die Weide kann deren Zustand beurteilt werden und evtl. eingesät, Unkraut und Mist entfernt und allenfalls Dünger ausgebracht werden. Bevor die Pferde auf die frischen Weiden können sollte der Kot auf Parasiten untersucht und bei Befall die Pferde mit einem passenden Produkt entwurmt werden.

Die meisten Pferde die heute gehalten werden sind in irgend einer Form aufgestallt und werden während den Wintermonaten hauptsächlich mit Trockenfutter wie Heu, Stroh und Mischfutter gefüttert. Die Verdauung durch die Mikroorganismen im Blinddarm und Dickdarm passt sich an diese Ernährung an. Damit sich die Verdauung im Frühling an die Grasfütterung anpassen kann, sollten auch gesunde Pferde über mindestens 14 Tage langsam angewöhnt werden. Inital nur 15-30 Minuten und dann stetig steigernd. In der Übergangszeit sollten die Pferde vor dem Weidegang Heu bekommen, damit sie etwas weniger Heisshunger und die Mikroorganismen nicht ganz so einen abrupten Wechsel haben. Damit möchte man verhindern, dass es aufgrund von Fehlgärungen zu Koliken oder
Durchfall kommt.


Dann gibt es noch die «Sorgenkinder». Pferde, Ponies oder Esel die Vorkerkrankungen mitbringen, oder die durch bestimmte Prädispositionen in ihrer Gesundheit gefährdet sind. Cushing Erkrankung, Equines metabolisches Syndrom (EMS) und Übergewicht können unter anderem durch Störungen im Insulinstoffwechsel zu Hufrehe führen.
Im Frühling wächst das Gras stark indem es mit Hilfe von Sonnenergie, Wasser und Photosynthese viel Stärke und verschiedene Zucker (Fructane, Glucose, …) aufbaut. Die Aufnahme dieser nicht strukturellen Carboanhydrate (NSC) können Probleme mit dem Insulinstoffwechsel verschärfen und somit auch zu vermehrtem Auftreten von Hufrehe führen.
Wenn grosse Mengen von NSC gefressen werden, kann der vordere Verdauungstrakt des Pferdes nicht alles aufnehmen und ein Teil davon kommt bis in den Blinddarm und den Dickdarm. Das kann zu einer Störung der Fermentation durch die Mikroorganismen und einer Übersäuerung führen. Die Integrität der Darmwände kann beeinträchtigt werden und durch die Aufnahme von Toxinen kann Hufrehe ausgelöst oder verschlimmert werden. Um dem vorzubeugen sollte Übergewicht möglichst reduziert werden (was ist normal siehe Body Condition Scoreing). Cushing und EMS sollten mittels Fütterungstechnik und Medikamenten kontrolliert werden. Weidegang sollte für diese Tiere nur in Betracht gezogen werden, wenn die Erkrankungen stabil sind. Sie sollten viel sensibler angefüttert werden. Nur 5 Min weise und über eine viel längere Zeit. Es können leider nicht alle unbegrenzten Weidegang geniessen. Das Anbringen eines Weidemaulkorbes ermöglicht manchen kranken Pferden einen längeren Weidegang, da sie die Grasaufnahme um bis zu 80’% senken können. Sie sollten am frühen Morgen oder nachts auf die Weide, da der Gehalt an NSC zwischen 16.00 – 20.00 in den Pflanzen am höchsten ist. Normalerweise brauchen die Pflanzen in der Nacht einen grossen Anteil der NSC selber. Dies ist aber reduziert in kalten Nächten. Somit ist der Gehalt an NSC nach kalten Nächten am Morgen höher. Übers Jahr gesehen ist der Gehalt der NSC im April und Mai am höchsten, da die Pflanzen später mehr Faseranteil haben.

Die Anweidezeit ist eine wunderbare Zeit für die Pferde aber auch eine heikle Phase vor allem für die « Sorgenkinder» und sollte nicht unterschätzt und vernachlässigt werden. In besonderen Fällen besprechen Sie doch das beste Vorgehen mit Ihrem Tierarzt.

Tags: Reitsport
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