Partyreiter und wie sie zu finden sind

Unglaublich aber wahr: Der natürliche Lebensraum eines Reiters beschränkt sich nicht nur auf Stall, Halle und Gelände. Nein, auch der Club ist unser Revier, denn zur Überraschung vieler Nichtreiter wissen wir, wie man so richtig Party macht. Ich würde mich sogar so weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass mir persönlich noch nie irgendeine Gross-Stadt-Clubnacht mehr in Erinnerung hängen geblieben ist, wie ein Fest in Reitergesellschaft. Aber was macht uns Partyreiter eigentlich so einzigartig?

 Ganz grundsätzlich sind Partyreiter mit einem sehr ausgeprägten Herdentrieb gesegnet und nützen deshalb jede sich ihnen bietende Gelegenheit, um unter Ihresgleichen zu feiern. Verständlich, denn immerhin verbindet uns ein grossartiges Hobby und das schweisst zusammen. An einer Reiterparty wird man deshalb mit Sicherheit auf bereits bekannte Gesichter stossen. Manchmal kommt es aus diesem mächtigen Gemeinschaftsgefühl heraus zu unterhaltsamen, grenzdebilen Zwischenfällen, aber das gehört einfach dazu und ist schon okay – man kennt sich ja!

Besonders während der grünen Saison herrscht beim Partyreiter Hochbetrieb: Dann, wenn an beinahe jedem Wochenende und in fast jedem Nachbarskaff ein Concours stattfindet, wird nämlich nicht nur um die Wette geritten, sondern auch gefeiert was das Zeugs hält. In solch einem Umfeld gedeiht sogar beim Amateurreiter und TT eine Feier-Ausdauer, die sich sehen lassen kann: Wenn alle Normalsterblichen langsam schwächeln, kommt ein Reiter erst richtig in Fahrt. Und so eine Einstellung reisst einfach mit.

Ein richtiger Partyreiter ist eine zähe Bazille. Uns zwingen weder imposante Stürze, noch irgendwelche Promillen in die Knie. Nein, wir stehen immer wieder auf (vielleicht nicht mehr ganz so standhaft wie vorher, aber immerhin), denn wir haben schon schlimmeres erlebt und überlebt. Wobei das mit dem Alkohol so eine Sache ist: Die unverbesserlichen Leinbits -Konsumenten und Happy-Mouth-Trensen-Abschlecker mit dem krass verträglichen Saumagen sind hier eher im Fokus. Legenden zufolge gibt es aber auch einige (okay: viele) Vertreter der anderen Sorte. Darüber wird jedoch nur unter vorgehaltener Hand gesprochen. What happens an der Reiterparty, bleibt an der Reiterparty.

Natürlich geht es an solchen Reiterpartys auch immer etwas ums Sehen und Gesehen-Werden. Tief in seinem Inneren ist der Partyreiter nämlich ein kleines Gossip-Girl. Oder -Boy! Letztere sind Mangelware, werden aber dafür in der Regel mit ganz viel Liebe und Rücksicht behandelt. Gewisse Partyreiterinnen sind ausgesprochen gesellige Wesen, weshalb sich normalerweise kein Herr einsam fühlen muss. Schon gar nicht, wenn er ansatzweise Erfolge im Reitsport vorweisen kann. Und hapert es mal etwas mit dem Smalltalk, kann schnell das Thema Pferd aufgegriffen werden und schon ist man wieder auf dem richtigen (Par)Kurs.

Der waschechte Partyreiter von Welt legt ausserdem sehr viel Wert auf eine ausgelassene und unverkrampfte Atmosphäre. „Takt, Losgelassenheit und Schwung“ ist die Devise, nach der wir leben. Sei es im Sattel oder auf der Tanzfläche, die Grenzen sind fliessend. Was die Musikwahl angeht, so verhält sich der Partyreiter eher unkompliziert. Am ehesten wird man mit ungezügelten 80-er Klassikern bis hin zu heissblütiger Chartmusik beschallt, was garantiert auch das Tanzbein des übelsten Verweigerers zum Schwingen bringt. Für den unermesslichen Funfaktor sollte man vorab aber vielleicht noch den Danza Kuduro verinnerlichen und sich ein paar aktuelle und evergreene Hits zur Gemüte führen. What is love? Baby, Bailando!

Wenn ihr Euch jetzt fragt, wo man sich das Erlebnis „Reiterparty“ so bald wie möglich antun könnte, kann ich mit einer Antwort dienen: Am 23.01.2016 heisst es absatteln und Partytenue montieren, denn die garantiert einzigartige und sagenumwobene Ridersparty geht in die jubiläumswürdige 10. Runde. Ich werde bestimmt da sein und würde mich über das ein oder andere Schwätzchen super freuen. In dem Sinne: See you there! 

 

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