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Passende Trense – mehr als nur ein schöner Kopfschmuck

Als wir für Gipsy vor knapp 10 Jahren unsere erste Trense kauften, war das Angebot bereits vielfältig. Jedoch muss ich ehrlicherweise zugeben, dass es damals eher um weiche Polsterung und schöne «BlingBling»-Stirnbänder ging, als um eine anatomisch korrekte Lage.

frühere Bilder von der zugeschnürten Gipsy, bedauere ich heute sehr...

Ein Wald voller Bäume

Heutzutage ist es noch viel schwieriger einen Überblick für die riesen Auswahl zu bekommen. Was ist nur ein Trend, und was eine echte Innovation?
Wer nun hofft, ein pauschal Rezept für die perfekte Trense zu kriegen, muss ich hier leider gleich enttäuschen, denn jedes Pferd reagiert anders bzw. stellt andere Ansprüche an die Zäumung.
Was ich jedoch definitiv nicht als Trend empfinde, sondern befürworte, sind anatomisch geformte bzw. geschnittene Trensen.

Der Reitsport ist ein ganz besonderer Sport- denn nicht nur der Mensch, sondern einzig und allein die Verbindung aus Pferd und Reiter erzielt ein erfolgreiches Ergebnis. Dabei gestaltet sich manchmal die Kommunikation schwierig, besonders wenn noch nicht viel Pferdeerfahrung beim Reiter vorhanden ist. Denn das Pferd kann seine Meinung nicht einfach mitteilen und Befindlichkeiten äussern, wie wir dies in einer Mensch- zu Mensch-Beziehung austauschen würden. Deshalb braucht der Reiter Verständnis (inkl. Geduld) und Erfahrung, mit diesen edlen Geschöpfen. Der Reitsport ist wie oben erwähnt von zahlreichen Innovation geprägt: von der perfekten Kleidung des Reiters über den massgeschneiderten Sattel für das Pferd. Dabei wurde über Jahre eines der wichtigsten «Hilfsmittel» am Pferdekopf ausser Acht gelassen: die Trense.


Oftmals wurde eine Standard Trense verwendet, bei welcher das Reithalfter und das Gebiss so lange ausprobiert und gewechselt wurden bis die passende Kombination für das jeweilige Pferd gefunden wurde.
Dabei ist neben den massgeschneiderten Sätteln, eine perfekt anliegende Trense essenziell für eine gute Kommunikation zwischen Reiter und Pferd. Die Lösung bei typischen Problemen wie Kopfschütteln oder eine mangelhafte Losgelassenheit wird auch heutzutage leider oft in einem schärferen Gebiss gesucht. Hiermit werden aber nur Massnahmen getroffen, welche die Symptome bekämpften, aber nicht die Ursache erforschen.

Folgen unpassender Zäumung

Wie ihr im folgenden Bild unten sehen könnt, nimmt ein «falsch» (zu viel Druck usw.) angezogener Riemen auf sehr viele Nervenstrukturen Einfluss, was auf die Dauer von einem unangenehmen Gefühl, über ein Schmerzempfinden, bis hin zu einer Unterversorgung führen kann.
Beispielsweise ist der Nervus trigeminus der grösste Gesichtsnerv (5. von 12 Hirnnerven) und versorgt unter anderem die Gesichtshaut, die Maul- und Nasenschleimhaut, sowie die Zähne. Seine Äste verlaufen in Bereichen, die für alle, mit Nasenriemen ausgestatteten Zäumungen von Bedeutung sind. Eine weitere Folge von einer unpassenden Trense kann eine Genickbeule (Bursitis nuchalis schmerzhafte Schwellung der Schleimbeutel) sein. Denn ungepolsterte oder zu eng verschnallte Zäumungen, aber auch Trauma und Stösse auf das Genick können Auslöser der Genickbeule sein.

Bildquelle: Buch "Atlas der Anatomie des Pferdes"

Für wen eignet sich eine anatomische Trense?

Eine anatomische Trense kann diverse Probleme lösen und egal ob im Parcours oder Viereck, die Verbindung zwischen Pferd und Reiter auf ein ganz anderes Level bringen, weshalb die Antwort auf die Überschrift lautet: grundsätzlich für jedes Pferd. Da das Pferd ein “Kompensationswunder” ist, erlebt man den grössten Effekt vor allem bei Pferden, die keinen Druck hinter den Ohren vertragen, jungen oder sensible Pferde. Auch hier gilt wieder die Regel der Individualität pro Pferd: manche Pferde brauchen eine Weile, bis sie sich besser loslassen, bei anderen erlebt man wiederum den WOW-Effekt direkt. Bei den meisten Pferden verbessert sich jedoch die Verbindung, Losgelassenheit und Rittigkeit nachhaltig.

Eigene Erfahrung mit anatomischer Trense

Seit kurzem sind wir ebenfalls stolze Besitzer eines anatomischen Zaums. Nämlich vom Horseware-Zaum “Rambo Micklem”

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CHF 249.90Zum Produkt

Diese Trense vermindert Druck und Unbehagen an den empfindlichen Stellen des Kopfes, reduziert Schmerz und Taubheitsgefühle. Zum Beispiel sitzt der Nasenriemen höher, als bei einem hannoveranischen Reithalfter, um Druck auf den empfindlichen Nasenknochen zu vermeiden.
Sobald ich hier einige Erfahrungen gesammelt habe, folgt dann natürlich meine abschliessende Bewertung. 

"Insights" zum Thema anatomische Trensen

Wer sich gerne noch intensiver mit dem Thema «anatomische Trensen» auseinandersetzen möchte, kann dies diesen Freitag, den 26.04.2019 bei der ersten «Insights»- Veranstaltung von reitsport.ch tun! Dort nimmt sich Christian Kemmerth von Schockemöhle Sports unter anderem den Fragen: «Warum sind sie so gut für das Genick und die Geschichtsnerven?» oder «Wieso helfen sie besonders jungen und sensiblen Pferden?» an. Zum krönenden Abschluss kann dann gleich ein Late-Night Shopping angehängt werden, sodass ihr vielleicht schon am kommenden Wochenende eure anatomische Trense austesten könnt. ;-)

Feiere 6 Jahre "reitsport.ch" und nimm an der ersten Insight-Veranstaltung inkl. Apéro & Late - Night Shopping am kommenden Freitag teil!
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